Monatsarchiv für Februar 2012

aRTikel

1992: Abriss fürs Atrium beginnt

Mittwoch, den 29. Februar 2012
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Februar 1992 I -> 4.2.2012

Vor 20 Jahren: Bagger am Oranienburger Schloss / Lkw rammt Liebenwalder Brücke

MAZ Oranienburg, 29.2.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die zweite Hälfte im Februar 1992.

OBERHAVEL
Peter Ihloff bleibt Bürgermeister von Stolpe-Süd. Nach einer mitunter tumultartigen Sitzung stimmen am 14. Februar 1992 vier Gemeindevertreter für ihn, zwei gegen ihn. Zu Beginn war nicht mal klar, welche Abgeordneten überhaupt noch im Amt sind: Ihloff war im Januar 1992 vom Landrat entlassen worden – wegen Verfahrensfehler bei der Wahl.

Zurücktreten will dagegen Alexander Michaelis, der Bürgermeister von Vehlefanz. Er will mehr Zeit für die Familie.

Neuhollands Ortschef Gerhard Steger muss dagegen Rauchzeichen geben. Seine Büronummer ist seit einem Vierteljahr gestört, aber die Telekom rührt sich nicht.

In Schwante finden Bauarbeiter am 17. Februar 1992 am Dorfanger Teile eines menschlichen Skelettes. Es liegt einen halben Meter tief in der Erde. Es soll sich nicht um eine Straftat handeln.

Das Leegebrucher Volkshaus soll verkauft worden. Es könne nicht Aufgabe der Gemeinde sein, eine Gaststätte zu führen, sagt Bürgermeister Horst Eckert. Der neue Besitzer müsste sechs Millionen Mark investieren.

Bei der Vergabe der Oranienburger Schlossgaststätte soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Den Zuschlag bekam eine Frau, die auch schon das Gesellschaftshaus gepachtet hat. Zwei weitere Interessenten haben von der Stadt angeblich nicht mal eine Antwort bekommen, und der stellvertretende Bürgermeister Laesicke habe auch nur das eine Angebot vorgestellt. Es sei das Beste gewesen, so Laesicke.

In Liebenwalde kommt es zum Brückencrash. Am 25. Februar 1992 bleibt in der Straße Am Kietz die Ladung eines Stattelschleppers an der Eisenbahnbrücke hängen. Tragende Teile der Brücke sind aus der Verankerung gerissen, starke Gleisverwerfungen sind die Folge. Die Polizei hat der Fahrer nicht gerufen, er hat sich stattdessen schlafen gelegt. Zum Glück hat der Fahrer des Zuges den Schaden rechtzeitig entdeckt und bremste.

Das Amt Kremmen kann gebildet werden. Staffelde schließt sich nun doch nicht den Autobahngemeinden, sondern Kremmen an.

An der Leninallee (Berliner Straße) in Oranienburg beginnt am 28. Februar 1992 der Abriss der Häuser für den Bau des geplanten Atrium-Centers am Schloss.

RTelenovela

Sein Job: essen

Mittwoch, den 29. Februar 2012
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Ich wusste gar nicht, dass der Imbiss auf dem Oranienburger S-Bahnsteig eine echte Jobmaschine ist. Ich gehe da eigentlich immer zur zum Essen hin. Aber vielleicht sollte ich noch mal umdisponieren.

Heute klingelt das Handy eines Mannes, der gerade an der Theke auf seine Hähnchennuggets wartet. Er geht ran. “Du, ich bin gerade auf Arbeit, ich kann kann gerade nicht.”
Aha. Er arbeitet also. Hier im Imbiss. Offenbar ist er professioneller Imbissesser. Ob man da gut verdient? Im Laufe des Gesprächs betont der Mann erneut, dass es gerade ungünstig ist. “Ich kümmere mich, aber ich bin noch auf Arbeit.”
Na dann: Guten Appetit! Und ich denke ernsthaft über eine Bewerbung nach.

RTelenovela

8:13 – meine Oscar-Schmach

Dienstag, den 28. Februar 2012
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Dass die diesjährige Oscar-Nacht leider recht langweilig war, habe ich ja bereits an anderer Stelle erwähnt. Aushalten lässt sich das eigentlich nur, in dem man nebenher chattet und ein kleines Oscar-Battle veranstaltet.
Und, nun ja, aus meiner Sicht war das allerdings doch keine so gute Idee, wie ich anfangs dachte. Ich habe grandios verloren, am Ende 8:13. Damit habe ich nach 2006 wieder keinen Erfolg gehabt.

Aber wer kann denn schon ahnen, dass die Oscar-Jury tatsächlich in eine schlimme Nostalgiewelle geraten ist und “The Artist” alle wichtigen Preise hinterherschmeißt, weil da jemand mal wieder einen Stummfilm gedreht hat?
Am Ende des Battles war sowieso klar, dass ich verlieren würde. Also setzte ich in der Kategorie “Bester Film” auf mein ganz persönliches Highlight und tippte auf “Extrem laut und unglaublich nah”. Aber für diesen Film blieb es bei der Nominierung, und ich werde mir wohl auch mal den Artisten reinziehen müssen.

RTZapper

Oscar 2012

Montag, den 27. Februar 2012
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SO 26.02.2012 | 2.30 Uhr (Mo.) | ProSieben

Die Oscar-Verleihung 2012 ist Geschichte, und fast möchte man meinen, ProSieben hat aus Versehen die Show von 1995 ausgestrahlt. So langweilig, so altbacken, so bieder und eintönig war die Show schon lange nicht mehr.

Billy Crystal moderierte die Oscar-Verleihung schon das neunte Mal. Er machte das routiniert, humorvoll, aber er packte dafür auch schon mal ein paar uralte Gags aus. Wenn es das ist, was die Oscar-Fans wollen, dann ist das pure Nostalgie.
Aber Nostalgie war 2012 sowieso das Wort der Stunde. Der große Gewinner “The Artist” ist ein wahrer Kübel mit Nostalgie. Sicherlich: Dass jemand nach 80 Jahren mal wieder einen Stummfilm gedreht, ist besonders. Aber dass gleich alle ausrasten vor Freude, erscheint mir übertrieben.
Vor den Werbepausen kamen Frauen ins Publikum, die Popcorn überreichen. Diese Nostalgie tut fast schon weh.

Was der 2012er-Oscar-Show komplett fehlte, war Pepp. Die Verleihung plätscherte mehr als drei Stunden vor sich hin. Gerade mal eine Showeinlage gönnten die Macher den Zuschauern, und das war eine recht müde Nummer des Cirque du Soleil. Sie sorgte für Standing Ovations, aber vielleicht mussten sich die Promis im Saal einfach mal strecken und nutzten die Gelegenheit.

Nicht mal mehr die besten Filmsongs wurden auf der Bühne performt, sie wurden, genau wie alle anderen Preise geradezu durchgewunken. Der Siegersong “Man or Muppet” wurde nur in Mini-Ausschnitten vorgestellt. Komplett durfte ihn niemand mehr hören.
So armselig, so einfallslos, so schlicht waren die Oscars noch nie. Das war nix.

Auch ProSieben hat sich einmal mehr nicht mit Ruhm bekleckert. Für Steven Gätjen am Roten Teppich blieben keine 15 Minuten Zeit. Früher war mehr Gätjen. Die US-Preshow war dafür unendliche 60 Minuten lang. Als ProSieben dann am frühen Morgen keine Reklame und Programmtrailer mehr hatte, sendete man einfach fünfmal die Ausschnitte aus dem Brad-Pitt-Film “Moneyball”.

In den meisten Medien wird der Oscar 2012 als große Show bejubelt. Ja, sogar von der besten Show überhaupt ist die Rede. Die müssen alle eine andere Sendung gesehen haben.

RTZapper

Hochzeit mit Hindernissen

Sonntag, den 26. Februar 2012
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SO 26.02.2012 | 18.32 Uhr | zdf info

Heiko findet keine Frau, dabei möchte er sich so gerne verlieben.
Was macht man in so einem Fall?
Erstens: Im Internet nach einer hübschen Frau aus Osteuropa suchen. Da wird schon was Nettes bei sein.
Zweitens: Ein Fernsehteam dazuholen, damit sie alles beobachten können.

Man könnte meinen, dass es eine Spezialität der Privatsender ist, andere Leute zur Schau zu stellen, die sich eine Frau kommen lassen und meinen, dass das was mit Liebe zu tun hat. Auf zdf info liefen am frühen Sonntagabend zwei Folgen von “Hochzeit mit Hindernissen”. Ein 26-jähriger Fruchtsafttechniker (was immer das auch ist) sucht sich auf einer Datingseite eine Frau aus Usbekistan. Das hat zwar mit Liebe nichts zu tun, aber darauf kommt diesem Heiko wahrscheinlich auch nicht an.
Tatsächlich kommt die junge Frau nach Deutschland, zieht sofort bei Heiko ein. Blitzliebe. Oder so was Ähnliches. Schon wenige Tage später beschließt der junge Mann, dass die … ähm … Liebe so groß ist, dass er sie heiraten will.

Man könnte meinen, es handele sich um eine RTL-II-Dokusoap. Man muss sich schon fragen, warum das ZDF solche Leute derart prominent in die Öffentlichkeit zerrt und sie zumindest indirekt der Lächerlichkeit preisgibt.
Interessant wird es aber richtig, wenn man mal im Internet nach dem jungen Mann sucht.
Man stößt auf Einiges: Süddeutsche TV hat die Reihe im Jahr 2011 für das ZDF produziert. Oder besser gesagt: neu zusammengestellt. Denn die Geschichte, die erzählt wird, scheint schon mal im Jahr 2008 ausgestrahlt worden zu sein. So geht es aus diversen Foreneinträgen im Internet hervor. Und nicht nur das: Dieser Heiko wurde im Sommer 2010 wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 77 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt. So habe er teure Hotelzimmer gemietet, ohne das Geld dafür zu haben – auch und gerade für seine Osteuropa-Touren.

Und auf zdf info laufen nun seine “Abenteuer”, als ob nichts passiert ist, neu produziert 2011. Hat Süddeutsche TV dem ZDF tatsächlich eine alte Story verkauft, dessen Protagonist inzwischen verurteilt im Knast sitzt?

RTZapper

Kinowerbung: Prinz

Sonntag, den 26. Februar 2012
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FR 24.02.2012 | CinemaxX, Berlin

Der “Prinz” macht gerade kräftig Werbung für sich. Die Zeitschrift mit den aktuellen Veranstaltungsterminen erscheint seit einiger Zeit im neuen Look. Deshalb sollen die Leute das Blatt mal wieder kaufen, und deshalb läuft in den Kinos ein entsprechender Werbespot.
Und weshalb kauft man das Blatt? Wegen der spannenden Storys? Wegen der vielen Termine im Planer? Nein! Wegen der Coupons!

Es gab eine Zeit, da war der “Prinz” ein lesenswertes Magazin. Es standen ein paar lesenswerte Artikel drin, der eine oder andere Testbericht und viele Kulturtermine. Letztere sind inzwischen recht ausgedünnt, die Zahl der spannenden Artikel ist auch weniger geworden. Und jetzt soll der wichtigste Grund sein, den “Prinz” zu kaufen, Coupons sein, damit man insgesamt 60 Euro sparen kann? Ganz schön armselig. Vor allem dann, wenn es im aktuellen Werbespot der einzige Grund ist, der genannt wird, warum man die Zeitschrift kaufen muss. Das ist eine Bankrotterklärung, wenn man sonst nichts mehr zu bieten hat.

RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (15): Flach, breit, HD

Sonntag, den 26. Februar 2012
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(14) -> 22.1.2012

Es wurde Zeit. Mein alter Fernseher wäre im kommenden Sommer neun Jahre alt geworden. Aber es war in den vergangenen Wochen nicht mehr schön mit ihm. Er zeigte die Farben an den Rändern nicht mehr richtig an, am Ende hatte die “Tagesschau” nicht mehr einen blauen Hintergrund, sondern weitgehend einen grünen.

Sonnabend, am frühen Abend im Alexa in Berlin. Zu zweit stehen wir in der Abteilung mit den Fernsehern im La-la-la-lass-dich-nicht-verarschen-Laden.
Meine Vorgaben: Das Ding muss analoges und digitales Kabelfernsehen empfangen, ich möchte endlich – nachdem mein Digitalreceiver kaputt gegangen ist – wieder die ARD/ZDF-Digitalkanäle empfangen. Außerdem wäre die Möglichkeit schön, das Internet über den Fernseher zu nutzen. Stichwort: Mediatheken.
Welche Marke? Panasonic soll ganz gut sein. Grundig dagegen hat die beste Zeit hinter sich. Oder Sony?
Und welche Größe? Schnell war klar, dass er nicht größer sein soll als 32 Zoll. Damit ist er schon größer als mein altes Teil.

Viele Leute sehen sich meistens nur den Fernseher an, beobachten, wie scharf das Bild wirklich ist. Aber zur Kaufentscheidung gehört noch mehr: Ist die Fernbedienung hübsch? Ist die Bedienung einfach? Sieht die Benutzeroberfläche edel aus? So stehen wir mehr als eine Stunde im Laden rum. Schalten die Sender um, probieren das Internet aus und und und.
Am Ende entscheide ich mich für Sony.

Die Nacht zum Sonntag. Zu Hause beginne ich, den Kram auszupacken. Ich muss zunächst die Halterung zusammensetzen. Das ist der Moment, in dem ich glaube, dass es noch nichts wird mit dem neuen TV-Vergnügen.
Ich starre auf die Bilder der Bedienungsanleitung. Und starre weiter. Hä? Was sind das da für Schäubchen? Und wo kommt das Ding da rein?
Um es kurz zu machen: Ich habe es geschafft. Alles ist zusammengebaut, der Fernseher steht dort, wo er stehen soll, die Anschlüsse funktionieren, die Sender sind eingestellt und geordnet. Ich kann wiede die digitalen Programme sehen und Das Erste, das ZDF und arte sogar in HD.
Jetzt fehlt nur die Verkabelung zum Internet, eventuell eine kleine Festplatte zum Aufnehmen und vielleicht noch ein neues Verbindungskabel für den Festplattenrecorder. Aber das wird schon.