Tagesarchiv für 26. Juni 2012

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Die Einigkeit schmilzt dahin

Dienstag, den 26. Juni 2012
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Günter Franke (Linke) ärgert sich über Gemeindeverwaltung

MAZ Oranienburg, 26.6.2012

Bötzows Ortsvorsteher äußert sich zu den jüngsten Beschlüssen des Gemeinderates zur neuen Sporthalle und zum Misthaufen-Streit. Mit ihm sprach Robert Tiesler.

MAZ: Sind Sie immer noch sauer über die Art und Weise, wie über die neue Sporthalle in Eichstädt entschieden wurde?
Günter Franke: Ich bin seit 1993 Mitglied im Gemeinderat. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das war ja kein 08/15-Beschluss. Über den Bau wurde weder im Ortsbeirat, noch bei der Beratung der Ortsvorsteher oder im Bauausschuss gesprochen, erst im Hauptausschuss tauchte die Vorlage plötzlich auf. Das ist ein Vertrauensverlust.

Was wäre denn anders gewesen, wenn Sie im Ortsbeirat darüber diskutiert hätten?
Franke: Im Prinzip nichts. Aber die Bürger hätten sich mal die Gründe anhören können, warum sich die Gemeindeverwaltung für Eichstädt entschieden hat. Aber warum das so ist, hat sowieso niemand richtig erklärt. Oder haben Sie Gründe dafür in der Gemeinderatssitzung gehört?

Ja, eigentlich schon. Die Lage und die Kosten …
Franke: Ja, die Kosten. Aber ob das Grundstück in Eichstädt wirklich billiger ist, weiß ja niemand, zumindest hat keiner Preise genannt. Aber die Entscheidung ist gefallen. Wie die Offenlegung gegenüber den Bürgern passierte, finde ich fragwürdig. Und das auch noch initiiert von den „Bürgern für Oberkrämer“.

Ziehen Sie Konsequenzen?
Franke: Habe ich überlegt. Nach diesen Geschehnissen habe ich keine Veranlassung mehr, an der Beratung der Ortsvorsteher teilzunehmen.

Und dass nun die alte Schulsporthalle umgebaut werden soll, versöhnt Sie nicht?
Franke: Das ist noch so ein linkes Ding. Dass das Dach nicht den Normen entspricht, ist schon lange klar. Dass der Beschluss ausgerechnet jetzt kommt, soll reiner Zufall sein. Das halte ich für eine Verarschung.

Ist die Einigkeit in der Gemeinde nun Geschichte?
Franke: Seit vorigem Herbst schmilzt sie dahin. Das fing mit der Eichstädter Trabrennbahn an, die im Eilverfahren legalisiert wurde. Nun diese Sache. Wenn wir nicht bald die Kurve kriegen, dann haben wir kein gemeinsames Oberkrämer mehr, sondern ein bürgerkriegsartiges Oberkrämer.

Bürgerkrieg? Ist das nicht ein bisschen hochgegriffen?
Franke: Mag sein. Aber der Zusammenhalt zwischen den Dörfern, den wir eigentlich wollen, der wird dadurch gefährdet.

Wäre denn der von den Bötzowern vorgeschlagene Standort an der Schönwalder Straße für die Halle besser gewesen?
Franke: Wo Leute wohnen und Lärm auftritt, gibt es immer Probleme. Aber man hätte den Parkplatz abseits des Wohngebietes bauen können. Und die Halle kann man heute so gut isolieren, da hört man fast gar nichts mehr.

Ein zweites Thema in Bötzow ist der Streit um den Misthaufen auf einem Pferdehof an der Dorfaue.
Franke: Da geht es ja nicht um die Unterstände und den Misthaufen an sich, sondern darum, dass die Betreiber im Wohngebiet gebaut haben. Ich habe damals am Flächennutzungsplan mitgearbeitet, deshalb weiß ich das. Die Hofbesitzer haben das ignoriert. Ich kann doch nichts bauen, ohne mich zu erkundigen! Das wäre auch nicht so hochgekocht, wenn Minister Markov nicht nebenan wohnen würde. Er hat versucht, mit ihnen zu reden, dass der Misthaufen nicht so hoch wird.

Markov sagt, er hat die Betreiber nicht angezeigt. Waren Sie’s?
Franke: Anzeige ist ein schweres Wort. Ich habe beim Bauamt die Anfrage gestellt, ob es eine Baugenehmigung gibt. Die haben sich das angesehen und Fehler festgestellt. Es geht um illegale Bauten, und ich glaube nicht, dass ein Gericht sagt, dass die Verfahrensweise rechtens ist. Mit Pferdehöfen lässt sich Geld machen. Man darf das aber nicht auf Kosten anderer tun.

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aRTikel

1992: Waldbrand bedroht Summt

Dienstag, den 26. Juni 2012
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Juni 1992 I -> 19.6.2012

Vor 20 Jahren: Bäume brennen auf 150 Hektar

MAZ Oranienburg, 26.6.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die zweite Hälfte im Juni 1992.

OBERHAVEL
Tausende Oranienburger müssen wieder ihre Häuser und Arbeitsplätze verlassen. An der Kremmener Straße liegt eine Fünf-Zentner-Bombe. Eigentlich sollen die Freilegungsarbeiten eine knappe Woche dauern, doch Sprengmeister Horst Reinhardt gibt das Signal: Die Bombe ist so gefährlich, dass es schnell gehen muss.

Vier umherstreunende Pferde und Esel sorgen auf dem Parkplatz an der Oranienburger Hasenheide gegenüber dem Polizeipräsidium für Aufsehen. Vorher sind sie von der Lehnitzschleuse aus dorthin getrabt. Sie stammen von einer Koppel an der Sachsenhausener Biberfarm.

Bernöwe hat die Wahl. Die Einwohner können entscheiden, ob der Ort wieder eigenständig und sich von Schmachtenhagen abkoppeln soll. Das Problem: Wer übernimmt die kommunalen Aufgaben? Das bleibt unklar.

Am Oranienburger Runge-Gymnasium findet erstmals ein Schülertheatertreffen statt. 140 Leute aus dem Kreis, aus Essen und Hamm nahmen teil. Heidrun Baumgardt, die Leiterin des Festivals ist begeistert „von der Aufgeschlossenheit und dem Enthusiasmus der Leute“, sagt sie in der MAZ.

Das Gesellschaftshaus in Oranienburg lebt wieder auf – jedenfalls kurzzeitig. Die Jungen Humanisten wollen im „G-Haus“ die Aktion „Ferien mit Disco zum Anfassen“ starten. Die Zehn- bis 16-Jährigen sollen etwas Abwechslung bekommen, sagt Ronny Howe, der Leiter der Humanistengruppe.

Der Wald brennt, und zwar großflächig. Zwischen Birkenwerder und Summt stehen am 30. Juni 1992 auf einer Fläche von mehr als 150 Hektar Bäume in Flammen. Die Badenden am Summter See müssen den Strand räumen. Rund 350 Feuerwehrleute sind vor Ort. In der Nacht drohen die Flammen, Summt zu erreichen.

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RTZapper

nachtstudio: Wie viel Kultur braucht der Mensch – heute?

Dienstag, den 26. Juni 2012
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SO 24.06.2012 | 0.20 Uhr | ZDF

Wie viel Kultur braucht der Mensch – heute? Das war das Thema am späten Sonntagabend im “nachtstudio” des ZDF. Und das ZDF selbst hat die Frage bereits vor gut einem Vierteljahr beantwortet: Jedenfalls nicht so viel, dass der Zuschauer sich auch noch das “nachtstudio” ansehen würde. Nach 15 Jahren lief die letzte Folge.

15 Jahre lang wurden im ZDF hochkulturuelle, philosophische und gesellschaftspolitische Dinge erörtert. Sicherlich, die Quoten waren nicht überragend, manchmal war das Gefasel auch ziemlich hochtrabend. Aber eigentlich sollte sich das ZDF eine solche Sendung am Sonntag nach Mitternacht leisten können. Aber erst ging “Das philosophische Quartett” zu Ende, nun auch das “nachtstudio”. Volker Panzer geht in Rente, einen Nachfolger zu finden, kam für das ZDF nicht in Frage.
Stattdessen laufen im Nachtprogramm nun dringend benötigte und sehr preiswerte (bestimmt noch preiswerter als das preiswerte “nachtstudio”) Krimiwiederholungen.

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RTZapper

Lothar – Immer am Ball

Dienstag, den 26. Juni 2012
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SO 24.06.2012 | 23.10 Uhr | VOX

Das mit den Spiegeleiern muss Lothar Matthäus noch üben. Dabei macht er jeden Morgen Frühstück, und da klappt das immer mit den Eiern. Und nun, ausgerechnet wenn er von der Kamera gefilmt wird, klebt das Zeug an der Pfanne fest. Was natürlich an der scheiß Pfanne liegt.

Lothar Matthäus, ehemals bekannt als Loddarmaddäus, Fußballspieler und Trainer, hat nun eine eigene Dokusoap. Die ist so toll geworden, dass VOX sie peinlich berührt im Nachtprogramm versteckt.
Dabei zeigt sich Loddar von seiner… also Loddar ist… ähm… eben Loddar pur. Ein grundsympathischer Mensch, der schon zum Frühstück leckere Cola trinkt und der ein Jugendfoto von sich im Schrank zu stehen hat, das damals ja noch nicht so recherchiert worden sei wie heutzutage. Retuchiert, Lothar!

Loddars Leben ist ja so was von aufregend: Ein Interview zur EM. Irgendeine lahme Party, auf der Loddar Interviews geben muss. Ein Skiausflug, der unterbrochen wird, weil Loddar angeblich ein Trainerangebot (hihi!) hat.
Der arme Mann muss in Budapest leben, weil man ihn dort in Ruhe lässt, wie er sagt. Andererseits findet es Loddar irgendwie doof, dass immer noch kein deutsches Stadion nach ihm benannt worden ist – schließlich ist, äh, war… äh, ist er doch ein Weltstar!
Von seiner aktuellen Freundin redet er immer nur in Form von “mein Partner”, was nun wirklich nicht vertraut klingt.

“Sie sollen mich in dieser Doku so kennenlernen, wie ich wirklich bin und nicht, wie ich häufig dargestellt werde”, sagt Loddar über “Lothar – Immer mal Ball”.
Ja, Loddar. Is klar.

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (88): Wo ist die 1 geblieben?

Dienstag, den 26. Juni 2012
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(87) -> 4.6.2012

Freitag, 26. Juni 1992.
Die gute Nachricht zuerst: Ich bin in die 8. Klasse versetzt worden. Aber das erste Jahr am Gymnasium hat sich eher negativ auf meinem Jahresabschlusszeugnis niedergeschlagen.

Es ist der letzte Schultag am Oranienburger Runge-Gymnasium. Am Tag davor war Sportfest, nun bekommen wir die Zeugnisse.
Es hat sich eine zweite 4 eingeschlichen. Nun habe ich nicht nur eine in Sport, sondern auch in Chemie. Chemie ist nicht mein Ding, habe ich festgestellt.
Ein paar 3en gibt’s auch – in Russisch eine Note schlechter, in Mathematik, in Biologie, Geografie und Kunst.
Die 1 in Deutsch ist ebenso im Eimer wie die in Musik. Es gibt keine 1 mehr auf meinem Zeugnis.
Die sechs Wochen Ferien habe ich mir natürlich trotzdem verdient…

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RTZapper

Die Berliner Philharmoniker in der Waldbühne 2012

Dienstag, den 26. Juni 2012
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SO 24.06.2012 | 20.15 Uhr | rbb

Kommen die Berliner Philharmoniker in die Waldbühne, kommt auch der Regen. Und zwar ordentlich.
Im vergangenen Jahr fiel das alljährliche Konzert aus. Zu heftig war der Regen, der Wind ließ das Wasser von allen Seiten auf die Bühne plätschern.

In diesem Jahr schüttete es wieder. Aber diesmal zogen die Musiker ihr Konzert durch. Auf die Bebauung unter freiem Himmel wurde verzichtet, dazu sorgte ein Schutz über der Bühne dafür, dass die Philharmoniker trocken blieben.
Nur leider war zeitweise von den Tschaikowsky-Tönen in der rbb-Live-Übertragung am Sonntagabend nicht viel zu hören. Das Rauschen des Wolkenbruchs legte sich über die Musik. Wie es im Nachhinein hieß, stand das Konzert erneut vor dem Abbruch. Aber dann hätte das Publikum ja ganz umsonst im Wasser gesessen und ausgeharrt.
2013 muss endlich mal wieder die Sonne in der Waldbühne scheinen!

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