Tagesarchiv für 19. Februar 2012

RTZapper

RTL-Boxen: KlitschK.O. – Die Abrechnung

Sonntag, den 19. Februar 2012
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SA 18.02.2012 | 22.10 Uhr | RTL

“Ich seh in dein Herz, sehe gute Zeiten, schlechte Zeiten…”
Am Sonnabend strahlte RTL eine Extra-Folge seiner Seifenoper aus. Allerdings war sie getarnt als Boxübertragung, damit mehr Leute einschalten als bei der Dailysoap.
In den Hauptrollen: Die Boxer Dereck Chisora, Vitali und Wladimir Klitschko. In den Nebenrollen der Boxer David Haye und die Reporter Kai Ebel und Florian König.

Die Handlung war durchaus spannend. Vitali Klitschko und Dereck Chisora sollten gegeneinander boxen. Schon beim Wiegen kam es zum Zwischenfall. Chisora ohrfeigte Klitschko.
Beim Kampfabend selbst folgte Teil 2: Chisora pokerte und verzögrte den Kampf. Er zog sich die Handschuhe nicht an, verweigerte Kai Ebel den Gang in seine Kabine. Wladimir Klitschko war auch ganz schön böse.
Zwischendurch eröffnete Boxer David Haye einen Nebenhandlungsstrang (jede Geschichte braucht zwei Erzählstränge). Er forderte Vitali Klitschko mal wiede zum Kampf auf, aber angeblich zahlt er nicht gut und meldet sich nun nicht mehr. Oder so ähnlich, wer weiß das schon so genau.
Florian König peitscht in der Zeit die RTL-Zuschauer und die in der Halle an. Sagt, dass das ja so gar nicht geht, dass er das ganz schön doof findet, was Chisora da abzieht, und dass der Vitali ihn ja gleich ordentlich vermöbeln würde.
Unterdessen beginnt der Kampf dann doch, man muss Chisora festhalten, man halt wohl Angst, dass er Klitschko schon vor dem Gong eine gongt.
So kommt’s dann aber nicht. Chisora verliert zwar, schlägt sich aber sehr viel besser, als alle dachten.

12,88 Millionen Zuschauer verfolgen diese als Boxkampf getarnte Seifenoper. Dass sich Haye und Chisora auf der anschließenden Pressekonferenz prügelten, dass Chisora danach festgenommen wurde – das sehen wir dann in der nächsten Folge.
Und am 3. März folgt das nächste GZSZ-Special: “KlitschK.O. – Das Versprechen!”

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RTZapper

rbb: Berlin und der BVG-Streik

Sonntag, den 19. Februar 2012
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SA 18.02.2012 | rbb / radioeins

Beim rbb war am Sonnabend alles so gut vorbereitet: Der Sender schickte seine Reporter raus. Für die Primetime wurde bereits am Freitag ein “rbb spezial” angekündigt.
In Berlin streikte am Sonnabend die BVG. Die allermeisten Busse fuhren nicht, ebenso die U-Bahn. Der rbb bereitet sich auf ein großes Chaos vor.

Dummerweise blieb es aus.
Am Sonnabend berichtete radioeins in seinen Nachrichten vom Streik. Reporter in Berlin fanden aber niemanden, der so Panik ausbrechen oder mal so richtig wütend sein wollte. Stattdessen riefen sich viele Leute ein Taxi (dafür ist das Geld also doch noch da). Fans von Hertha BSC spazierten vom Umsteigebahnhof zum Olympiastadion.
Die Berliner blieben gelassen.

So kam es, dass der rbb sein neu ins Programm geschobenes “rbb spezial” wieder aus dem Programm strich. Die Berliner waren einfach zu ruhig, um den Verkehr ins echte Chaos versinken zu lassen.

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Berlinale 2012 – Die Bärenverleihung

Sonntag, den 19. Februar 2012
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SA 18.02.2012 | 19.00 Uhr | 3sat

Es gab eine Zeit, da waren die Eröffnungs– und Abschlusszeremonien bei der Berlinale immer eine eher peinliche Angelegenheit.
2012 war das ganz anders, und daran hatte Anke Engelke einen nicht unerheblichen Anteil.

Die Berlinale-Shows, die auch auf 3sat übertragen werden, sind irgendwie ganz anders als andere Preisverleihungen. Wenn Anke Engelke auf die Bühne kommt, dann macht sie das totel locker. Sie witzelt mit Festivalchef Dieter Kosslick herum, fordert ihn zum indischen Tanz auf. Sie witzelt am Sonnabendabend mit Jake Gyllenhaal, dass sie die Verlobung auflösen wolle. In der Eröffnungsshow vergangene Woche warf sie ihm vor, dass niemand seinen Namen aussprechen könne.
An anderer Stelle fragte Anke, ob denn Politiker im Saal seien. Protokollarisch müssen die nämlich aufgerufen werden, aber das habe man ihr diesmal verboten (wegen der Wulff-Debatte?). Es hat sich aber keiner gemeldet, obwohl die Kamera beispielweise Claudia Roth einfing.
Ein Jurymitglied fragte Anke, wie denn die Band hieß, bei der die Frau mal gespeilt habe.
Und so weiter.

Man muss es nicht sympathisch finden, wie Anke Engelke diese Zeremonien wuppt. Aber man kann, denn sie schafft es, die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit zu finden. Und ich finde das sehr gelungen. Mir macht es Spaß, Anke zuzusehen, wie sie den Saal aufmischt.
2013 bitte wieder!

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RTZapper

News spezial: Trauer um Whitney Houston

Sonntag, den 19. Februar 2012
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SA 18.02.2012 | 17.05 Uhr | n-tv

Das Phänomen ist bekannt: Wenn man ewige Minuten lang Smalltalk machen muss, dann kommt da extrem viel Stuss raus. Beim Nachrichtensender n-tv haben das die Moderatoren, Reporter und Experten am Sonnabendnachmittag sehr eindrucksvoll bewiesen.

In Newark fand in einer kleinen Baptisten-Kirche die Trauerfeier für Whitney Houston statt. Die Angehörigen wollten keinen großen Medienrummel, und deshalb gab es in der kompletten Kirche nur eine einzige Kamera. Außerdem durften die Journalisten auch nur aus größerer Entfernung berichten.
Eine geschlagene Stunde vor der Zeremonie ging n-tv bereits mit der Sondersendung on Air. Viel Zeit, um mal so richtig schön im Dreck zu wühlen.

Ist denn der Ex-Mann auch bei der Feier? Und könnte es sein, dass der Schuld hat am Tod von Whitney Houston? Ja, könnte sein, so die Moderatorin. Und sind denn die Fahnen auf Halbmast? Macht man das bei einer, die Drogen genommen hat? Und war es vielleicht doch Selbstmord? Kann man das vielleicht doch nicht ausschließen?

So tauschten sich die n-tv-Leute unmittelbar vor der Trauerfeier über die Umstände des Todes der Sängerin aus.
Der Chefredakteur der Bravo durfte – zugeschaltet aus München – auch seinen Senf zu Houston dazugeben. Er glaubt, dass sie sich eventuell doch umgebracht haben könnte. Als ob jemand irgendwelche Schwurbeleien vom Bravo-Chef hören wollte.

Wenn nicht irgendwann doch die Trauerfeier in Newark begonnen hätte, dann hätten sich die n-tv-Leute wahrscheinlich noch darüber ausgelassen, was Whitney eventuell zuletzt gegessen und ob sich sich vielleicht daran verschluckt hat. Kann man ja mal drüber reden…

Die Trauerfeier selbst war übrigens auch eher befremdlich. Die Sänger und Sängerinnen schrien ihre Gospelsongs derart in den Raum, dass man meinen konnte, sie wollten Whitney damit wieder aufwecken.
Die arme Frau. Lasst sie jetzt mal ruhen.

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RTelenovela

Lila Preise

Sonntag, den 19. Februar 2012
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Unsere Bäcker in der Region werden momentan nach und nach lila gefärbt. Mit Schokoladenprodukten hat das allerdings nichts zu tun. Viel mehr damit, dass sich zwei Firmen aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zusammengeschlossen haben. Die Bäckereiketten Dahlback und Lila sind verschmolzen. Wo Dahlback drüberstand, ist nun immer öfter der Schriftzug “Lila” zu lesen.
Und, mal ganz unter uns: Ein schönes Design, ein hübsches Logo sieht nun wirklich anders aus.

Im neuen Discounter in Schmachtenhagen findet man die Bäckerei beispielweise, und es stockt einem der Atem, wenn man einige der Preise für die dortigen Produkte liest.
Im Oranienburger Bahnhof ist Dahlback vor kurzem verschwunden und wurde ebenfalls durch “Lila” ersetzt.

Als Kunde fallen einem natürlich zuerst die Preiserhöhungen auf. So kostet ein Pfannkuchen nun nicht mehr 85 Cent, sondern einen ganzen Euro. Nicht gerade billig. Allerdings steht auf dem Preisschild ein Zusatz, dass es einen Rabatt gibt, und man doch nur 85 Cent zahlen muss.
Wann man diesen Rabatt bekommt, das wird dem Kunden jedoch nicht auf Anhieb verraten. Also habe ich nachgefragt.

“Lila” hat eine Kundenkarte. Die kann man für 99 Cent kaufen, dann bekommt man Rabatte auf alle Produkte. Und so kommt es, dass man mit der Rabattkarte wieder für den Pfannkuchen 85 Cent bezahlt. Und für ein Schweineohr statt 1,15 Euro nun 90 Cent. Dabei hat das vorher… aber lassen wir das.
Clever! Die Kundenkarte gaukelt uns nun billige Preise vor. Billiger ist’s mit der Karte tatsächlich. Aber wenn man vorher mal fix die vorherigen Preise erhöht…

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