Tagesarchiv für 29. Mai 2012

RTelenovela

Radtour (17): An der Demostrecke

Dienstag, den 29. Mai 2012
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(16) -> 25.3.2012

Das Hin und Her mit den Einbahnstraßen im Bahnhofsviertel von Oranienburg. Aktueller Stand: Die Willy-Brandt-Straße ist beidseitig befahrbar. Wer zum Louise-Henriette-Center will, muss momentan sogar durch die Willy-Brandt-Straße, denn die Zufahrt über die Lehnitzstraße ist dicht.
Wer mit dem Rad entlang der Lehnitzstraße fährt, erlebt eine herrliche Ruhe. Zumindest dann, wenn die Bauarbeiten ruhen. Die Strecke wird derzeit komplett saniert.
Aber noch etwas ist bemerkenswert: Die Lehnitzstraße ist auf beiden Seiten gesäumt von Sperrzäunen (-> Fotos). Hinzu kommen an den Übergängen weitere je zwei Zaunreihen quer über der Straße. Es sieht aus, als ob demnächst eine gefährliche Großdemo in der Stadt geplant ist.

Weiter geht es über die Sachsenhausener, Rungestraße, am Schlosspark vorbei, über die Breite Straße zur Havelstraße.
Am dortigen Lokal, der “Altstadtklause”, stehen zwar die aktuellen Angebote zu Pfingsten dran, nur leider ist ja Montag Schließtag, und da macht man auch am Pfingstmontag offenbar keine Ausnahme. Hätten sie sich die Pfingstangebote eigentlich sparen können.

Die elektronische Fahrplananzeige in der Kremmener Straße informiert darüber, dass man doch bitte die Aushangfahrpläne studieren soll. So ist das meist, aber es ist schön, dass sich die Busgesellschaft das schicke Teil zugelegt hat…

Es ist Abend, es wird schummrig, deshalb geht’s über die Grenzen der Stadt nicht hinaus – entlang des Kanals, über die Birkenallee und die Berliner Straße zurück nach Hause.

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RT im Kino

Der Diktator

Dienstag, den 29. Mai 2012

Demokratie? Nein, die duldet Admiral General Aladeen (Sacha Baron Cohen) in seinem Land nicht. Was soll das überhaupt sein, diese Demokratie? Dann wäre ja die ganze, schöne Unterdrückung im Eimer, die er sich in seinem Land mit Erpressungen und der einen oder anderen Erschießung aufgebaut hat.
Nun aber wird er vor die Vereinten Nationen nach New York zitiert, denn ansonsten wird seine geliebte Diktator weggebombt. Also reist Aladeen in die USA, um dort seine 14-stündige Rede zu halten.
Aber es kommt anders. Er wird entführt, verliert seinen Bart, und dann soll auch noch einer seiner bekloppten Doppelgänger eine neue – demokratische! – Verfassung unterschreiben.

Er war Borat, er war der durchgeknallte Brüno, jetzt “Der Diktator”. Obwohl Sacha Baron Cohen erstmals mit einem anderen Konzept ins Kino kommt, landet er fast den Volltreffer. Sonst kommen seine Filme nicht ohne die (mutmaßlich) spontanen Begegnungen mit wahren Menschen aus. “Der Diktator” arbeitet von vorn bis hinten mit Drehbuch. Das aber sorgt im Kino mitunter für riesige Lacher und sogar für Szenenapplaus.
Cohens Film hat aber auch tragische und nachdenkliche Momente. Ganz groß sind zwei Szenen: In der einen lässt er sich eine Frau in den Palast kommen – übrigens Megan Fox, die sich selbst spielt. Er will danach noch kuscheln, sie nicht. Was bleibt, ist ein Polaroidfoto. Eines von hunderten, die man in der Szene danach sieht. In der anderen steht er vor den Vereinten Nationen und preist die Diktatur an: die, in der man mit Lügen Kriege beginnt. Die, in der man den armen Menschen keine Krankenversicherung gibt. Die, in der die Medienlandschaft frei zu sein scheint, aber dann doch nur von einer Familie regiert wird. Und so weiter. Er spricht von den USA, dieser ganz besonderen, ähm, Diktatur.
Unter der Regie von Larry Charles sehen wir, wie sich der Diktator, nun ja… er verliebt sich, holt ein Kind auf die Welt und kann gerade noch zurückgehalten werden, dass er das Mädchen in den Mülleimer wirft, sieht das Leben abseits der Diktatur und wandelt sich… also… na ja, so ein Diktatur ändert sich ja irgendwie doch nie…

8/10

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