Tagesarchiv für 13. März 2012

aRTikel

Moment mal: Gegen den Trend

Dienstag, den 13. März 2012
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Das Landleben boomt, doch der Bauernmarkt geht pleite, wundert sich RT

MAZ Oranienburg, 13.3.2012

Dem Oberhavel-Bauernmarkt in Schmachtenhagen droht das Aus. Das ist eine Meldung, die so völlig abseits jeglicher aktueller Trends steht.
Das Landleben boomt. Erlebnisbauernhöfe erleben einen großen Zuspruch. Nur in Schmachtenhagen scheint das nicht (mehr) zu funktionieren. Dabei hat der Niedergang nicht erst im Oktober 2011 begonnen, als der damalige Geschäftsführer mit den kompletten Einnahmen eines Wochenendes stiften ging. Es gab Durchhalteparolen, Siegfried Mattner, der Mitbegründer des Oberhavel-Bauernmarktes, kam aus dem Ruhestand zurück und versuchte, zu retten, was zu retten ist.

Doch die Besucherzahlen gehen zurück, seit Monaten ist auf dem Bauernmarkt von Modernisierungen nicht mehr die Rede, wirklich neue Ideen bleiben aus, der Hof und die Tenne wirken an vielen Stellen runtergekommen. Die Kosten können inzwischen nicht mehr gedeckt werden, und dann kommt auch noch ans Licht, dass der neue Mehrheitseigner als nicht sehr seriös gilt. Eine Kreditauskunft hätte das von Anfang an ans Licht bringen können.

Falls es im Herbst 2011 seitens aller Beteiligten wirklich das Ziel war, den Oberhavel-Bauernmarkt zu retten, dann ist dieser Plan bislang gründlich schiefgegangen.

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RTelenovela

Brüssel (1): Ungebetener Zimmerbesuch um 2 Uhr nachts

Dienstag, den 13. März 2012
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Für meinen ersten Besuch in Brüssel, hat man sich etwas Besonderes einfallen lassen. Als unser Flugzeug die belgische Hauptstadt ansteuerte, flog parallel von uns ein weiteres Flugzeug. Es steuerte die zweite Landebahn an. Wir flogen bereits über ein besiedeltes Gebiet. Was muss das für ein Lärm sein, wenn zwei Flugzeuge nebeneinander darüber hinwegfliegen? Wir landeten fast zeitgleich mit dem anderen Flieger in Brüssel.

Es ist nicht ganz das erste Mal, dass ich in Belgien war. Im Jahr 1995 bin ich zumindest schon zweimal durchgefahren – als wir mit dem Bus nach England und zurück unterwegs waren. Die hellbeleuchteten Autobahnen haben uns damals schwer beeinruckt. Auch 2012 soll das nicht anders sein. Belgien muss es finanziell gut gehen, wenn sich das Land so einen Irrsinn leisten kann.

Eine Kollegin erzählte mir schon vorher von ihrem Brüssel-Horror. Sie sei mit dem Taxi vom Flughafen ins Zentrum gefahren. Das habe sie 43 Euro gekostet. Sie habe nämlich den Fehler gemacht, mit einem Taxi zu fahren, das höhere Preise nimmt – da scheint es zwei verschiedene Unternehmen zu geben.
Aber egal – ich nahm den Bus. Mir wurde ja vorher schon per SMS gesagt, welchen Bus ich nehmen soll und bis wohin.
Gar kein Problem: Für schlappe 3,50 Euro kommt man mit dem Bus bis ins Zentrum.
Vorbei geht’s auch am ARD-Europastudio, das eine ähnliche pompöse Leuchtreklame hat wie am Hauptstadtstudio in Berlin.

Mein Ziel war der Gare de Luxembourg, wo ich dann auch bald schon empfangen wurde. Unser Hotel lag unweit davon.
Wir leisten uns ein Fünf-Sterne-Hotel. Also, fünf Sterne im Ranking der HRS-Internetseite. Für 39 Euro pro Person und Nacht kann man das schon mal machen.
Allerdings: Die Sache mit den fünf Sternen haute nicht so wirklich hin. Bei fünf Sternen muss der Luxus schon sehr luxuiös sein. Aber dafür war das Bad recht poplig, es gab keine Bademäntel oder Schlappen.
Das wäre eigentlich wurscht – nur eben nicht bei fünf Sternen. Auf das Frühstück im Hotel haben wir verzichtet. Es kostet läppische 20 Euro und mehr – pro Person und Tag. Im Bistro gegenüber gab’s das für 7 Euro – und sicherlich nicht sehr viel schlechter. Aufs Internet im Hotel haben wir auch verzichtet – die Preise dafür waren atemberaubend. Aber ich hatte mein Laptop sowieso nicht mit (!).

Wir bummeln durchs abendliche Brüssel. Am Rande des Gare de Luxembourg stehen zwei Teile der Berliner Mauer. Eines davon zeigt den darauf gemalten John F. Kennedy. Wir rätseln darüber, ob das Original ist oder später erst draufgemalt wurde. Ich glaube ersteres. Die Schenker werden schon gewusst haben, warum sie gerade das Mauerteil in Sichtweite zum europäischen Parlament aufstellen.
Ansonsten stelle ich fest, dass wir einen Fehler gemacht haben: Wir laufen am Hotel “The Hotel” vorbei. Wenn man sich schon “THE Hotel” nennt – das muss ja was ganz Besonderes sein.

Und dann: der Schock.
Das Ereignis zeigt uns, dass unser Hotel ebenfalls etwas ganz Besonderes ist.
Es ist ungefähr 2 Uhr mitten in der Nacht. Vielleicht auch später, vielleicht auch früher. ich bin noch wach, döse vor mich hin. Neben mir sind die Lichter schon lange aus, der Atem geht regelmäßig.
Es rumpelt an unserer Tür. Stimmen. Es rumpelt nochmal. Jemand klopft. Ich nehme das erst gar nicht so ernst, es könnte auch an der Tür nebenan sein. Jemand meckert, eine Männerstimme. Eine Frau muss auch dabei sein. Es rumpelt wieder an der Tür, die Türklinke geht. Dann macht es Peng – und es ist klar, dass sich jemand Zutritt zu unserem Zimmer verschafft hat.
Wir machen uns bemerkbar. “Hallo??” Jetzt fällt wohl auch den anderen auf, dass da irgendwas schiefgegangen sein muss.
Aber es scheint ja dann doch ziemlich einfach zu sein, in die Zimmer dieses… hüstel… Fünf-Sterne-Hotels einzubrechen.
Ich fasse mir an den Kopf, ein bisschen lachen muss ich auch. Was für ein Schock. Und ich kann behaupten: So etwas habe ich nun wirklich noch nie erlebt.

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