Tagesarchiv für 18. Mai 2012

RTelenovela

Sie sind, sie sind Greifswalder Jungs

Freitag, den 18. Mai 2012
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„Greifswalder Jungs,
Greifswalder Jungs,
wir sind, wir sind
Greifswalder Jungs!“

Herrentag im Hafen von Greifswald, es ist 16 Uhr, und die jungen Männer, die ihren Feiertag begehen, sind bereits hackedicht. Sie stehen auf einer Brücke über dem Wyck und fordern alle anderen auf, doch mitzusingen – oder wenigstens mitzutrinken. Viel kann aber nicht mehr übrig sein, denn die leeren Flaschen werfen sie allesamt ins Wasser.

Die Stimmung im Hafen ist schon ganz ordentlich. Zu Dutzenden stehen die Menschengruppen mitunter grölend am gemauerten Ufer. Als sich ein kleines Boot nähert und einen kleinen Schlenker in den Hafen macht, bekommen die Leute darin mehr Aufmerksamkeit, als ihnen wahrscheinlich lieb ist. Warum sie denn so lahm seien. Und: „Gebt Gas oder seid ihr Pussis?“, so die Rufe. Als der Kapitän tatsächlich einmal auf die Tube drückt, erntet er sowohl Applaus als auch Gelächter.

Ich bin auf dem Weg nach Rügen – allerdings auf einer Nebenstrecke. Kurz vor der Rügenfähre mache ich einen weiteren Zwischenstopp in Reinberg. Das Schild „Kirche ist geöffnet“ hat mich neugierig gemacht.
Ich laufe auf den Kirchhof, ein malerisch-ruhiges Fleckchen Erde. Rund um die kleine Kirche ist auch der Friedhof, dazu die imposante Reinberger Linde, die aus mehreren Stämmen zu bestehen scheint.
Die Kirche selbst erscheint mir überraschend groß. Ich setze mich einen Augenblick und genieße die völlige Stille. Hier ist niemand, und vielleicht war ich der einzige Besuch am ganzen Tag.

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RT im Kino

50/50 – Freunde fürs (Über)Leben

Freitag, den 18. Mai 2012

Krebs.
Das war’s dann wohl mit dem unbeschwerten Leben. Jetzt steht nur noch er im Mittelpunkt, dieser verdammte Krebs. Und dabei ist Adam (Joseph Gordon-Levitt) gerade mal 27.
Am Anfang scheint es, dass sich alle anderen mehr Sorgen machen als er selbst. Seine Mutter Diane (Anjelica Huston) ist erschüttert. Seine Freundin Rachel (Bryce Dallas Howard) ist erschüttert, will sich kümmern – allerdings nicht mit in die Klinik kommen. Und sein Freund Kyle (Seth Rogen) ist… also, der ist darum besorgt, dass Adam total versauert. Als sich das mit Rachel erledigt, sie hat einen anderen, sorgt Kyle dafür, dass Adam doch noch ein bisschen Spaß hat.
Aber da ist sie eben, diese Angst. Ganz langsam kommt sie, aber dann doch mit Gewalt. Die Angst, es nicht zu schaffen. Die Psychotherapeutin Katie (Anna Kendrick) versucht, ihn zu ermuntern. Dann aber kommt der großen Tag der entscheidenden OP. Die Chance steht 50/50.

Jonathan Levine erzählt in “50/50 – Freunde fürs (Über)Leben” eine eher traurige Geschichte. Sie handelt von der Auseinandersetzung mit dem Tod, gleichzeitig aber auch mit dem Leben. Denn was bleibt denn noch, wenn man eine dermaßen ins Leben eingreifende Nachricht bekommt? Was ist wichtig? Wer ist wichtig? Die Familie und die Freunde rücken näher aneinander. Adam muss einsehen, dass er Hilfe annehmen und Entscheidungen treffen muss.
Der Film schafft eine recht gute Balance zwischen Depression und Humor. Letzteres ist insbesondere Kyles Aufgabe. Vordergründig muntert er seinen besten Freund auf, aber gleichzeitig verdrängt er damit seine eigene Trauer, seine eigene Angst. Adam bemerkt das in einem einzigen, einsamen Moment. Das sind kurze Gänsehautmomente.
Leider ruiniert Jonathan Levine mit einem Larifari-Ende den ganzen Film. Bei aller Dramatik wirkt der Schluss viel zu lapidar, fast schon ärgerlich banal. So ist’s dann nicht kein kleiner, großer Film geworden.

7/10

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