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Erregte Heimatkunde

Hennes Bender begeisterte die Zuschauer in der „Tiefsten Provinz“ in Kremmen

MAZ Oranienburg, 25.2.2012

KREMMEN
Hennes Bender kennt in Oberhavel nur Kremmen. Schon zum dritten Mal war er am Donnerstag in der Stadt, das zweite Mal trat er im Theater „Tiefste Provinz“ auf. An Kremmen fahre man ja sehr gerne vorbei, sagte er. Entsprechend logisch war dann auch seine Frage: „Oberkrämer? Wo ist dat denn?“ Bender wollte von den Gästen wissen, wo sie denn überall herkommen. „Löwenberger Land? Habt ihr keine Städte?“, fragte er und erntete die Lacher des Publikums im ausverkauften Theater.

„Erregt“ war er, der Hennes. So jedenfalls heißt sein aktuelles Bühnenprogramm. So ging es um die Wutbürger, die im vergangenen Jahr die, wie der 44-jährige Bochumer sagte, Diktatoren in Ägypten, Libyen und Baden-Württemberg abgewählt haben.

Er sei ein bisschen auseinandergegangen, meinte er entschuldigend. „Aber das hat einen ernsten Hintergrund“, sagte er. „Ich habe aufgehört zu rauchen.“ Nach dem Applaus des Publikums schob er nach: „Ich habe aber auch vorher nicht geraucht.“ Er merke mit seinen 44 Jahren aber schon deutlich, dass sich das Alter bemerkbar mache. „Ich bin wetterfühlig geworden“, erzählte er. „Ich merke, wenn der Wind sich dreht.“ Auf seinen 42. Geburtstag vor zwei Jahren habe er sich eigentlich total gefreut, aber dann hatte er ausgerechnet an diesem Jubeltag einen Gichtanfall im Fuß.

Hennes Bender sprach in den gut zwei Stunden extrem kurzweilig über gesellschaftspolitische Missstände, regte sich über die katholische Kirche auf, über Facebook und die, wie er sie nannte, I-Phone-Wichser.
Bender scheint gern nach Kremmen zu kommen. Er freut sich, „dass es hier so einen Laden gibt“ und bezeichnete die „Tiefste Provinz“ als eine der schönsten und erhaltenswerten kleinen Bühnen Deutschlands.

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