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Die Freunde der Mutter Beimer

Marie-Luise Marjan war gestern in der Oranienburger Orangerie zu Gast

MAZ Oranienburg, 5.3.2012

Die 71-jährige „Lindentraße“- Schauspielerin stellte am Sonntag ein Buch vor, in dem es um das Thema Freundschaft geht.

ORANIENBURG
Marie-Luise Marjan hat genau 61 Freunde. So viele Menschen sind es nämlich, die sich an ihrem Buch über Freundschaften beteiligt haben. Gestern Nachmittag las die 71-jährige Schauspielerin, bekannt als „Mutter Beimer“ aus der ARD-„Lindenstraße“, in der Oranienburger Orangerie daraus vor.

„Freundschaft ist etwas, was ein Leben lang halten kann“, sagte sie im halb gefüllten Saal. „Liebe vergeht, aber Freunde können uns bis ins hohe Alter begleiten.“ Als sie die Idee für ihr Buch hatte, da fragte sie in ihrem Freundes- und Kollegenkreis, was sie mit dem Wort „Freundschaft“ verbinden. „Da staunt man, welche unterschiedlichen Facetten es bei diesem Thema gibt“, so Marie-Luise Marjan. So könnten sich zwei Frauen oder auch zwei Männer oder ein Mann und eine Frau anfreunden. Aber auch der Hund oder sogar ein Gegenstand könnten durchaus so etwas wie ein Freund sein.
Marie-Luise Marjan trat gleich mal den Beweis an, in dem sie eine Geschichte vorlas, in dem ein Mann am Strand der portugiesischen Küste seine Brille verloren hat. Die einseitige Abhängigkeit von der Brille mache den Gedanken an den Verlust dieses Gegenstandes zu einem erschreckenden Moment.

Die Schauspielerin wirkt seit 1985 in der „Lindenstraße“ mit. Als Mutter Beimer musste sie sich mit den Kinderkrankheiten ihres jüngsten TV-Sohns, ihrem „Hase“, beschäftigen, mit ihrem fremdgehenden Ehemann Hans und in der aktuellen Geschichte mit der Entführung ihrer Enkelin. Zur Lesung gestern kamen übrigens auch die „Lindenstraße“-Stars Susanna Capurso (in der Serie Sabrina Scholz) und Philipp Sonntag (Adolf Stadler). Marjan wirkte aber unter anderem auch im Fernsehfilm „Smog“ (1972) und in der ARD-Serie „Eigener Herd ist Goldes wert“ (1984) mit und lieh in den „Shrek“-Filmen Königin Lillian ihre Stimme.

Dass sie hin und wieder auch gern singt, bewies sie gestern in der Orangerie. Gemeinsam mit dem Publikum besang sie die „Tulpen aus Amsterdam“. Untersützt wurde Marie-Luise Marjan von Carlos Knappe, einem jungen Pianisten von der Oranienburger Musikschule, sowie dessen Lehrerin Irina Schulz. Sie umrahmten mit ihren Klavierstücken des Leseprogramm.

Zu den Höhepunkten gestern Nachmittag zählte die Freundschaftsgeschichte von Schauspieler Bill Mockridge (Erich Schiller in der „Lindenstraße“). Marjan las, wie er auf dem Flughafen in Toronto einen alten Freund traf und sie sich daran erinnerten, wie sie sich im Alter von 15 Jahren in einem Puff ein Tattoo haben stechen lassen. Über diese und weitere Storys lachte das Oranienburger Publikum und spendete einen herzlichen Applaus.

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