Tagesarchiv für 6. Mai 2012

RTZapper

WDR2 Westzeit / Der NDR2 Vormittag

Sonntag, den 6. Mai 2012
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FR 04.05.2012 | 9.05 Uhr | WDR2
FR 04.05.2012 | 10.05 Uhr | NDR2

Als Hörer von radioeins vom rbb ist man ziemlich verwöhnt, was die Qualität eines Radiosenders angeht. Ich möchte eine gute Mischung aus Wort und Musik haben. Ich möchte keinen Dudelfunk und keine Langeweile. Die verschiedenen Sender der ARD haben in der Hinsicht auch ein höchst unterschiedliches Niveau. Das merkt man bei einer Fahrt auf den deutschen Autobahnen sehr deutlich. Schon allein NDR2 und WDR2 trennen in Sachen journalistischem Niveau Welten.

Die “WDR2 Westzeit” bietet pro halbe Stunde neben den Nachrichten und dem Service in der Regel zwei Wortbeiträge. Da wird über einen Mann in den USA berichtet, der unschuldig im Knast saß, oder über anstehende Wahl in Nordrhein-Westfalen. Dazu gibt’s eine abwechslungsreiche Musikauswahl – vom Oldie bis zum aktuellen Pophit. Eine wirklich hörenswerte Mischung. Würde ich in NRW leben, wäre WDR2 wohl mein Haussender.
Nur der Werbespruch “WDR2 – Der Sender”, der ist mehr als schwach.

Und dann rollt man mit dem Auto in den Bereich des NDR. Schluss mit dem hohen Niveau. Im “NDR2 Vormittag” passiert journalistisch gar nichts mehr. NDR2 ist nur noch eine Dudelmaschine, in der zwischendurch ein Gewinnspiel zu hören ist. Braucht kein Mensch, dann legt man doch lieber eine CD ein. Es wäre schön, wenn sich der seichte NDR ein Beispiel am WDR oder am rbb nehmen würde.

Was bei NDR2 und WDR2 gleichermaßen seltsam ist: In beiden Sendern sind die Tageszeiten unterschiedlich. Im WDR2 dauert die Mittagssendung bis 15 Uhr, im NDR2 läuft die Vormittagssendung bis 14 Uhr.
Mahlzeit.

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RTZapper

Die Harald Schmidt Show: Die letzte auf Sat.1

Sonntag, den 6. Mai 2012
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DO 03.05.2012 | 23.15 Uhr | Sat.1

Das war’s. Zumindest aus dem Free-TV ist “Die Harald Schmidt Show” in der Nacht zum Freitag wahrscheinlich für immer verschwunden. In der letzten Sendung auf Sat.1 zogen Harald Schmidt und sein Team die Sat.1-Fahne im Dach des Studios 449 ein. Ab 11. September 2012 läuft die Late-Night-Show dienstags bis donnerstags beim Pay-TV-Sender Sky.

Erst am Dienstag stand fest, dass die Show am Donnerstag doch nicht die Allerletzte ist, sondern “nur” die vor der Sommerpause. Sat.1 hatte keine Lust mehr, die Show zu zeigen. Diesmal wollte man Schmidt keine Zeit mehr geben, sich von den miesen Einschaltquoten zu erholen. Nur aus Prestigegründen wollte man “Die Harald Schmidt Show” dort nicht behalten.
Bei Sky ist das anders. Es ist völlig unklar, wie viele Zuschauer so eine Show im deutschen Pay-TV erreichen kann. Auch noch nicht bekannt ist, welche Bezahlmodelle es geben wird, ob beispielsweise eine Vermarktung im Internet stattfindet.

Dass die Show so mies lief, daran ist Schmidt größtenteils selbst schuld. In den ersten beiden Wochen auf Sat.1 lieferte er im Herbst 2011 teilweise grottige, wirklich lahme Shows ab. Das hat sich inzwischen geändert. In den vergangenen Wochen gab es echte Perlen. Der Stand-up war meist wieder sehenswert. Mit Olli Dittrich, Klaas Heufer-Umlauf und Pierre M. Krause hat er sich gute Gast-Sidekicks ins Studio geholt, auch witzige Aktionen gab es immer wieder. Als sich Schmidt ein philharmonisches Orchester ins Studio 449 holte, war das seit langem mal wieder extrem beeinrdruckend.
Allerdings waren die Zuschauer trotzdem weg. Nach dem lahmen Sat.1-Beginn flüchteten die Zuseher und kehrten nicht mehr zurück. Das ist wirklich schade, denn Schmidt wird fehlen im Free-TV. Bei Sky wird er vielleicht kaum noch wahrgenommen.

Gleichzeitig geht jedoch auch der Niedergang von Sat.1 weiter. Schmidt weg. Champions League weg. Aber dafür ganz viel Müll im Programm.

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RTelenovela

Köln (2): Lauter Zeichen der Liebe

Sonntag, den 6. Mai 2012
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(1) -> 5.7.2003

Nach neun Jahren mal wieder Köln. Harald Schmidt sei Dank.
Vor dem Studio 449 in Mülheim stehen einige Leute, vermutlich Journalisten. Das ZDF ist auch vor Ort, um zu berichten, dass Schmidt von Sat.1 zu Sky wechselt. Die ZDF-Leute erkennt man am Autokennzeichen MZ-MZ.
Über dem Studio 499 weht noch die Sat.1-Fahne. Noch. Schon am Tag danach wird sie eingezogen.

Unser Hotel liegt im Zentrum von Köln, in ziemlicher Nähe vom Dom. Der Dom dient für viele Einrichtungen als echter Tourizieher. Hotel am Dom. Apotheke am Dom. Wasauchimmer am Dom. Das ist es egal, dass der besagte Dom nicht mal mehr in Sichtweite ist. Hauptsache “am Dom”.
Das Schöne am Wohnen im Stadtzentrum ist, dass man keinen Wecker braucht. Irgendwo bimmelt gerade immer eine Kirchenglocke.

Um zu den Glocken des Kölner Doms zu gelangen, muss man die eine oder andere Treppe besteigen. Lustigerweise zeigt der Pfeil am “Turmbesteigung”-Schild nach unten. Am Dom muss man eben erst nach unten laufen, um nach oben zu kommen.
Es sind weit mehr als 500 Stufen bis zur Aussichtsplattform. Da braucht man ordentlich Puste.
Eine lange, lange, lange (…) Wendeltreppe führt nach oben. Langsam und gleichmäßig laufen wir hoch. Hin und wieder gibt es kleine Flächen, wo man ein wenig ausruhen kann. Die sind dringend nötig, aber leider meistens schon durch andere Besucher blockiert.
Im Bereich der Glocken ist Zeit für eine größere Pause. Man kann einmal um die Glocken herumlaufen – ein sehr schmaler Gang führt dort herum, und ich möchte nicht wissen, wie es scheppert, wenn die volle Stunde ran ist.
Als wir oben ankommen, bin ich ziemlich fertig und ansatzweise durchgeschwitzt. Was sich besonders bei kühlem Wind gut anfühlt.
Es ist Wahnsinn, wie die Domplattform beschmiert ist. Es gibt keinen Fleck, an dem kein Gekrakel steht. Wirklich keinen. Paar verewigen sich, andere teilen mit, dass sie hier waren oder dass sie Luca und Daniele toll finden. Auch der größte Teil der Wendetreppenwand ist vollgekrakelt. Es scheint, dass es die Verantwortlichen aufgegeben haben, das wegzumachen.

Das Selbe gilt für die Hohenzollernbrücke über dem Rhein in Köln. Seit 2008 ist der Zaun, der den Fußweg von den Bahnschienen trennt, voll mit Schlössern. Paare zeigen auf diese Art ihre Liebe. Mehrere zehntausend dieser Schlösser sind dort schon befestigt. An einigen Stellen ist kein Platz mehr für Neue. Die Bahn hat es einst abgelehnt, etwas dagegen zu tun. Man sehe das mit einem lachenden Auge, so ein Sprecher. Und Köln hat eine Touristenattraktion.

Wer von der Hohenzollernbrücke wieder zum Rhein runterlaufen will, könnte von Aufpassern verscheucht werden. Ein ganzer Platz, der nicht betreten werden darf, und Schilder klären auf, warum: Unter dem Platz ist die Philharmonie. Die Schritte der Passanten seien im Konzertraum unter Umständen zu hören. Und gerade war Probe, weshalb der Platz gesperrt werden musste.
Unfassbar. Ist das Baupfusch? Wahrscheinlich ist es nur eines: bekloppt.

Bestellt man im Brauhaus ein Kölsch, dann geht es Schlag auf Schlag weiter. Ist das 0,2-Liter-Glas leer, dann kommt schon das nächste volle Glas. in Köln muss man dem Kellner mitteilen, wenn man KEIN Kölsch mehr haben möchte. Dafür braucht er auch ein paar Minuten länger, wenn man die Rechnung haben will.
Da simmer dabei, dat is prima. Viva Colonia!

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RTZapper

Gottschalk live: 66 Ideen

Sonntag, den 6. Mai 2012
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DO 03.05.2012 | 19.20 Uhr | Das Erste

Jetzt ist alles “wurschd”, wie Thomas Gottschalk es wohl selbst sagen würde. Die Einschaltquoten seiner ARD-Show sind im Keller, der Termin der Absetzung steht fest. Jetzt kann er machen, was er will. Oder was andere ihm sagen, was er will.
“Gottschalk live” kommt nun ohne prominente Gäste aus, stattdessen geht es um “66 Ideen”. Normale Leute kommen zu Gottschalk, um ihm Ideen zu präsentieren. Das Publikum wählt die beste von täglich drei aus.
Und um es ganz klar zu sagen: Es ist das endgültige Ende der Show. Nun ist “Gottschalk live” in die völlige Belanglosigkeit und totale Ödnis abgedriftet.

Nach einer fünfminütigen inhaltsfreien Vorrede – tödlich für eine Show – ging es am Donnerstag endlich los.
Eine Frau machte Reklame für ihre Jodelschule in Berlin-Kreuzberg – und sorgte mit ihrer schlimmen Jodelei für einen echten Umschaltimpuls.
Die Journalistin Beate Wedekind verwirklicht sich selbst und bringt eine Zeitschrift in Äthiopien heraus.
Ein Student aus Berlin fotografiert außergewöhnliche Zettel und will ein Projekt daraus machen.

Aber mal ehrlich: Wen interessiert das? Wer will im Vorabendprogramm so was sehen? Am Donnerstagabend war “Gottschalk live” geradezu schockierend langweilig. Die Zuschauer finden das auch, die Quoten gehen inzwischen völlig in den Keller, und Gottschalk bei diesem Niedergang zuzusehen, tut inzwischen sehr weh.
Grundy Light ist an “Gottschalk live” grandios gescheitert. Und die Ahnung- und Einfallslosigkeit, wie an der Show herumgedoktert wird, ist erstaunlich. Die Umsetzung der “66 Träume” ist jedenfalls entsetzlich.

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