Tagesarchiv für 24. Juni 2012

RTelenovela

CSD 2012: Politik, Plastik, Porno

Sonntag, den 24. Juni 2012
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Der 34. Christopher Street Day in Berlin war mein erster. Viele Male war ich rund um die Jahrtausendwende auf der Love Parade, und in gewisser Hinsicht ist der CSD auch so etwas wie eine Love Parade: Viele Menschen zeigen den anderen ihre Liebe. Nirgendwo halten so viele Paare Händchen.

Doch der CSD ist auch das Schaulaufen der Politik: Erst rollte der Wagen der CDU über den Potsdamer Platz. Wenig später folgte der von der SPD. Da durften natürlich auch die Grünen nicht fehlen. Und die Linken. Und die Piraten. Und auch die FDP. Später noch der DGB. Und wer weiß wer noch.
Nicht mitbekommen haben wir allerdings die wirklich politische Dimension des diesjährigen CSD: Die Strecke führte auch an der Russischen Botschaft vorbei – das Land, in dem Toleranz besonders kleingeschrieben wird.

Einige der Umzugsteilnehmer haben sich besonders aufgedonnert. Eine etwas drallere junge Frau zwängte sich in ein Plastikdingsbums und sorgte damit für Aufsehen. Dirk Bach zeigte sich märchenhaft und grell, auch die Geißens waren mit mit “Rrrrrooooobert”-Ausruf vertreten.
Und wer es pornös mag, für den hatten zwei junge Männer auf der Wiese am Reichstag eine kleine pornöse Einlage zu bieten. Mit allem Drum und Dran. Das sorgte für Gelächter, Erstaunen, Schrecken. Einige Fotos wurden auch gemacht – aber so richtig empört war erstaunlicherweise niemand. Das gibt’s wahrscheinlich nur beim CSD.

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Reise durch die Mittsommernacht – Von Helsinki zum Polarkreis

Sonntag, den 24. Juni 2012
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FR 22.06.2012 | 22.05 Uhr | arte

Der Zug fährt und fährt. 950 Kilometer durch die Nacht, die keine ist.
Die Finnen haben die Mittsommernacht gefeiert, und arte war zehn Stunden lang auf ganz besondere Weise dabei. Der Kulturkanal nahm die Zuschauer mit auf eine “Reise durch die Mittsommernacht”.
In Finnland feiern die Menschen die Nächte, in denen es gar nicht mehr dunkel wird, mit Musik und Festen – oder sie setzen sich in einen Zug, der von Helsinki zum Polarkreis fährt.

Echte Experimente im Fernsehen sind selten geworden – große, außergewöhnliche TV-Events ebenfalls. Diese Bahnfahrt war so eines, wenn auch ein ruhiges.
Während der Zug durch die helle, finnische Nacht rauschte, gab es drinnen Musik und spannende Gespräche. Selten konnte sich so ausführlich ein Land und seine Kultur präsentieren. Ein Pärchen erzählte über Kindererziehung, ein anderes, schwules Paar darüber, wie sie sich kennengelernt und was sie vor haben. Ein Musiker berichtete von seinem Hobby. Und so weiter.
Kam der Zug an einem Bahnhof an, gab es dort Tänze, Musik und zufällige Begegnungen. Zwischendurch fing ein Hubschrauber Live-Bilder von oben ein.

Ähnliche Ideen sollten deutsche Sender auch endlich mal wieder haben. Vor fast 20 Jahren sendete 3sat mal eine ganze Nacht lang live aus Berlin, die Moderatoren ließen sich durchs Nachtleben treiben. Diese etwas andere Art des Fernsehens macht dieses Medium spannend. Die Reise durch Finnland war – auch wenn ich nicht bis um 8 Uhr morgens durchgehalten habe – ein echtes Erlebnis.

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