Tagesarchiv für 14. Februar 2012

RT im Kino

Zettl – Unschlagbar charakterlos

Dienstag, den 14. Februar 2012
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Irgendwie ist der Helmut Dietl ja süß. Jahrzehntelang drehte er Filme über die Münchner Bussi-Bussi-Gesellschaft. Jetzt wollte er mal was über Berlin machen. Berlin abwatschen. Nun ja, wie ein Münchner eben denkt, Berlin abwatschen zu müssen. Bedauerlicherweise gehört “Zettl” jedoch zu den unlustigsten Filmen, die Dietl je gemacht hat.

Max Zettl (Michael Bully Herbig) ist eigentlich Promifahrer, chauffiert bekannte Leute von A nach B. Durch seltsam-glückliche Umstände – von Zufall kann man kaum sprechen – wird er Chef eines neuen Onlineportals und deckt auch sogleich diverse Politskandale auf. Allerdings veröffentlicht er sie nicht – aus verschiedenen Gründen.
Da ist der Bundeskanzler (Götz George), der stirbt, aber (noch) nicht sterben darf und tiefgekühlt wird. Der schwäbelnde Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern (Harald Schmidt), der ihn gern beerben will. Da ist die Bürgermeisterin von Berlin (Dagmar Manzel), die eigentlich ein Bürgermeister ist.

Und so weiter. Lauter Klischees. Helmut Dietl und seine Autoren haben ein seltzsames Berlin-Bild. Was soll uns “Zettl” eigentlich sagen? Was will uns der Film über die derzeitige Politik erzählen?
Der Film ist nicht nur unlustig, er ist an vielen Stellen auch erschreckend schlecht inszeniert. Und damit sind nicht nur die von Herbig heruntergerasselten bayerischen Sätze gemeint. Dietls Vorstellung einer Talkshowparodie ist haarsträubend mies. Der importierte Ministerpräsident aus dem Westen mutet als sehr gestrige Klischee an. Die Geschichte um den umoperierten Bürgermeister ist einfach nur albern.
Weite Teile des Films kommen ganz ohne Charme aus, es fehlt ein Sympathieträger, arschlochfreie Momente gibt es kaum. Der Film wirkt unruhig, mitunter konzeptlos.
Wenn Helmut Dietl eine Satire auf den Berliner Politbetrieb machen wollte, dann ist er grandios daran gescheitert. Berlin hat ganz andere Probleme, als die, die Dietl zeigt.
“Zettl” hat nur einen wirklich Star: Berlin. Wie diese Stadt, diese Metropole, ins Bild gesetzt wird, ist mitunter atemberaubend. Als ob Dietl den absoluten Vergleich mit New York schaffen wollte. Manchmal ist ihm das ausnahmsweise mal gelungen. Und selbst Berlin-Kenner gerieten ins Staunen.

2/10

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ORA aktuell

Oranienwerk statt Kaltwalzwerk

Dienstag, den 14. Februar 2012
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Der Potsdamer Unternehmer Christoph Miethke hat das Gelände in der Kremmener Straße 43 in Oranienburg gekauft. Auf dem ehemaligen Industriestandort befinden sich acht Gebäude – meist miteinander verbunden: Stanzerei, Kesselhaus, galvanische Abteilung, Scheuerei, Werkzeugbau und die Taschenschirmproduktionshalle.
Unter diesen Namen und dem Oberbegriff Oranienwerk will Miethke die Gebäude auch vermarkten. Er will einen Kultur- und Kreativstandort entwickeln. Das können Ateliers sein, Sommergalerien, Konzertorte oder Film- und Werbeproduktionen.

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RTelenovela

Im Winterwunderland (14): Auf dem Rahmer See

Dienstag, den 14. Februar 2012
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(13) -> 8.2.2012

Im Landkreis Oberhavel sind zwar keine Flüsse und Seen zum Betreten freigegeben, aber das muss ja nichts heißen. Die Leute machen sich trotzdem den Spaß, auf dem zugefrorenen Wasser zu laufen.
Auf den Seen ist das meistens auch kein Problem, auf der Havel in Oranienburg ist das eher schwieriger. Denn durch die Eisbrecher, die anfangs noch unterwegs waren, ist die Mitte der Eisflüsse oft sehr uneben.

Herrlich ist es zum Beispiel auf dem Rahmer See zwischen Wensickendorf, Zühlsdorf, Stolzenhagen und Wandlitz. Natürlich ist der See auch komplett zugefroren. Eine leichte Schneeschicht befindet sich darauf.
Von der Wensickendorfer Badestelle aus machten wir uns am Sonntagnachmittag auf den Weg. Ein kühler Wind wehte uns um die Nase und die Hosenbeine.
Ein paar Familien mit ihren Kindern liefen Schlittschuh, Väter zogen ihre Kinder mit dem Schlitten.
Und wer auf dem See den Schriftzug “2012” findet darf sich freuen – der ist nämlich von mir.

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