Tagesarchiv für 18. Februar 2012

RTelenovela

Traumtagebuch (86): Charlize Theron kommt nach Oranienburg!

Samstag, den 18. Februar 2012
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(85) -> 19.1.2012

Diese Meldung ist Top Secret. Bisher wusste das niemand, und ich habe es nur durch Zufall erfahren: Die Schauspielerin Charlize Theron wird ihren neuen Film auf der Berlinale vorstellen – im Oranienburger Filmpalast!
Das Kino in Oranienburg ist nämlich neuerdings eine Außenstelle des Berliner Filmfestivals. Und dazu gehört, dass eine große Premiere in Oranienburg stattfindet.

Ist das ein Traum? Ich zweifele kurz. Aber, nein, es ist kein Traum.
Okay, wenn es also kein Traum ist, dann muss ich sofort die Kollegen verständigen. Ich frage zuerst im Filmpalast nach, ob denn wirklich Charlize Theron heute Abend nach Oranienburg kommt. Ich bekomme die Bestätigung.

Ist das auch wirklich kein Traum? Nein, es ist kein Traum.
Es scheint fast zu spät zu sein, um noch jemanden in den Filmpalast zu schicken. Also erkundige ich mich, ob nicht vielleicht ein Kino-Mitarbeiter ein Foto von Charlize Theron machen kann, wie sie im Oranienburger Kinosaal die große Premiere verfolgt. Oder können wir vielleicht doch noch einen eigenen Kollegen hinschicken? Dann hätten wir diese Sensationsnachricht wenigstens exklusiv.
Aber Hauptsache, wir haben das Foto, alles andere können wir dann ja noch telefonisch rausfinden.

Hm, ist es auch wirklich und definitiv kein Traum?
Jetzt wird mir klar: Es ist ein Traum.
Nun bin ich nämlich tatsächlich aufgewacht.

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RT im Kino

Die Thomaner – Herz und Mund und Tat und Leben

Samstag, den 18. Februar 2012
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Neun Jahre. Das ist eine verdammt lange Zeit. Vor allem, wenn man fern der Heimat ist, weg von den Eltern, weg aus dem eigenen Zimmer. Nun ist man nie mehr allein, hat immer andere Jungs um sich, hat einen straffen Zeitplan zu absolvieren.
Das klingt nach einem harten Los. Aber die Schüler im Leipziger Thomanerchor sehen das völlig anders.
In diesem Jahr feiert der berühmte Chor seinen 800. Geburtstag. Unvorstellbar, wie viele Jugendgenerationen diese Schule schon durchlaufen haben. Unvorstellbar, dass sich einige Dinge seit 1212 wohl kaum verändert haben sollen.

Die Dokumentation über “Die Thomaner” erlaubt einen Einblick in den Alltag der Jugendlichen. Wir sehen, wie die Neuen an die Schule kommen, ihre Trennung von den Eltern und wie sie von den älteren Schülern aufgenommen werden. Wir dürfen bei den Proben dabei sein, mit auf Reisen gehen und bekommen so einen Eindruck, wie sich das Leben in diesem Kosmos abspielt.
Unter der Regie von Paul Smaczny und Günter Atteln begleitete das Filmteam die Thomaner mehr als ein Jahr lang.

Was wir zu sehen bekommen, ist hochgradig beeindruckend. Die Jugendlichen haben zwar Dauerstress, aber sie empfinden ihn nicht so. Im Gegenteil, sie fragen sich, wie “normale” Jugendliche die freie Zeit gestalten. Wir begleiten sie, wie sie Heiligabend durchs verschneite Leipzig ziehen und Lieder singen. Auftritte, Prüfungen, Hausaufgaben, Fußballspiele und und und.
Manchmal hat man allerdings den Eindruck, als ob alles zu gut läuft. Die Missbrauchsfälle der vergangenen Zeit spielen in dieser Doku über das Jungeninternat keine Rolle. Sexualität wird sowieso völlig ausgeblendet, was bei einer Doku über Pubertierende schon erstaunlich ist. In dieser Hinsicht hätten wenigstens drei, vier Sätze mal fallen können.
Dennoch ist dieser “Streifzug” durch die Welt der Thomaner so spannend, dass man es selbst fast bedauert, so was nicht gemacht zu haben.

9/10

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