Tagesarchiv für 16. Februar 2012

aRTikel

Twitter hatte die Nachricht zuerst

Donnerstag, den 16. Februar 2012
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Wie sich am Sonntag die Meldung vom Tod Whitney Houstons verbreitete

MAZ, 16.2.2012

POTSDAM
Bei Twitter geisterte die Nachricht zuerst durchs Internet: „R.I.P. Whitney Houston“ war in der Nacht zu Sonntag gegen 2.15 Uhr von einer Minute zur anderen das weltweite Topthema unter den Twitter-Schreibern. Tausende Kurznachrichten waren in kürzester Zeit dort zu finden, als es in Deutschland über den Tod der 48-jährigen US-Sängerin noch keine Meldungen gab.

So tragisch der Tod Whitney Houstons ist: Diese Nachricht zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie sich Neuigkeiten heute in der Welt verbreiten – die Internetnutzer selbst sorgen dafür.

Die Nachrichtenagentur DPA verschickte um 2.19 Uhr als erste offiziell eine entsprechende Eilmeldung, AFP folgte zwei Minuten danach. Auf den größten deutschen Nachrichtenportalen im Internet blieb es da noch recht ruhig. Bei Spiegel Online tauchte ebenso wenig eine Eilmeldung auf wie bei bild.de. Pikanterweise fanden Nutzer auf der Seite der Bild-Zeitung stattdessen Bilder einer stark angeschlagenen Whitney Houston, verbunden mit sorgenvollen Fragen nach ihrem gesundheitlichen Zustand.
Auf den Nachrichtenseiten von „Tagesschau“ (ARD) und „Heute“ (ZDF) blieb es ebenfalls still, allerdings vermeldeten die Redaktionen den Tod Whitney Houstons auf ihren Facebook-Seiten, und die ARD vermeldete die Nachricht auch im Videotext.

Auf den privaten Newssendern N24 und n-tv lief das Programm unbeeindruckt weiter. N24 informierte die Zuschauer immerhin per Breaking-News-Laufband. Bei n-tv geschah nicht mal das. Die ARD vermeldete als erste Fernsehnachrichtensendung in der „Tagesschau“ um 3 Uhr das traurige Ereignis.
Selbst um diese Zeit war Spiegel Online noch nicht auf dem neuesten Stand. Bei Twitter sorgte das für Häme. „Ich bin ratlos“, so stand es auf der Twitter-Seite des Radio-Eins-Medienmagazins vom RBB. Spiegel Online sei sonst mit Sekundenlivetickern bei jedem Seebeben dabei. Ein anderer Twitterer antwortete: „Dabei ist es so einfach. Handy nicht auf lautlos stellen – der Tagesschau-Gong weckt.“ Der Nachrichtensender n-tv vermeldete den Tod der Sängerin ab etwa 4.45 Uhr, irgendwann danach muss auch bei Spiegel Online jemand aufgewacht sein.

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RT im Kino

The Descendants

Donnerstag, den 16. Februar 2012

Schwere Zeiten für Matt King (George Clooney): Seine Frau liegt nach einem Bootsunfall im Krankenhaus. Sie liegt im Koma, und sie wird nicht mehr aufwachen. Er muss entscheiden, wann die Geräte abgeschaltet werden. Seine Töchter sollen ihn unterstützen. Dann kommt aber raus, dass seine Frau vor dem Unfall eine Affäre hatte und ihn verlassen wollte. Unterdessen streitet er sich mit der Familie um ein Stück Land, das verkauft werden soll. Ein Stück Land, das eine große Bedeutung für ihn und seine Töchter hat.

Alexander Payne zeigt in “The Descendants” einen reichen Anwalt, der sich plötzlich mit ganz privaten Problem beschäftigen muss. Das kleine Hawaii-Paradies wird für ein paar Wochen zu seinem persönlichen Albtraum. Allerdings einer, der trotz aller Tragik die Familie zusammenführen könnte.
Die Geschichte ist durchaus anrührend, ohne kitschig zu sein. Vielleicht liegt der niedrige Kitschfaktor aber auch an der langsamen Erzählweise, man könnte auch sagen: an der Langatmigkeit, an der der Film stellenweise leidet.
Paynes Figuren machen allesamt eine Verwandlung durch. Sei es der Anwalt, der lent, mit den Töchtern und mit dem Schmerz umzugehen. Die Töchter, die zur Ruhe zu kommen scheinen. Selbst viele der Nebenfiguren machen solche Wandlungen durch.
Dennoch bleibt gerade George Clooney in diesem Drama recht blass, er wird nicht besonders gefordert. Erstaunlicherweise ist er trotzdem dafür für den Oscar nominiert. Manchmal wundert man sich dann doch.

6/10

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RTZapper

visit-x.tv

Donnerstag, den 16. Februar 2012
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MI 15.02.2012 | 19.00 Uhr | Family.TV

Und was ist eigentlich das Familiäre am Internetsender Family.TV? Die Frage lässt sich schnell beantworten: Am Vorabend zwischen 19 und 20 Uhr besteht die Familie nach Ansicht des Senderverantwortlichen aus dem Papa oder dem pubertierenden Sohn, der mit offener Hose am PC sitzt und den Feierabend genießt, in dem er Tittenmäusen zusieht, die für ihren Körper werben.

Zur fast besten Sendezeit läuft bei Family.TV das Erotikformat “visit-x.tv”. Leichtbekleidete Damen spielen da zum Beispiel Billard und lassen ein paar heimliche Einblicke auf ihre Brüste zu. Aber nur ein bisschen, ist ja noch früh am Abend.
Am Bildrand gibt’s währenddessen Werbung für Erotikseiten im Internet und den Hinweis für die Erotikshow am Abend.

Erstaunlich, dass so was unter dem Label “Family.TV” läuft. Aber mit einem Familienprogramm hat Family.TV sowieso nichts zu tun. Erotiksendungen im Vorabendprogramm haben da jedenfalls nichts zu suchen. Wenn man seriös sein will.

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