Tagesarchiv für 17. Februar 2012

RTZapper

Sat.1-Nachrichten: Bundespräsident Wulff tritt zurück

Freitag, den 17. Februar 2012
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FR 17.02.2012 | 11.32 Uhr | Sat.1

Mit Nachrichten hat man es nicht so bei Sat.1. Schon gar nicht, wenn Richterin Barbara Salesch ihren Hammer schwingt.

Ganz Deutschland blickt nach Berlin. Bundespräsident Christian Wulff stellt sich vor die Hauptstadtpresse und gibt seinen Rücktritt bekannt. ARD und ZDF sowie die Nachrichtensender übertragen am Freitagvormittag live. Sogar RTL unterbricht sein Programm.
Und Sat.1? Da knöpfte sich Richterin Salesch gerade einen gewissen Tom vor, und da darf man sie keineswegs unterbrechen.

Eigentlich wäre es ja völlig wurscht, ob Sat.1 in diese Breaking-News-Berichterstattung einsteigt. Wenn sich nicht ein Sprecher von ProSiebenSat.1 vor einigen Wochen so aufgeregt hätte, weil Anfang Januar der damalige Bundespräsident Wulff sein Interview nur ARD und ZDF gegeben hat. Da hieß es, auch die Privaten – somit Sat.1 – hätten an diesem Interview teilnehmen müssen. Weil die ja schließlich auch informieren wollen.
Dieser Disput scheint eine Luftnummer gewesen zu sein, denn der heutige Tag zeigte: Bei Sat.1 ist man an Politik und Nachrichten nicht wirklich interessiert. Sat.1 – immerhin immer noch eine der größten Privatsender – hat längst seine Nachrichtenkompetenz verloren.

Um 11.32 Uhr ging man dann doch mit einer Ausgabe der Sat.1-Nachrichten auf Sendung. Zu einem Zeitpunkt, wo auf den anderen Kanälen Angela Merkel live ihre Erkläung zum Wulff-Rücktritt abgab, informierte Moderator Peter Limbourg die Sat.1-Zuschauer nur knapp. Das ist nicht mehr als Journalismus light, und dem gestandenen Journalisten Limbourg muss einmal mehr das Herz geblutet haben.

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RTZapper

Tagesschau extra: Bundespräsident Wulff tritt zurück

Freitag, den 17. Februar 2012
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FR 17.02.2012 | 10.25 Uhr | Das Erste

“Die Berichterstattungen, die wir in den vergangenen zwei Monaten erlebt haben, haben meine Frau und mich verletzt.”
Das sagte der am Freitagvormittag zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff vor der versammelten Hauptstadtpresse.

Lieber Herr Wulff, ich muss ein bisschen weinen! Gleichzeitig möchte ich Ihnen sagen, dass mich die Berichterstattung über die Affäre auch verletzt hat. Allerdings weil Sie erst heute die Konsequenzen daraus gezogen haben. Wären Sie ein einfacher Beamter, dann wären Sie schon lange weg vom Fenster gewesen. Und weil die Medien das getan haben, wofür sie da sind, treten Sie nun nach? Das ist einfach nur peinlich. Andererseits waren Ihnen die vergangenen Wochen ja auch nicht peinlich. Also, was soll’s.

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RTelenovela

Zu kalt für den Friseur

Freitag, den 17. Februar 2012
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Der Winter macht einer Branche zu schaffen, von der man das erst mal gar nicht gedacht hat: den Friseuren.
Aber andererseits: Ich habe meinen Friseurbesuch in den vergangenen Wochen ja auch vor mir hergeschoben. Bei Tagestemperaturen von -10 Grad und Nachtwerten von bis zu -23 Grad, da möchte man ja wenigstens auf dem Kopf nicht auch noch unnötig frieren.

So denken offenbar viele Leute in diesen Tagen. Als ich Donnerstag bei meinem Oranienburger Stammfriseur war, erlebte ich eine Überraschung: Ich kam sofort dran. Das kommt eigentlich nie vor.
Aber die Friseurin erzählte mir dann, dass jetzt im Winter tatsächlich eine Flaute herrscht. Bei der Kälte wollen gerade die Männer einfach nicht ihre Wolle verlieren.

Jetzt ist am Tage kein Frost mehr, und ich nutzte die Chance, endlich die Matte abzuwerfen. Jetzt kann der Frühling kommen.

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ORA aktuell

Winter: Elfjähriger ins Havel-Eis eingebrochen

Freitag, den 17. Februar 2012
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Ein elfjähriger Junge ist am Donnerstagnachmittag ins Eis der Oranienburger Havel in der Nähe vom Blauen Wunder eingebrochen.
Er hatte Glück: Ein 44-jähriger Mann beobachtete das und begab sich aufs Eis. Unter Einsatz seines Lebens konnte er den Jungen retten. Der Grundschüler kam unterkühlt ins Krankenhaus.

Bei Tagestemperaturen um 4 Grad schmilzt derzeit das Eis auf der Havel.

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RTZapper

Unser Star für Baku – Das Finale

Freitag, den 17. Februar 2012
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DO 16.02.2012 | 20.15 Uhr | Das Erste

Der Favorit hat gewonnen. Roman Lob wird Deutschland beim Eurovision Song Contest 2012 in Baku vertreten.
Damit endete die Reihe “Unser Star für Baku” im Ersten und auf ProSieben. Und fast möchte man laut rufen: Endlich! Denn so qualvoll war die deutsche Vorentscheidung wohl noch nie. Acht Ausgaben der Castingshow liegen hinter uns. Achtmal haben sich die Zuschauer entschieden, wer denn nun eine Runde weiter kommt und nun, wer nach Baku reist.

Roman Lob hat sich gegen Ornella de Santis durchgesetzt. Der 21-Jährige galt von Anfang an als Favorit – was sieben der acht Shows so ziemlich überflüssig machte.
Dass die Einschaltquoten eine Katastrophe waren, verwundert dabei nicht. In der Endphase waren es keine zwei Millionen Zuschauer mehr, die sich das Elend ansehen wollten.
Dabei sind nicht die Kandidaten das Elend gewesen. Aber warum muss man so ein Casting auf unfassbare acht Shows auswalzen? Wieso reichen nicht drei Sendungen? Jede der acht Show war aufgeblasen bis zum Gehtnichtmehr. Ehe der erste Gesang einsetzte, vergingen gern mal 30 Minuten. Davor: Jury vorgestellt, Baku vorgestellt, Castingteilnehmer vorgestellt. Und dann noch mal im Studio alles durchgekaut. “Unser Star für Baku” war an zu vielen Stellen zäh wie ein alter Kaugummi.

Selbst die Blitztabelle ermüdete. Spätestens dann, wenn in allen Shows plötzlich die Entscheidungen hauchdünn waren. Kein Wunder, denn das Anrufverhalten änderte sich extrem, die Leute schienen eher für die Kandidaten anzurufen, die es nötig hatten. Fast ist es ein Wunder, dass es Roman Lob tatsächlich geschafft hat. Aber Ornella war einfach zu blass, ihr Song “Quietly” wäre in der Eurovisionssoße hoffnungslos untergegangen.
“Standing Still” heißt der Song, mit dem Lob nun am 26. Mai in Baku auftreten wird. Es ist ein guter Song, er rockt, und Roman hat eine tolle Stimme. Und, mal ehrlich: Wenn wir unter die ersten zehn kommen, ist das gut.

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RT im Kino

Gefährten

Freitag, den 17. Februar 2012

Steven Spielberg wird langsam alt und besonders kitschig. Könnte man denken, wenn man den Trailer zu “Gefährten” sieht. Ein Drama über ein Pferd. Pffff. Könnte man denken. Denn Spielbergs Film ist alles andere als pffff.

Dass Albert (Jeremy Irvine) von einem Tag zum anderen Besitzer des Pferdes ist, ist in gewisser Hinsicht ein Zufall. Bei einer Auktion fand sein Vater einfach kein Ende, kaufte das Tier und steht fast vor dem Ruin. Denn das Pferd nützt ihm nichts, das Feld bestellen kann er mit Joey nicht.
Joey, so nennt Albert das Pferd. Und Albert ist es auch, der dem Joey beibringt, eben doch zu arbeiten. Hart abzupacken.
Aber der Erste Weltkrieg kommt, und Albert muss sein Pferd dem Militär überlassen. Joey hat es nun mit der harten Kriegsrealität zu tun. Mit Gewalt, mit Bomben, mit dem Tod.

Steven Spielberg erzählt von lauter “Gefährten”. Mehr als zwei Stunden begleiten wir das schwarze Pferd, lernen die Menschen kennen, die ihn begleiten. Wir müssen Abschied nehmen, lernen neue Leute kennen, die Joey – dann unter anderem Namen – in Obhut nehmen. Leute kommen, Leute gehen. Das Pferd wird beschlagnahmt, ein kleines Mädchen nimmt es zu sich, das Tier wird wieder beschlagnahmt.
Zwar hat der Film unfassbar kitschige Momente, was aber eigentlich zählt, ist die ungewöhnliche Erzählweise. “Gefährten” ist in mehrere Kapitel unterteilt, in denen das dann auch neue Hauptdarsteller gibt. Das macht es für den Zuschauer auch emotional, denn kaum haben wir diese Leute kennengelernt, die sich, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Pferd beschäftigen, schon sind sie wieder weg.
Spielberg zeigt neben allem Kitsch auch den harten Krieg, die heftigen Gefechte an der Kriegsfront, wir sind mittendrin, wenn uns die Bomben um die Ohren fliegen. Es sind Szenen, die einen tiefer in den Kinositz rutschen lassen.
“Gefährten” ist ein sehr sehenswertes Epos mit der einen oder anderen Kitschprise zu viel. Aber da kann man drüber hinwegsehen.

9/10

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