Monatsarchiv für März 2012

RTelenovela

Traumtagebuch (88): Hinhocken, mitfahren!

Mittwoch, den 28. März 2012
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(87) -> 22.2.2012

Ich habe keine andere Wahl. Ich muss mit dem Oberkrämer-Bus nach Schwante zum Bahnhof fahren.
Er kommt näher. Es ist ein alter DDR-Ikarus-Bus, natürlich im typischen Braun-Orange. Der Fahrer hat jedoch Probleme. Als der große Bus in die Haltestelle rollt, stoppt er und muss zweimal rangieren.
Ich und ein paar weitere Leute warten so lange, bis sich die Türen öffnen.

Ich frage den Fahrer, was ich denn bezahlen müsse. 5 Euro, antwortet er, und ich bin irritiert: Ob das denn nicht mehr der ABC-Bereich wäre. Aber er reagiert gar nicht auf meine Nachfrage.
Als ich weiter in den Bus laufe, bin ich überrascht. Es gibt keine Sitzplätze. Stattdessen ist der komplette Fußboden mit Wolldecken ausgelegt. Ein paar Leute haben sich hingehockt, ein Mann sitzt da mit angewinkelten Beinen.
Ich laufe nach hinten durch und hocke mich neben einen Mann, der auf dem Bauch daliegt.
Der Bus fährt los, und irgendwann kann ich gar nicht glauben, was ich hier sehe. Fast verpasse ich den Schwantener Bahnhof. Ich springe auf und schaffe es im letzten Moment, das Stopp-Knöpfchen zu drücken.

Ich wache auf und weiß, dass ich mich in letzter Teit zu oft mit Bussen in Oberkrämer beschäftigt habe…

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RTelenovela

Nach dem Crash

Dienstag, den 27. März 2012
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Es gibt Journalisten, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als darauf zu warten, dass Unfälle passieren, um dann hinzudüsen und sie abzufilmen.
Ich könnte das nicht.

Eigentlich war ich aus einem schönen Grund nach Kremmen gekommen. Mit meinem Kollegen Dietmar Ringel wollte ich in der “Knast”-Theaterkantine unsere Talkshow am 1. April besprechen.
Aber schon als ich ins Scheunenviertel abbog, sah ich in der Ferne das Blaulicht. Im “Knast” heiß es schon: schwerer Unfall. Rettungshubschrauber ist schon da. Als Journalist, der momentan auch für den Bereich Kremmen zuständig ist, musste ich dort natürlich mal vorbeischauen.
Es gehört nicht zu den besten Momenten in diesem Beruf.

Schon bald sah ich ein Autowrack auf der Straße stehen, schräg gegenüber das andere. Die beiden Autos sahen total zerschossen aus. Es musste etwas Furchtbares geschehen sein.
Am Rande der Unfallstelle traf ich einen Bekannten, er erzählte mir, dass er als Notfallseelsorger hergerufen wurde. Das passiert in der Regel, wenn es zum Äußersten kommt.

Die beiden Autos waren an den Seiten total zermalmt, der Knall muss mit einer riesigen Wucht über die Vehikel hereingebrochen sein.
So lange die Verletzten noch an der Unfallstelle waren, warteten wir ab, sie wurden zum Rettungshubschrauber getragen. Erst danach machte ich ein paar Fotos.
Der Polizeisprecher vor Ort sagte, dass die beiden Autos frontal zusammengestoßen waren. Der aus Richtung Orion kommende Wagen ist in den Gegenverkehr geraten. Drei Schwerverletzte.

Einer der anderen Presseleute filmte unablässig alles und jeden. Während ich mich mit dem Notfallseelsorger eher privat darüber unterhielt, dass diese Menschen vor einer guten halben Stunde noch nicht wussten, was gleich passieren würde, kam der Fernsehmann zu uns. Keck und leicht fröhlich sagte er zum Seelsorger: “Hey, Sie kommen mir bekannt vor, ich kenne Sie doch irgendwo her.” Der Angesprochene, irgendwie so gar nicht in guter Stimmung, antwortete eher schmallippig.
Nun ja, taktvoll geht anders, möchte man dem Kollegen zurufen.
Ich zog es vor, den Unglücksort zu verlassen. So etwas muss ich nicht jeden Tag erleben.

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RTZapper

Elton vs. Simon – Die Show: Elton kotzt

Montag, den 26. März 2012
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SA 24.03.2012 | 20.15 Uhr | ProSieben

Elton kotzt.
Vielleicht ist das ja bald der Titel einer neuen Show. Elton hat es jedenfalls schon mal probiert. In der ersten (und wohl letzten) Live-Show von “Elton vs. Simon” hat sich Elton während einer Werbepause alles noch mal durch den Kopf gehen lassen. Diverse Sportspiele und eines, in dem Unmengen Saft getrunken werden mussten, haben den ehemaligen Showpraktikanten ans Ende seiner Kräfte gebracht.

Elton hat immer gesagt, dass das Duell zwischen ihm und Simon Gosejohann nicht mehr stattfinden würde – es habe ihm viel Kraft gekostet.
Nun aber gab es am Sonnabend auf ProSieben eine Live-Ausgabe. Sie dauerte auch nicht, wie bisher, eine Stunde, sondern vier.
Es waren denkwürdige Minuten. Ein Mann, der verflucht, was er da machen muss. Ein Mann, der blass wie eine Kalkwand ist. Ein Mann, der droht, gleich kotzen zu müssen. Ein Mann, den es fast aus den Latschen gekippt hätte.
es machte zwischenzeitlich wenig Spaß, Elton leiden zu sehen. Fast hätte man meinen können, er gibt auf. Und der Ex-Handballer Steffen Kretzschmar nannte ihn vorsorglich schon mal eine “Muschi”. Aber nicht nur Stefan Raab beißt sich durch – auch Elton ist ein Stehaufmännchen und hat das Ding am Ende sogar noch gewonnen.

Schon wieder zeigte sich, wer momentan in Sachen Gameshow die Nase vorn hat: Wieder hatte ProSieben eine kurzweilige, abwechslungsreiche Spielsendung im Programm. Es war noch abgedrehter und witziger als bei “Schlag den Raab”, wo es da vergleichsweise ernst zugeht.
Elton und Simon haben sich dagegen dem Spaß verschrieben (auch wenn es bei Elton zwischendurch anders aussah). Sie mussten mit der Zunge Gegenstände erfühlen. Frontal, so dass es zu ungewollten Zungenküssen kam. Oder das Spiel, bei dem sie so lange in einer von unten beheizten Bannewanne sitzen mussten, bis es ihnen zu heiß war. Und und und.

Ob sich Elton darauf noch einmal einlässt, ist ungewiss. Es wäre aber schade. Vielleicht sollte sich Simon Gosejohann nach einem neuen Duellpartner umsehen. So eine nette Sendung kann man doch nicht so einfach wieder sterben lassen…

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RTelenovela

Ewig illegal?

Montag, den 26. März 2012
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In Eichstädt beraten die Gemeindevertreter von Oberkrämer bald ein heikles Thema: In der Gemeinde muss die Friedhofssatzung geändert werden. So berichtete das neulich der Oranienburger Generalanzeiger.
Betroffen sind Grabstellen, in denen bereits ein Toter im Sarg bestattet wurde. In diese Grabstelle darf später keine Urne mehr. So wurde es aber wohl in Oberkrämer praktiziert, aber in Brandenburg ist das nicht erlaubt.

Das scheint aber nicht nur in Oberkrämer so zu sein. Auch in Oranienburg läuft das so. Zumindest ist mein Vater im Januar des vergangenen Jahres in der Urne in einer Grabstelle beerdigt worden, in der bereits ein Sarg liegt. Allerdings ist der Sarg an der Stelle bereits mehr als 30 Jahre begraben. Vielleicht sind die Vorschriften dann schon wieder anders, weil so viel Zeit verstrichen ist.
Falls nicht, dann liegt er da wohl ewig illegal.

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RTZapper

Deutschland sucht den Superstar: Bohlen vs. Joey

Montag, den 26. März 2012
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SA 24.03.2012 | 20.15 Uhr | RTL

Verstehe einer die Jury bei “Deutschland sucht den Superstar”. Erst suchen sie sich ihre Kandidaten für die Liveshows aus, dann machen sie sie nieder und werfen ihnen vor, in der Show falsch zu sein. Oder sind Dieter Bohlen und seine Kollegen einfach nur Heuchler? Oder gehört das zur Show?

Als am Sonnabend Joey Heindle in der RTL-Castingsause den Song “Love is in the Air” sang, verließ Dieter Bohlen das Studio. Der große Aufreger. Er wolle Joey nicht weh tun, sagte er danach. Auch Natalie Horler teilte dem jungen Mann mit, dass er eigentlich in dieser Castingshow nichts zu suchen habe.
Aber Moment mal: Wer hat denn eigentlich die 16 Kandidaten ausgesucht, die angeblich die besten des Jahrgangs waren? Wer hat denn gesagt: Du darfst in die Liveshows? Das waren doch Dieter Bohlen, Natalie Horler und auch Bruce Darnell. Und genau die sagen Joey Heindle nun, er sei fehl am Platz?
Was für Heuchler.

Joey Heindle ist in der Tat kein besonders guter Sänger. Aber er ist sympathisch, vielleicht ist das auch der Grund, warum ihn die Zuschauer trotzdem weiterwählen.
Wenn Dieter Bohlen aber sagt, dieser Joey sei zu schlecht für die Show, dann muss sich der Poptitan mal an die eigene Nase fassen. Ihn erst auswählen und ihn dann niedermachen – das ist einfach nur arschig.

Allerdings – zuzutrauen ist Bohlen und RTL angesichts der relativ miesen DSDS-Quoten alles – könnte das alles auch nur Show sein, die Provokation eines Skandals, Teil einer Seifenoper.
Wirklich schön wäre es, wenn Joey und Co. sich einfach mal auf die Bühne stellen würden und dem Bohlen ins Gesicht sagen, was für ein … er doch doch ist.

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RTZapper

Werbung: Profilcare

Sonntag, den 25. März 2012
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SA 24.03.2012 | 13.10 Uhr | Sport 1

Du warst mal wieder total besoffen und hast ein Foto von dir bei Facebook reingestellt? Und du bist zu doof, um zu begreifen, dass das eventuell nicht so gut für dein Image ist? Dann gibt es jetzt etwas für dich: Eine Firma, die dir den Tipp gibt, dass das Foto, auf dem du besoffen bei Facebook zu sehen ist, eventuell nicht so gut für dein Image ist.

Es ist doch immer wieder schön zu sehen, womit man heutzutage sein Geld verdienen kann.
Im Zuge der Einführung der Chronik bei Facebook wird mal wieder verstärkt darüber diskutiert, was man alles über sich veröffentlicht. Zu recht, denn in der Tat muss man sich manchmal wundern, was die Leute von sich für Fotos zeigen.
Nun aber gibt es sogar Firmen, die anbieten, die Internetaccounts zu durchforsten und Bescheid zu geben, wenn da was Schlimmes ist. Schlimm genug, wenn die Leute das nicht selbst wissen.
Natürlich kostet der Spaß, diese Beratung (oer was immer das ist) einiges. Ein ensprechender Werbespot lief am Sonnabendmittag auf Sport 1.
Wenn man allerdings so weit ist, darüber nachzudenken, ob bei Facebook und Co. “ungünstige” Dinge von mir zu sehen sind – wozu braucht man dann noch so eine Firma?

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RTelenovela

Radtour (16): Auf Empfehlung des Bürgermeisters

Sonntag, den 25. März 2012
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(15) -> 18.3.2012

Am Freitag fragte ich Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke auf einem Pressetermin, ob er einen Lieblingsort an der Havel hätte. Und er erzählte mir von einem Weg entlang der Havel zwischen Sachsenhausen und Fichtengrund. Dort sei es unheimlich schön. Ich sagte, ich würde mir das ansehen.
Gesagt, getan.

Doch bevor ich diesen Weg erkundete, gab es für mich wieder ein neues Stück Heimat zu entdecken. In der Reihe “Stellen in Oranienburg, an denen ich noch nie war”: die hintere Liebigstraße und das hintere Mühlenfeld.
Ich wusste lange gar nicht, dass es von der Liebigstraße einen zweiten Teil gibt. Er geht nördlich von der Rungestraße ab und ist erst seit dem vergangenen Jahr saniert. Am Ende der schmalen Straße ist das Mosaik-Gymnasium. Den Mühlenfeld entlang – zwischendurch ist die Straße für Autos gesperrt – gelangt man zur Heidestraße, von dort aus übers Kopfsteinpflaster zur Sachsenhausener Straße.

Der Weg, den Laesicke meint, beginnt an der Chausseestraße in Sachsenhausen. An der zweiten Schleusenbrücke von Oranienburg kommend, steht ein Schild, das auf den KZ-Todesmarsch hinweist.
Dort beginnt ein schmaler Weg, eigentlich ist es nur ein Trampelpfad. Über eine schmale Brücke geht es weiter Richtung Fichtengrund.
In der Tat: Es ist die pure Idylle. Abseits von Sachsenhausen wird es ganz ruhig, nur ein Mann steht am Ufer und schaut irgendwohin. Dann: niemand mehr.

Der Weg ist schmal und holprig, an einigen Stellen sogar leicht matschig. Es wundert mich ein bisschen, dass der Bürgermeister hier entlang Radtouren macht. Die Gegend ist herrlich, der Weg – nun ja. Vielleicht bekommen wir dort ja irgendwann mal einen Radweg.
Weitere schmale und nach unten durchsichtige Brücken führen über die diversen Havelarme.
Links und rechts der Havel ist weites Feld. Auf dem Wasser schwimmt eine Ente, die mit großen Getöse immer wieder ein Stück weiter fliegt – sie folgt mir mehrere Minuten lang.

In Fichtengrund biegt der Weg in eine Wohngegend ab. Vermutlich ist Laesicke dort auch abgebogen.
Ein schmales Weglein führt jedoch weiter an der Havel entlang.
Rechts des Pfades sind nun Wassergrundstücke, auf denen sogar Leben herrscht an diesem sonnigen Sonnabendnachmittag.
Der Weg wird schmaler, enger, jetzt kommen noch Sträucher dazu. Wieder einmal befinde ich mich auf einer Safari. Keine Ahnung, wo ich ankommen werde.
An einer Stelle wird der Weg matschig. So matschig, dass mein Hinterrad durchdreht. In der Ferne rauscht der RE5 auf dem Bahndamm vorbei.

Und ich erreiche wieder Zivilisation. An einer Bahnbrücke, vor der das Friedrichsthaler Ortsschild steht, geht auch der Havelpfad nicht mehr weiter.
Ich fahre in den Ort rein, am ehemaligen Bahnhof (Fichtengrund?) vorbei, rein ins Dorf.
In der Bahnhofstraße stehen lauter noble Häuser, um so weiter es in den alten Dorfkern geht, desto älter werden auch die Häuser. An der Bahnhofstraße sieht man ganz gut, wie sich das Dorf nach und nach in Richtung Bahntrasse ausgedehnt hat.
Hunde scheinen in Friedrichsthal ein echtes Problem zu sein. An einem der Grundstücke steht ein Schild: “Das ist ein Weg für Fußgänger und kein Hundeklo!” Scheint was zu bringen, zumindest liegt kein Häufchen davor.

Ich fahre durchs Dorf zum Radfernweg am Oder-Havel-Kanal. Oft beschrieben, immer wieder schön!
Kurz vor der Klinkerhafenbrücke ist auf dem Radweg noch immer das Würfelspiel auf dem Asphalt – offenbar wurde es sogar nachgebessert. es ist wieder besser zu entziffern als noch im vergangenen Herbst.

Der Radweg entlang des Lehnitzsees endet an der Oranienburger Wörthstraße und führt in eine Radwegkatastrophe. Die Heidelberger Straße ist für Radler das Grauen. Kopfsteinpflaster. Der Fußweg ist auch im Eimer. Da besteht – der Teil gehört immerhin zum Radfernweg Berlin-Kopenhagen – ganz dringender Handlungsbedarf.

Zum Schluss ging es aber noch einmal auf Entdeckungsreise. Zwischen Falkennest-Kita und der Beachhalle vom Turm beginnt ein weiterer schmaler Weg. scahde, dass der nicht ausgebaut ist.
Er führt hinter der Turm-Erlebniscity und dem Sportplatz entlang. Man sieht, dass hinter dem Turm auf dem Gelände lauter hässlicher Schrott liegt. Ein Stücl es Weges riecht es nach Chlorwasser aus dem Spaßbad.
Zum allerersten Mal auf meinen Radtouren landete ich dann in einer Sackgasse. Denn ein Geländer versperrte unter der Lehnitz-Eisenbahnbrücke den Weg Richtung Kanal-Havel-Gabelung. ich drehte um und kam am Fußballplatz an, wo offenbar gerade ein Spiel endete. Keine Ahnung, wer gewonnen hat, aber die Leute waren gut drauf…

-> Fotos

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