Tagesarchiv für 14. Januar 2012

RTZapper

Die Harald Schmidt Show: Twitter

Samstag, den 14. Januar 2012
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DO 12.01.2012 | 23.15 Uhr | Sat.1

Harald Schmidt will jetzt auch twittern. Er hat zwar keine Ahnung von Twitter, trotzdem sitzt er am Donnerstagabend in seiner “Harald Schmidt Show” am Laptop und richtet sich einen Account ein.
Das ist … ähm … total lustig. Da kann man gar nicht mehr vor Lachen, wie Schmidt da sitzt und irgendwas mit Twitter macht. Hahaha.

Es ist mitunter wirklich schockierend, was in Schmidts Late Night derzeit passiert. Oder besser: nicht passiert.
Seit dieser Woche darf Schmidt dreimal pro Woche bei Sat.1 auf Sendung gehen. Und Schmidt dankt es mit ätzender Langeweile. Und das sagt ein langjähriger Schmidt-Fan.

Nach einem kurzen, pointenarmen Standup nuckelt er minutenlang an einer leeren Tasse und faselt was davon, dass er ja vor Jahren das Late-Night-Konzept aus den USA geklaut habe. Dazu habe auch die Tasse gehört. Witzlos zieht sich das Nichts ewige Zeit dahin.
Auf der DVD-Box “Harald Schmidt – Die ersten 100 Jahre” erzählt der damalige Redaktionsleiter Manuel Andrack über die Anfangszeit der “Harald Schmidt Show” im Dezember 1995. Damals habe man die Late-Night-Tasse ganz schnell abgeschafft, erzählt er dort in einem Interview. Man habe das damals als blöd empfunden. Wer weiß, vielleicht bezog sich Schmidt mit dem Tassencomeback auf dieses Interview. War nur leider nicht lustig.

Die DVD-Box zeigt die Highlights aus den Jahren 1995 bis 2003, als die Show schon mal bei Sat.1 lief. Wenn man sich das alles ansieht, dann weiß man: Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Nicht nur die Aktionen waren oft lustiger, nein, auch die Atmosphäre war eine andere. Die Show bestand aus einer Familie. Schmidt sprach mit Andrack, mit der Schilderhalterin Suzanna, mit Musiker Zerlett, mit der Klofrau, dem Handwerker und mit vielen weiteren.

Heute spricht Schmidt fast nur noch mit sich selbst. Und das funktioniert irgendwie nicht. Ab und zu kommt ein Butler, hin und wieder Olli Dittrich, aber so richtig haut das alles noch nicht hin.
Warum Schmidt dazu ständig kulturell wertvolle Gäste einlädt (eine Geigerin, die Moderatorin von “Aspekte”), weiß wohl auch nur er.
Manchmal scheint es, als betreibe er Sabotage. An sich, seinem Sender, seinem Image. Seinem Team, ihm selbst, scheint jedenfalls momentan nur wenig Vernünftiges einzufallen.
Dieser Niedergang tut weh, und lange mache ich da auch nicht mehr mit. Zurzeit ist “Die Harald Schmidt Show” oft eher eine traurige Veranstaltung.

Hits: 5

RT im Kino

Blutzbrüdaz

Samstag, den 14. Januar 2012
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Sido, Alter, der macht jetzt auch Filme. Alter, da lässt er sich voll phatt von einer Plattenfirma abziehen. Das gibt Stress, Alter.

Also, mal im Ernst. Der Rapper Sido macht jetzt tatsächlich auch Filme. Zumindest erst mal den einen: “Blutzbrüdaz”. Und das für viele Erstaunliche: Es ist ein wirklich guter, interessanter, ein gelungener Film.
Otis (Sido) und Eddy (B-Tight) sind so etwas wie Hobbyrapper. Allerdings haben sie keinen Kontakt in die Szene, um aus ihrem Hobby mehr zu machen. Das ändert sich bald, als sie einen Musikhändler kennenlernen, der ihre Tapes unters Volk bringt. Mit Erfolg, sie werden zu Stars der Szene.
So wird der Sony-Plattenmogul Facher (Tim Wilde) auf die beiden aufmerksam und bringt sie dazu, mit ihm ein Album aufzunehmen. Allerdings verläuft die Promotion ganz anders, als sich das insbesondere Otis das vorstellt. Es kommt zum Krach.

Regisseur Özgür Yildirim schnitt “Blutzbrüdaz” voll und ganz auf Sido zu. Es gibt einen durchaus spannenden Einblick in die Musikwelt, auch wenn die Geschichte letztlich nicht allzu neu ist. Aber Sido und B-Tight witzeln und rappen sich sehr sympathisch durch diesen Film. Eine gewisse Schauspielkunst kann man Sido dabei keineswegs absprechen. Er ist locker, lustig und wirkt in nur seltenen Fällen gestelzt. Es ist schön anzusehen, wie sich Sido einmal mehr nicht so ernst nimmt. So wird aus “Mein Block” in diesem Fall “Mein Hochhaus”. Ganz schnell wippt man da im Kinosessel mit. Alter!

8/10

Hits: 8

RTelenovela

Bahnbekanntschaften (59): Das Ticket

Samstag, den 14. Januar 2012
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(58) -> 13.1.2012

Irgendwann musste es mal passieren. Und es passierte in Berlin auf der Linie U8 zwischen Bernauer Straße und Voltastraße. “Die Fahrkarten, bitte!”
In diesem Moment fiel mir ein: Ich habe zwar ein Ticket, es aber am Alexanderplatz nicht abgestempelt. Vergessen.

Ich klappe mein Buch zu, lasse es in meinen Rucksack gleiten und stehe auf, laufe in den Türbereich. Einer der Kontrolleure kommt auf mich zu, und ich gehe in die Offensive: “Ich habe ein Ticket, aber vergessen, es abzustempeln.”
Ich zeige ihm die ungestempelte Karte. Er fragt: “Wann haben Sie denn das Ticket gekauft?” Ich: “Heute Mittag am Potsdamer Hauptbahnhof.” Dann sage ich noch, dass ich das erste Ticket ja auch abgestempelt habe. Ich zeige ihm zu der ungestempelten nun auch die vorhin gestempelte Karte.
Nun sagt der Kontrolleur: “Dann haben Sie doch ein Ticket.”
Ich bin baff. Denn das gestempelte Ticket ist seit Stunden ungültig. Entweder hat er es übersehen oder aus irgendeinem Grund durchgehen lassen.

Ich staunte jedenfalls nicht schlecht und stempelte das Ticket dann auf dem Regionalbahnhof in Gesundbrunnen doch noch ab. Allerdings hat mich im Regionalexpress niemand mehr kontrolliert. Aber darauf wollte ich es nicht ankommen lassen.

Hits: 11

RTZapper

Beckmann: Die Causa Wulff

Samstag, den 14. Januar 2012
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DO 12.01.2012 | 22.45 Uhr | Das Erste

Der Skandal um den Bundespräsidenten Christian Wulff kam für Deutschlands Talkmaster sehr ungünstig. Sie waren allesamt noch im Weihnachtsurlaub. Höchste Zeit, in der zweiten Woche des Jahres, das Thema zu besprechen.

Bei “Beckmann” sprach Beckmann unter anderen mit SPD-Mann Björn Engholm, der “Bunte”-Klatschtante Patricia Riekel und dem Musiker (und Wulff-Freund) Heinz-Rudolf Kunze. Es sei falsch gewesen, was Wulff da gemacht habe, aber auch falsch, was die Medien da alles unternommen haben. Und so weiter.
Gleichzeitig sprach im ZDF Maybrit Illner in “Maybrit Illner” mit ihren Gästen über den Wulff-Skandal. Es sei falsch gewesen, was … na ja, und so weiter.
Am Sonntag ging es bei Günther Jauch in “Günther Jauch” ebenfalls schon um den Wulff-Skandal. Es sei falsch… na ja, klar.
Montag war Frank Plasberg mit “Hart aber fair” dran. Thema: Schon klar. Inklusive Ausschnitte aus “Günther Jauch” und der Kritik, dass das ja alles ein wenig dubios sei, was dort erzählt wurde. Und, ja, sei falsch gewesen. was Wulff gemacht habe, aber auch Medien …. bla bla bla.
Am Dienstag legte Markus Lanz in “Markus Lanz” nach. Wobei da alle der Meinung waren, dass sich Wulff total falsch… na ja, die Ansichten sind bekannt.

Alle Talker mit ihren vielfältigen Shows und den ehemals vielfältigen Thehmen, bequatschten das Thema Wulff zu einem Zeitpunkt, wo der Skandal so ziemlich durch war. Aber wer zu spät kommt…

Hits: 8