Monatsarchiv für Mai 2012

ORA aktuell

Schiff mit Atommüll fährt durch Oranienburg

Donnerstag, den 31. Mai 2012
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Das Zugschiff “Edo” mit Atommüll an Bord fährt am Freitag auf dem Oder-Havel-Kanal durch Oranienburg. Es handelt sich um radioaktiven Müll aus dem seit 2005 stillgelegten Atomkraftwerk im baden-württembergischen Obrigheim, berichtet die Märkische Allgemeine am Donnerstag. Ziel des Transportes ist Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern.

Wann genau am Freitag das Schiff Oranienburg erreicht, ist noch unklar. Kommt es am späten Nachmittag an, soll es nach der Fahrt über den Lehnitzsee über Nacht an der Lehnitzschleuse anlegen.
Für den Nachmittag kündigte das Bündnis “Oberhavel stellt sich quer” an der Turm-Erlebniscity Proteste an.

RTZapper

Günter Wallraff deckt auf! Der neueste Fall des Undercover-Spezialisten

Donnerstag, den 31. Mai 2012
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MI 30.05.2012 | 21.15 Uhr | RTL

Hallo, RTL? Was ist mit euch los? Da sendet ihr eine Doku, da macht ihr Enthüllungsjournalismus, und dann hat das auch noch Niveau! Wo sind die dicken Frauen, die prollige Scheiße labern? Wo sind die tätowierten Mädels und Jungs, die ihr untertiteln müsst, weil wir doofen Zuseher sie sonst nicht verstehen, Altaaa? Wo sind die Paare, die sich anblöken?
Nichts. Gar nichts davon hatte RTL am Mittwochabend im Angebot.

Und stattdessen? Eine anspruchsvolle Doku zu einem politisch und wirtschaftlich brisanten Thema. Nicht die ehemalige Flatulenzen-Königin Vera Int-Veen machte ein betroffenes Enthüllungsgesicht, sondern Günter Wallraff. Der Unterschied: Wallraff meint es ernst.
Der Mann, der sich einst undercover in die BILD-Redaktion schlich, berichtete nun über die Paketzustellbranche. Bei der Firma GLS soll es den Fahrern finanziell nicht besonders gut gehen – und Wallraff hat sich das genauer angesehen.

Da reibt man sich echt die Augen: Zwischen all dem Dokumüll a la “Familien im Brennpunkt” und “Einsatz in vier Wänden” versteckt RTL eine echte Dokuperle. Dass das Thema nicht neu war (der NDR berichtete im vergangenen Jahr schon darüber anhand der Firma Hermes) und die Geheimniskrämerei im Vorfeld der Sendung albern wirkte, kann man da schon gern verzeihen.
Die nächste anspruchsvolle RTL-Doku folgt dann voraussichtlich 2015. Wenn der Sendeplatz nicht durch Tine Wittler, Vera Int-Veen oder Inka Bause belegt ist.

RTelenovela

Vor 20 Jahren (86): Hohen Neuendorf – Frohnau

Donnerstag, den 31. Mai 2012
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(85) -> 11.5.2012

Sonntag, 31. Mai 1992.
Der Mauerbau 1961 sorgte auch dafür, dass die Schienenwege von Berlin ins Umland getrennt wurden. Wer von Oranienburg mit der S-Bahn nach Berlin fahren wollte, musste den Umweg über den Ostring fahren. Hinter dem Hohen Neuendorfer Bahnhof lag auf der Strecke eine scharfe Linkskurve. Ganz dicht ging es am Frohnauer Funkmast vorbei – der stand schon in West-Berlin.
Die S-Bahn, die in Oranienburg losfuhr, endete in Schönefeld.

Das änderte sich am 31. Mai 1992. An diesem Tag bekam die S1 wieder die historische Linienführung: Von Oranienburg über Hohen Neuendorf nach Berlin-Frohnau und weiter ins Zentrum.
Als die erste S-Bahn von Hohen Neuendorf nach Frohnau fuhr, saßen wir drin. Und wir waren clever – denn natürlich stiegen wir schon in Oranienburg ein und saßen so in der ersten fahrplanmäßigen Bahn, die in Hohen Neuendorf nicht links abbog.

Dementsprechend war der Zug voll, sehr voll. Der Bahnsteig in Hohen Neuendorf war sogar überfüllt. Eine Kapelle spielte Musik. Der Waggon war nun ebenfalls überfüllt, aber wir hatten ja unseren Platz.
Nach einer Zeremonie, die wir im Waggon natürlich nicht mitbekamen, setzte sich der Zug in Bewegung: über die Brücke über die B96, über den ehemaligen Grenzstreifen, an der Invalidensiedlung vorbei, durch die Gartensiedlung in Frohnau. Auch der Bahnhof in Berlin-Frohnau war voller Menschen, viele stiegen zudem aus unserem Zug aus.
Unsere S-Bahn war nun ein ganz normaler Zug – und wir wollten es wirklich wissen und fuhren bis zur Endstation weiter: nach Wannsee.

Wir nutzten den schönen Sonntag und machten eine Dampferfahrt. Vom Wannsee aus ging es weiter nach Babelsberg und zur Pfaueninsel.
Als wir dann zurück in Oranienburg waren, wartete am Lindenring die nächste Überraschung auf mich: Unbekannte haben mein Fahrrad geklaut. Na, da war die Freude aber groß…

aRTikel

1992: Premiere für S-Bahn nach Frohnau

Mittwoch, den 30. Mai 2012
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Mai 1992 I -> 15.5.2012

Vor 20 Jahren: Tausende feiern in Hohen Neuendorf / Anschlag in Sommerswalde

MAZ Oranienburg, 30.5.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die zweite Hälfte im Mai 1992.

OBERHAVEL
Zwei Tage nachdem die MAZ berichtet hat, dass in die Baracken am Rande von Sommerswalde ein Asylbewerberheim mit 80 Leuten einziehen soll, legen Unbekannte dort am 16. Mai 1992 einen Brand. Mehrere Zimmer sind durch den Ruß unbewohnbar. Aber auch nach dem Brandanschlag hält der Kreis an seinem Vorhaben fest.

Die Gemeinde Beetz will das alte Schloss in Ludwigsaue verkaufen. Der Verfall schreitet voran, der symbolische Kaufpreis ist eine Mark. Für die neuen Schlossherren könnte eine Renovierung allerdings extrem aufwändig werden.

Die Einwohner von Glienicke sprechen sich mit großer Mehrheit für die Eigenständigkeit der Gemeinde aus. Fast 87 Prozent wollen, dass Glienicke sich keinem Amt anschließt. Der Kreistag stimmt allerdings zwei Wochen später dagegen. Glienicke habe zu wenige Einwohner für eine amtsfreie Gemeinde.

Auch in Germendorf kracht es gewaltig. Es gibt den Plan, gemeinsam mit Leegebruch eine Gemeinde zu bilden. Sie soll Leegebruch heißen – mit den Ortsteilen Germendorf und Gartensiedlung. Doch die Germendorfer wollen das nicht. Sowohl Alteingesessene als auch Neubürger pochen auf Tradition und Selbstbewusstsein. Germendorfs Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse kritisiert am 18. Mai 1992 den überstürzten Abschluss des Vertrages.

Das Oranienburger Gymnasium am Bahnhof hat nun einen Namen: den von Friedlieb-Ferdinand Runge. 750 Jugendliche besuchen die Schule, der Akt der Namensgebung findet am 22. Mai 1992 in der Aula statt.

Der Ausbruch eines mehrerer Banküberfälle verdächtigen Mann aus der Oranienburger U-Haft am 24. Mai 1992 wirft Fragen nach dem baulichen Zustand der Justizvollzugsanstalt auf. Der Mann war während des Hofgangs geflüchtet, selbst ein Warnschuss stoppte ihn nicht. Nun soll die Mauerkrone erneuert werden.

Das Tauziehen um die Kreisgebietsreform geht weiter. Nachdem sich Templin für einen gemeinsamen Kreis mit Oranienburg und Gransee ins Gespräch gebracht hat, will die Oranienburger SPD den Kreis Nauen ins Boot holen.

Am 31. Mai 1992 fährt die erste S-Bahn zwischen Hohen Neuendorf und Berlin-Frohnau seit dem Mauerbau. Mehr als 1000 Leute empfangen den Zug auf dem Bahnsteig. Wermutstropfen: Oranienburg verliert die durchgehende Bahnverbindung zum Flughafen Schönefeld. Die S-Bahn fährt über den Ostring nur noch bis Birkenwerder.

RT im Kino

Men in Black 3

Mittwoch, den 30. Mai 2012

“Here comes the Men in Black!” Na, diese Musik hat man doch sofort im Ohr, wenn man an den Kinofilm aus dem Jahre 1997 denkt. Dieser Song, einst gesungen und gerappt von Will Smith, kommt im dritten Teil der Alienjagdreihe nicht vor. Das ist ein bisschen schade. Genauso schade wie die Tatsache, dass diesem verspäteten Aufguss ein wenig der Pepp fehlt.

Die Erde ist in Gefahr. Mal wieder. Agent J (Will Smith) muss diesmal in die Vergangenheit – ins Jahr 1969 – zurückreisen. Dort ist nämlich sein langjähriger Kollege K (Tommy Lee Jones) kurz davor, den Fehler seines Lebens zu begehen: Er nimmt einen Außerirdischen fest. Besser wäre es jedoch, ihn zu erschießen, denn im Jahre 2012 sorgt dieser Außerirdische für den Untergang der Erde.

Will Smith (43) und Tommy Lee Jones (65) wollen es noch mal wissen. Wobei Jones ein wenig so aussieht, als habe er eine ziemlich verunglückte Gummimaske auf. Vielleicht ist das auch der Grund, warum er im Hauptteil von “Men in Black 3″ gar nicht vorkommt. Im Rückblick spielt Josh Brolin die Rolle des K, und angeblich ist er dort 29, aber eigentlich ist er so alt wie Will Smith – aber wenigstens wird diese Diskrepanz im Film auch kurz angesprochen.
Die Geschichte ist nett, hat auch einige Lacher parat. Der eine oder andere Alien wird in die Luft gejagt, dazu eine Prise Gags, und fertig ist der Lack. Doch alles in allem ist der so ziemlich ab.

6/10

RTelenovela

Automatencasino vs. Image

Mittwoch, den 30. Mai 2012
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Als das Hennigsdorfer Einkaufszentrum “Das Ziel” im Jahr 1996 eröffnete, war es das ganz große Ding für die Kleinstadt am Rande Berlins: eine Bowlingbahn, eine mexikanische Gaststätte, eine Bar, ein Kino, viele Läden.

“Das Ziel” heute ist nicht mehr wirklich ein Ziel. Wer heute durch das mehretagige Center läuft, dem stockt stellenweise der Atem. Ganze Ladenpassagen stehen leer, in vielen Ecken herrscht gähnende Leere und eine drückende Stille. Die Gaststätte steht seit Jahren leer, die Bar ebenfalls. In der mittleren Etage sind viele Läden ausgezogen. Das Kino gibt’s noch, hat aber wenig Besucher – was widerum selbst verschuldet ist angesichts der grottigen Ton- und Bildqualität, die dem Gast dort geboten wird. Manchmal hat man den Eindruck, das Kino bietet nur noch Filme in Mono an.

Neueste Nachricht: Demnächst eröffnet dort ein Automatencasino. Das wirkt dann jedoch schon wie der letzte Strohhalm. Viele Städte haben inzwischen ein Zulassungsstopp für Automatencasinos in der Innenstadt beschlossen. Im “Ziel” dagegen scheint es keine Rolle zu spielen, dass solche Geschäfte nicht gerade förderlich fürs Image eines solchen Centers sind. Aber viele andere Interessenten scheint es in Hennigsdorf ja kaum noch zu geben…

RTelenovela

Radtour (17): An der Demostrecke

Dienstag, den 29. Mai 2012
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(16) -> 25.3.2012

Das Hin und Her mit den Einbahnstraßen im Bahnhofsviertel von Oranienburg. Aktueller Stand: Die Willy-Brandt-Straße ist beidseitig befahrbar. Wer zum Louise-Henriette-Center will, muss momentan sogar durch die Willy-Brandt-Straße, denn die Zufahrt über die Lehnitzstraße ist dicht.
Wer mit dem Rad entlang der Lehnitzstraße fährt, erlebt eine herrliche Ruhe. Zumindest dann, wenn die Bauarbeiten ruhen. Die Strecke wird derzeit komplett saniert.
Aber noch etwas ist bemerkenswert: Die Lehnitzstraße ist auf beiden Seiten gesäumt von Sperrzäunen (-> Fotos). Hinzu kommen an den Übergängen weitere je zwei Zaunreihen quer über der Straße. Es sieht aus, als ob demnächst eine gefährliche Großdemo in der Stadt geplant ist.

Weiter geht es über die Sachsenhausener, Rungestraße, am Schlosspark vorbei, über die Breite Straße zur Havelstraße.
Am dortigen Lokal, der “Altstadtklause”, stehen zwar die aktuellen Angebote zu Pfingsten dran, nur leider ist ja Montag Schließtag, und da macht man auch am Pfingstmontag offenbar keine Ausnahme. Hätten sie sich die Pfingstangebote eigentlich sparen können.

Die elektronische Fahrplananzeige in der Kremmener Straße informiert darüber, dass man doch bitte die Aushangfahrpläne studieren soll. So ist das meist, aber es ist schön, dass sich die Busgesellschaft das schicke Teil zugelegt hat…

Es ist Abend, es wird schummrig, deshalb geht’s über die Grenzen der Stadt nicht hinaus – entlang des Kanals, über die Birkenallee und die Berliner Straße zurück nach Hause.