Tagesarchiv für 14. Mai 2012

RTelenovela

Kino mit Wucherpreisen

Montag, den 14. Mai 2012
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Was ich eigentlich überhaupt nicht leiden kann: wenn sich Leute im Kino etwas zum Trinken mitbringen oder mit Filmbeginn ihre Chips oder sonstigen Essenskram auspacken.
Aber eigentlich hat man kaum noch eine andere Wahl. Zumindest im Berliner “Kino in der Kulturbrauerei”. Was dort an Preisen für Getränke aufgerufen wird, ist der pure Wucher.

Ein halber Liter Cola kostet 3,90 Euro, ein Bier inzwischen weit über 4 Euro. Das übertrifft sogar schon die allermeisten Kneipen. Solche Preise werden wohl nur in sehr teuren Restaurants verlangt.
Nun könnte man meinen, dass dann wenigstens am Eintrittspreis gespart wird. Nein: 8,50 Euro Normalpreis am Sonntagnachmittag. Auch nicht gerade billig.

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RTZapper

Georges Prêtre dirigiert die Wiener Symphoniker

Montag, den 14. Mai 2012
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SO 13.05.2012 | 23.20 Uhr | arte

“Georges Prêtre dirigiert die Wiener Symphoniker”. Einen besseren Titel kann es für die Konzertübertragung am Sonntagabend auf arte gar nicht geben.
So schön die Musik war, so herrlich Beethovens 7. Sinfonie, so toll das Orchester – es zählt eigentlich nur einer: der Dirigent.

Wie Georges Prêtre die Wiener Symphoniker anleitete, war ein Genuss zu beobachten. Das Konzert war von 2009, da war Prêtre bereits 85 Jahre alt, es machte ihm sichtlich Mühe, dort zu stehen. Andererseits: Wahrscheinlich genoss der alte Herr es am meisten, dort zu stehen.
Er dirigierte nicht, er erlebte diese Musik. Er schloss die Augen, wiegte sich hin und her. Manchmal zuckte er mit den Schultern, hob einen Arm, gab ein Zeichen. Manchmal zwinkerte er einem seiner Musiker zu (oder doch der Kamera?).

Vermutlich hat das Orchester Georges Prêtre nicht wirklich gebraucht, um ein gutes Konzert zu spielen. Aber vermutlich doch. Ohne Georges Prêtre wäre es nicht halb so sehenswert gewesen. Hörenswert war es ja sowieso.

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RT im Kino

Ausgerechnet Sibirien

Montag, den 14. Mai 2012

Huuu!! In Sibirien soll es ja immer so verdammt kalt sein.
Ist es aber nicht. Also, jedenfalls im Sommer.
Diese Erfahrung macht Matthias Bleuel (Joachim Król), als er für den Modeversandhandel, für den er arbeitet, von Leverkusen ins weit erntfernte Südsibirien reist. Vor Ort ist Bleuel mit dem land und der Situation völlig überfordert. Er kann die Sprache nicht, er kennt die Sitten nicht, und der Dolmetscher Artjom (Vladimir Burlakov) übersetzt gern mal nicht das, was Bleuel auf Deutsch erzählt.
Bei einem Straßenkonzert jedoch ändert sich die Lage schlagartig. Bleuel verliebt sich: in die Musik, in die Frau, die die Musik macht, und in das Land. Matthias reist ihr mit Artjom hinterher. Eine echte Odyssee.

Der größte Verdienst von Ralf Huettners Film ist, dass er Einblicke in einen hier eher unbekannten Winkel Russlands gestattet: Wann spielen deutsche Filme (bzw Co-Produktionen) schon mal in Sibirien, von dem hierzulande ja tatsächlich nur das Klischee der mörderischen Winterkälte bekannt ist.
Die Geschichte ist durchaus herzig. Der deutsche Vertreter der Klamottenfirma komtm tappsig ins fremde Land und kapiert erstmal nichts. Daraus entsteht die eine oder andere Situationskomik. Nur manchmal wirkt er etwas behäbig, nicht ganz auf den Punkt, eher umschweifig.
Schön ist, dass von deutscher Seite fast jede Nebenrolle prominent besetzt ist: Katja Riemann ist dabei, ebenso Armin Rohde und Michael Degen.
Joachim Król und Vladimir Burlakov sind ein wunderbares Gespann, beide lassen sich mehr und mehr in ihr Leben schauen.
Am Ende denkt man wie Joachim Król: “Ausgerechnet Sibirien”? Ist doch ganz schön da – also, jedenfalls an einigen Ecken.

7/10

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