Tagesarchiv für 25. Juni 2012

RT im Kino

Streetdance 2

Montag, den 25. Juni 2012

1 -> 4.6.2010

Und nun Neues aus der Reihe “Klischees, und wie wir sie besiegen”.
Die Macher von “Streetdance 2” scheinen einfach ihre Schubladen aufgemacht,, die Scripte von Teil 1 in die Hand genommen und ein paar Wörter ausgetauscht zu haben. Das Wort “Ballett” iist durch das Wort “Latindance” ersetzt worden. Die Filmemacher haben es sich einfach gemacht. Leider kommt so allerdings kein besonders guter Film heraus.

Katastrophe für Ash (Falk Hentschel): Bei einem StreetDance-Battle verliert er und wird runtergemacht. Das nagt an seinem Ego, deshalb trommelt er europaweit eine Tanzcrew zusammen, um der Schmach etwas entgegenzusetzen. In Paris lernt er die Salsa-Tänzerin Eva (Sofia Boutella) kennen. Er will Salsa und Streetdance vermischen. Seine Truppe findet das aber natürlich voll doof – Salsa ist überhaupt voll doof und so gar nicht cool. Aber Meinungen können sich ja ändern.

Falk Hentschel gilt als Nachwuchstalent. Der Deutsche hat mit “Streetdance 2” jedoch ordentlich ins Klo gegriffen. Ash ist ein weichgespülter Macho mit einem Schlafzimmerblick. Dazu hat er im Deutschen eine summsige, brummsige, pornöse Stimme – der Typ geht gar nicht. Sein Denken ist schlicht: Die anderen sind schlecht, und ich bin es auch – was für ein Unglück. Das ganze Getue von Ash nervt gewaltig.
Die Geschichte ist im Allgemeinen schrecklich schlicht, die Dialoge an vielen Stellen lachhaft. Dazu ist die Inszenierung von Max Giwa und Dania Pasquini oftmals schlampig, es gibt viele Anschlussfehler. Die 3D-Effekte wirken in einigen Einstellungen, als sehe man ein Computerspiel. “Streetdance 2” würde im normalen 2D nicht schlechter wirken. Eigentlich zeigt diese Co-Produktion aus England und weiteren europäischen Ländern (darunter auch Deutschland) nur, dass 3D im Realfilm nicht nicht wirklich ausgereift ist.
Als reiner Musik- und Tanzfilm funktioniert “Streetdance 2” jedoch gut – die Szenen sind meistens mitreißend. Doch der ganze Rest ist grottig.

3/10

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RTZapper

60 Jahre: Bild-Sonderausgabe

Montag, den 25. Juni 2012
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SA 23.06.2012 | Bild

Da schwappte mal wieder eine Empörungswelle durch Deutschland – zumindest eine kleine. Als die “Bild” ankündigte, zum 60. Geburtstag eine Ausgabe in jeden Briefkasten stecken lassen zu wollen, kündigten eine gute halbe Million Menschen an, das Geschenk nicht annehmen zu wollen.

Am Sonnabend war die “Frei-Bild für alle” nun tatsächlich in den meisten deutschen Briefkasten. Die Deutsche Post verteilte das Blatt etwa 41 Millionen Mal.
Aber wer etwas wirklich Spannendes darin erwartete, wurde bitter enttäuscht. Nach dem großen Gewese darum, hätte ich etwas mehr erwartet.

Aktuell war das Blatt in keinster Weise. Es heißt, die Zeitung sei schon Tage davor gedruckt worden.
Gerhard Schröder erzählt von seiner Hassliebe zur “Bild”, Promis über ihre dramatischte Schlagzeile in der “Bild”, dazu die besten Sätze von Kolumnist Franz-Josef Wagner (ein Wunder, dass da überhaupt was zusammengetragen werden konnte), ein lahmes Interview mit dem Ex-Ehepaar Schweiger und viele Seiten darüber, wie toll doch die “Bild” ist.
Interessant ist nur die Doppelseite mit den Titelseiten aus 60 Jahren “Bild”.

Vielerorts schrieben die Leute in den Internetforen, man würde die “Bild” gleich in den Papierkorb feuern. Bei mir hat es dann doch knappe zehn Minuten gedauert, bis ich durch war.
Ganz schön öde, diese Jubiläumsausgabe.

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RTelenovela

Der wankelmütige Hasso P.

Montag, den 25. Juni 2012
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Hasso hat’s echt nicht einfach. Der Unternehmer und Mäzen Hasso Plattner wollte in Potsdam eine Kunsthalle bauen – an der Stelle, an der momentan das nicht allzu schicke Hotel Mercure steht.
Doch dann passierte Seltsames: Ein paar Leute regten sich darüber auf, dass das Hotel verschwinden soll. Ein Touristikexperte sagte, es wäre nicht gut für Potsdam, wenn es weniger Betten gäbe. Und überhaupt.
Hasso Plattner war darüber, dass einige Leute seine Idee nicht so toll fanden, so erschrocken, dass er ankündigte, seinen Kunstbau doch nicht im Potsdamer Zentrum zu bauen – stattdessen auf seinem eigenen Grundstück am Stadtrand.
Hasso Plattner ist eine Mimose, so scheint es.

Nun widerum demonstrierten andere Potsdamer für den Plattnerbau im Zentrum und beschmimpfen die, ihrer Meinung nach, linken Betonköpfe, weil sie ihr Hotel nicht weghaben wollen. Günther Jauch war da, ebenso Wolfgang Joop und Nadja Uhl. Wahnsinn.
Das fand Hasso Plattner dann wieder so toll, dass er seine Kunsthalle nun doch im Zentrum bauen und das Mercure-Hotel doch abreißen lassen will.
Hasso Plattner ist irgendwie auch ganz schön wankelmütig.

Hoffentlich liest er das hier nicht, sonst erklärt er noch, dass er seine Kunsthalle nun am Arsch der Welt baut – und nicht in Potsdam. Das wäre schlimm. Für Potsdam.

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