Tagesarchiv für 17. März 2012

RTZapper

Die Probe

Samstag, den 17. März 2012
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FR 16.03.2012 | 0.00 Uhr (Sa.) | NDR fernsehen

Bettina Tietjen steht im Stau.
Das jedenfalls war die Version der Geschichte, die die Zuschauer im Studio des NDR erfuhren. Sie waren gekommen, um sich eine Gesundheitsshow anzusehen. Aber weil die Tietjen nun mal noch nicht da war, musste der Anheizer gemeinsam mit dem Studiopublikum die Show proben.

“Die Probe” hieß eine Sendung, die am späten Freitagabend im NDR fernsehen lief. Es war eine Art versteckte Kamera – nur dass die Kameras nicht versteckt waren.
Fünf Leute aus dem Publikum mussten die Gäste ersetzen und spontan improvisieren.
Ein Mann musste einen Fitnessdrink mixen. Eine Frau zeigte Yoga-Übungen. Ein anderer musste sich als Schlagerstar eine Geschichte ausdenken, wie er auf dem Jakobsweg seine Stimme wiederfand.

Gehen wir mal davon aus, dass der NDR bei der Sendung nicht gefaked hat. Es war unterhaltsam! Die fünf spontan rausgefischten Kandidaten waren nach anfänglicher Skepsis sehr spontan und lustig und haben bei der Geschichte mitgemacht.

Erst ganz am Ende erfuhren sie, dass weder Bettina Tietjen kommen, noch die Aufzeichnung der Fitnessshow beginnen würde.
Was passiert ist, als das Publikum im Studio das alles erfahren hat, hat uns der NDR aber leider nicht gezeigt. Ein Moderator hat es nur kurz erzählt.
Ein fetter Wermutstropfen! Die Auflösung der Situation hätte unbedingt dazu gehört. Oder fand es das Publikum gar nicht witzig, so verarscht worden zu sein? Ich jedenfalls wäre sehr enttäuscht gewesen, dass ich nur für “Die Probe” ins Studio gekommen bin. Aber vielleicht musste das Studiopublikum ja wenigstens keinen Eintritt zahlen…

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RTelenovela

Knöllchen mit total wertvollen Hinweisen

Samstag, den 17. März 2012
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Jetzt wird es Zeit, mal Danke zu sagen.
Also: Danke! Danke, liebe Oranienburger Stadtverwaltung!

Demnächst verteilen die Oranienburger Politessen nämlich völlig neu gestaltete Knöllchen. Auf der Rückseite steht in Zukunft, wo sich denn die Oranienburger Parkplätze befinden.
Dass das völliger Unsinn und fast schon ein zynischer Arschtritt ist, das ist wahrscheinlich niemandem aufgefallen.

Denn wann bekommt man ein Knöllchen in der Regel?
Erstens: Wenn man sich auf einen Parkplatz gestellt hat, der einen Parkschein erfordert und nicht gezahlt hat.
Zweitens: Wenn man die Parkzeit überschritten hat.
Drittens, aber das kommt (jedenfalls bei mir) seltener vor: Wenn man dort parkt, wo es gar nicht erlaubt ist.

Wenn ich in Oranienburg ein Knöllchen bekomme, dann meist deshalb, weil ich die zwei Stunden Parkdauer überschritten habe. Stichwort: vergessen.
In Zukunft finde ich also auf der Rückseite des Knöllchens Hinweise, wo sich denn in Oranienburg Parkplätze befinden.
Was bitte soll ich mit dieser Info anfangen?

Sinnvoller wäre es, die speziellen Knöllchen nur an Park- und Halteverbotssünder zu verteilen. Wobei die bestimmt selber wissen, dass sie was falsch gemacht haben. Noch sinnvoller wäre übrigens der Hinweis, aufs Knöllchen zu schreiben, wie viel ich wohin zahlen muss. So wird in es anderen Kommunen praktiziert. So wird gespart, denn es entfällt mindestens ein Brief, den der Knöllchenbesitzer Tage nämlich erst Tage später bekommt.

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RT im Kino

Die vierte Macht

Samstag, den 17. März 2012

Gerade wurde in Russland Wladimir Putin mal wieder zum Präsidenten gewählt. Es heißt, es ging bei der Wahl nicht alles mit rechten Dingen zu. Überhaupt geht in Russland einiges nicht mit rechten Dingen zu.
Dennis Gansels Film “Die vierte Macht” scheint da gerade zur richtigen Zeit ins Kino zu kommen.

Der Journalist Paul Jensen (Moritz Bleibtreu) kommt von Berlin nach Moskau. Beim einem russischen Boulevardmagazin soll er die Klatschseiten füllen. Der Fotograf Chris (Max Riemelt) zeigt ihm die Partys, auf denen sich die Society rumtreibt.
Doch sehr schnell merkt er, dass das Arbeiten für ihn in Russland nicht so frei ist, wie er es aus Deutschland kennt. Direkt vor seinen Augen wird ein Journalist erschossen, er kritisch berichtete. Die Notiz zu diesem Mord im Kltachsteil der Zeitschrift bringt ihrem gehörigen, lebensgefährlichen Ärger ein.
Er lernt die schöne Katja (Kasia Smutniak) kennen. Als die bei einem Bombenanschlag ums Leben kommt, kommt Paul in den Knast. Der Vorwurf: Terrorismus.

Nach “Napola”, “Die Welle” und dem (leider gefloppten) Vampirfilm “Wir sind die Nacht” meldet sich Regisseur Dennis Gansel nun mit einem Terrorismusthriller zurück. Sein Film ist politischer Sprengstoff, zeigt er doch, wie unfrei das Leben in Russland ist. Er stellt die Theorie auf, dass terroristische Anschläge in Wirklichkeit dazu dienen, neue Anti-Terrorgesetze im Land einzuführen.
Der Thriller beginnt so auch sehr stark, der Zuschauer wird schnell in den Bann gezogen, die Ereignisse überschlagen sich. Moritz Bleibtreu spielt den Journalisten, der in die Mühlen russischer Politik gerät, hervorragend. Dennoch zieht sich die zweite Hälfte ziemlich dahin, auch fehlt ein bisschen die Konsequenz. Jansen bemüht sich um die Enthüllungsstory, aber kommt nicht dazu. Das Ende ist recht nüchtern und wird ausgrechnet in der Schlussszene selbst von Dennis Gansel ruiniert, der sich dort eine ziemlich dämliche Minirolle reingeschrieben hat. Damit ruiniert er auch noch die Stimmung, die die letzten Miniuten verbreiten sollten. Ziemlich unclever, leider.
“Die vierte Macht” ist leider Gansels bislang schwächster Film.

6/10

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