Monatsarchiv für Juni 2012

RTZapper

Nicht nachmachen!

Samstag, den 30. Juni 2012
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FR 29.06.2012 | 22.45 Uhr | ZDF

Auf die Idee muss man erst mal kommen: An eine Wäscheleine werden lauter Silvesterknaller befestigt und angezündet – damit die Wäsche schneller trocknet, wenn die Wäschespindel durch die Knaller anfängt, sich zu drehen.

Beim ZDF ist die “Knoff-hoff-Show ins Programm zurückgekehrt, nur noch witziger und vor allem lockerer. Wigald Boning und Bernhard Hoecker lassen ihrem Spieltrieb freien Lauf und probieren einfach mal aus, was man sonst besser nicht probieren sollte. Dafür mietete sich das ZDF ein Haus, das wohl sowieso abgerissen werden sollte.
Boning und Hoecker stellten Büchsensuppe auf den Herd und ließen das Zeug in die Luft fliegen und amüsierten sich dabei wie kleine Kinder. Und eben die Sache mit der Wäsche, die im Rauch der Knaller nicht gerade sauberer wurde.

Die Idee ist für eine solche Sendung ist natürlich nicht neu. Bei “Galileo” sieht man so was ständig, auch anderswo wird immer mal wieder experimentiert. Aber den beiden “Jungs” beim Blödsinnmachen zuzusehen, ist einfach zu schön – und interessant sowieso.
“Nicht nachmachen!” – ein schöner Ersatz für die im Sommer pausierende “heute show” (die wir natürlich trotzdem alle schmerzlich vermissen!).

RT im Kino

The Amazing Spider-Man

Samstag, den 30. Juni 2012

Ist es wirklich einfallsreich, eine Geschichte, die vor gut zehn Jahren verfilmt wurde, noch einmal zu drehen? Und muss man deswegen noch mal ins Kino?
Die Antworten scheinen einfach: nein. Und ja.
Also wieder von vorn. Peter Parker. Von der Spinne gestochen. Wird zum Spinnenmann. Muss die Welt retten. Und verliebt sich.
Ja, ja, bla, bla.
Könnte man meinen.
Aber “The Amazing Spider-Man” erscheint um Längen cooler als der von vor zehn Jahren. Die Geschichte ist noch mitreißender, die Musik toll, die Kameraführung ist wahnsinnig. Und letztlich ist die Geschichte dann doch auch unterschiedlich von der, die wir mit Tobey Maguire kennen.

In dieser Verfilmung von Marc Webb bekommt es Peter (Andrew Garfield) mit Dr. Curt Connors (Rhys Ifans) zu tun. Der Professor hat ein Serum, durch das fehlende Gliedmaßen wieder wachsen. Allerdings hat das Mittel verheerende Nebenwirkungen, die New York erzittern lassen.

Peter ist cool, erwähnte ich das schon? Er wirkt sehr viel aufgeweckter als der Peter vor zehn Jahren. Maguires Spider-Man wirkt aus heutiger Sicht fast schön dösig gegen den von Garfield dargestellten. Der macht auch unter der Maske schon mal böse Gags. Auch die Geschichte der zarten Liebe zwischen Peter und Gwen (Emma Stone) ist schön anzusehen, die späte Allianz zwischen Peter und Gwens Vater ist fast schon – trotz aller Dramatik – herzerwärmend.
Auch wenn die Thematik dieselbe ist – es lohnt sich unbedingt, sich auch “The Amazing Spider-Man” anzusehen, und hoffentlich gibt es davon auch Fortsetzungen.
Und ganz nebenbei: Webbs Film zeigt, dass man kein 3D braucht, um ein Kinoerlebnis zu haben. Die 2D-Fassung ist auch so aufregend und toll.

9/10

RTelenovela

Erfrischt

Samstag, den 30. Juni 2012
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Eigentlich hätten wir nur warten müssen, bis das kühle Nass von oben kommt. Als ich mich auf den Weg zum See nach Wandlitz machte, zog sich der Himmel über Oranienburg schon ordentlich zu.
Als wir dann über den See schwammen, sah es eigentlich schon so aus, als ob der Regen um uns herumgezogen ist. Aber darauf muss man sich keineswegs verlassen, denn kaum, dass wir angezogen waren, begann es zu tröpfeln.
Die Sache mit der Erfrischung hatte sich dann aber erstmal erledigt, denn als wir im Auto in Wandlitz losfahren, regenete es zwar weiter, aber im Auto selbst herrschte eine seltsam-feuchte Demse.

Mit einem lauten Donnerknall kündigte sich dann in Oranienburg doch noch ein Unwetter an. Irgendwo am Lindenring soll der Blitz in ein Gerüst eingeschlagen haben. In der Region Glienicke/Berlin-Hermsdorf soll es besonders heftig geschüttet und gewittert haben.
Vielleicht hätten wir uns da einfach mal in den Regen stellen sollen…

RTZapper

Tagesthemen: Zamperoni lächelt!

Samstag, den 30. Juni 2012
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DO 28.06.2012 | 21.35 Uhr | Das Erste

Das ist ja wirklich eine bo!den!!lo!!!se!!!! Un!ver!!schämt!!!heit!!!! Was bildet sich dieser Ingo Zamperoni eigentlich ein?? Da liegt Deutschland im Fußball-EM-Halbfinale mit 0:2 hinten, und dann stellt er sich in der Halbzeitpause in sein “Tagesthemen”-Studio und: lächelt! Er lächelt!!! Er ist nämlich Halbitaliener, und da hatte er natürlich allen Grund zu lächeln. Aber hätte er sich das nicht verkneifen können? Schließlich arbeitet er doch für das deutsche (!!!) Fernsehen!

Na, schäumt es grad ordentlich?
Es gibt tatsächlich Menschen, die sich ganz genau so aufgeregt haben.
Aber was war denn bloß passiert?

Am Donnerstagabend moderierte Ingo Zamperoni die Halbzeit-”Tagesthemen” im Ersten. Er verabschiedete sich mit einem persönlichen Wort zum EM-Spiel. Er sei innerlich zerrissen, sagte er. Er beendete die Sendung “aus gegebenem und persönlichem Anlass – mit Worten des italienischen Dichter-Fürsten Dante: ‘Das Gesicht verrät die Stimmung des Herzens’.” Das Ganze auf Deutsch und auf Italienisch. Und dann lächelte Zamperoni. So, wie er eigentlich immer lächelt, wenn die Sendung zu Ende ist.

24 Millionen Menschen sahen ihm vorm Fernseher zu, sicherlich weitere gut zehn Millionen auf den Fanmeilen und in den Kneipen. Und einige von ihnen waren not amused. Bei der “Tagesschau” ging nach Angaben der Redaktion eine Flut von Beschwerdemails ein. Siehe oben.
Aber was sind das eigentlich für Flachpfeifen, die sich über so etwas aufregen? Was ist schon dabei, wenn Zamperoni als Halbitaliener zugibt, innerlich zerrissen zu sein? Und ist es nicht eher sympathisch, wenn er in einer solchen Situation so etwas persönliches sagt? Und ist der Spruch, dass der Bessere gewinnen möge, nicht aus in der Situation des deutschen Rückstands richtig?

Zamperoni hat alles richtig gemacht, und die Beschwerdemails eigenen sich – sofern sie alle ausgedruckt wurden – hervorragend als Altpapier.

RTelenovela

Finale. Schon wieder ohne uns

Freitag, den 29. Juni 2012
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Eigentlich war die Stimmung in der Sporthalle am Turm in Oranienburg ganz gut. Etwa 200 Zuschauer sind gekommen: EM-Halbfinale. Deutschland gegen Italien. Der Fußballklassiker. Dazu Bier und Bratwurst.
Doch dann fiel das 0:1 für Italien. Kurz danach das 0:2 für Italien. Und es wurde merklich ruhiger in der Halle.

Die Deutschen, die in dem Turnier oft tollen Fußball boten, spielten im Halbfinale eher suboptimal.
Die zweite Halbzeit verfolgte ich in privatem Rahmen, wenigstens fiel da noch der Anschlusstreffer zum 1:2 – durch Elfmeter. Aber natürlich reichte das nicht.

Keine Böller. Kein Jubel. Als Deutschland schon wieder kein Europameister wurde und bei der Fußball-EM 2012 im Halbfinale ausschied, war es relativ ruhig in Oranienburg. 16 Jahre nach dem letzten großen Titel hat es wieder nicht gereicht.

Jetzt darf wieder diskutiert werden: Ist Jogi wirklich ein guter Trainer? Waren die Spieler nicht doch zu arrogant? (Oder wir Zuschauer?) Sind die Spieler nicht stolz genug, weil einige die Hymne nicht mitsingen?
Ich bin diese Diskussionen leid.

Sonntag ist Finale. Ohne uns. Zuschauen werde ich sicherlich trotzdem. Vielleicht mache ich’s wie bei der WM 2006 und setze mich zu meinem Lieblings-Asia-Imbiss.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Dreh für “Löwenzahn”

Donnerstag, den 28. Juni 2012
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MI 27.06.2012 | Hennigsdorf, Waldrandsiedlung

Skandal in Bärstädt: Die Wildwiese mit dem kleinen Zeitungskiosk soll einem großen Einkaufszentrum weichen. Fritz Fuchs und seine Freunde sind empört. Da müssen sie dringend etwas dagegen unternehmen.

Na, so weit wirds nicht kommen, in das kleine Waldstück passt auch gar kein Einkaufszentrum rein. Bärstädt ist auch gar nicht Bärstädt, jedenfalls nicht in echt.
In Wirklichkeit stehen wir in der Hennigsdorfer Waldrandsiedlung, und der kiosk ist nur eine Kulisse für eine neue Folge “Löwenzahn”.
Bärstädt ist ein neuer Ortsteil von Hennigsdorf. Fritz Fuchs ist mit seinem seit Jahrzehnten berühmten Bauwagen von Neu-Fahrland bei Potsdam nach Hennigsdorf gezogen. Nach monatelanger Suche hat die Produktionsfirma Studio.TV.Film das Gehöft am Rande der Stadt gefunden. Oder besser: Die Stadt Hennigsdorf hat es dem Team angeboten. Der Standort soll dauerhaft sein, und die Nachbarn sind auch guter Dinge, sagt die Producerin.

“Löwenzahn” ist ein Dauerbrenner im ZDF. Die Serie läuft seit 1981, mit dem Vorläufer “Pusteblume” sogar schon seit 1979. Bekannt ist Peter Lustig gewesen, der am Ende jeder Folge die kleinen Zuschauer zum “Abschalten!” riet.
Seit 2006 ist Guido Hammesfahr dabei, er spielt Fritz Fuchs, inzwischen auch schon gut 100 Folgen lang. Derzeit wird in Hennigsdorf die 32. Staffel gedreht, die Folgen 291 bis 304. Sie werden bald sonntags im ZDF und im KiKA gezeigt.

“Die Neugier ist noch sehr groß”, sagt Guido Hammesfahr über den neuen Drehort. “Aber das gibt sich.”
Jetzt ist erst mal Drehpause. Ein Müllauto dreht seine Runde durchs Viertel. Eine Produktionsassistentin muss eines der Autos wegfahren, schließelich seien die Müllmänner an sich schon aggressiv, wie eine andere Frau bemerkt.
Erst als das Auto aus der Hörweite verschwunden ist, kann es weiter gehen. Das Team arbeitet mit nur einer filmkamera, was zur Folge hat, dass die Szenen wieder und wieder gespielt werden müssen – immer aus einem anderen Blickwinkel gefilmt: wie der reiche Geschäftsmann sagt, dass der Kiosk weg muss, wie Fritz Fuchs darauf reagiert, wie die Kioskfrau drauf reagiert, wie alle reagieren – und so weiter.

In der Regel werden neun Stunden am Tag gedreht, aber weil es im Laufe des Nachmittags ordentlich geschüttet hat, dürfte ziemlich bald Schluss gewesen sein in Hennigsdorf, Ortsteil Bärstädt.

RT im Kino

Wanderlust – Der Trip ihres Lebens

Donnerstag, den 28. Juni 2012

Geschafft! George (Paul Rudd) und Linda (Jennifer Aniston) sind in Manhattan angekommen. Ein eigenes Mikroloft in New York! Der Wahnsinn!
Okay, das Mikroloft ist ein anderes Wort für eine Ein-Zimmer-Wohnung, und die ist auch noch schweineteuer. Als Linda und George auch noch beruflich scheitern, sind sie das kleine Schmuckstück auch ganz schnell wieder los. Sie sind blank, pleite.
Ihr Weg führt sie zu Bruder Seth (Justin Theroux), doch bevor sie dort ankommen, standen sie in einer Kommune im Nirgendwo. Dort sind alle total glücklich, leben die freie Liebe, kommen ohne Geld aus und natürlich ohne Fleisch. könnte das auch das Lebensmodell von George und Linda sein?

“Wanderlust – Der Trip ihres Lebens” ist zunächst einmal ein Missverständnis. In diesem Film von David Wain wandert eigentlich gar keiner. Allerdings bedeutet “Wanderlust”, so heißt die Komödie auch im Original, im Englischen auch eine Reise in eben jenes Nirgendwo.
Die etwas harmlos geratene Posse um das Ehepaar, das aus seinem gut situierten Leben in die Kommune katapultiert wird und endlich mal frei durchtamen kann, hätte ruhig ein wenig frecher ausfallen können. Stattdessen liegt der Fokus auf die Aneinanderreihung von Klischees: ein Nudist, ein heimlicher Fleischesser, die Notgeile, der Fiesling. Auch die Auflösung der Geschichte ist allzu flach geraten.
Mehr als nett ist dieser Film nicht, keineswegs ein Muss.

6/10