Tagesarchiv für 15. Dezember 2011

RTelenovela

Fehrbellin-Neuruppiner Radkappenbingo

Donnerstag, den 15. Dezember 2011
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Herzlich willkommen beim Fehrbellin-Neuruppiner Radkappenbingo, der neuen aufregenden Show in Ihrem Lieblingsblog!
Die Spielregeln sind ganz einfach: Sie fahren mit Ihrem Auto von Fehrbellin nach Neuruppin, lockern ein wenig eine Ihrer Radkappen. Und dann beginnt das Spiel. Der nachfolgende Verkehr muss tippen, an welcher Stelle der Strecke Sie Ihre Radkappe verlieren.
Alles verstanden? Na, dann kann’s ja losgehen.

Ich begrüße die erste Kandidatin. An diesem trüben Donnerstagmittag fährt sie mit ihrem grauen Kleinwagen durchs Fehrbelliner Zentrum auf den Weg nach Neuruppin. Die Radkappe vorn links sitzt locker.
Uuund – los geht’s! Bitte tippen Sie jetzt! Wo verliert das Auto die Kappe: noch in Fehrbellin? Oder in der berüchtigen S-Kurve in Dammkrug? In der Treskower Baustellenumfahrung oder gar erst im Ziel, in Neuruppin?
Tippen Sie jetzt! Sie haben fünf Sekunden Zeit!

So, dann loggen wir den Tipp mal ein! Und es kann losgehen!
Vom Rathaus biegen wir rechts in Richtung Neuruppin ab. Wir verlassen Fehrbellin. Die Radkappe eiert weiter am linken Vorderrad.
Weiter geht es an den Feldern vorbei. Jetzt: Dammkrug. Die S-Kurve. Passiert es jetzt?
Neeein, alles noch dran.
Es geht wieder raus am Dammkrug, weiter zur Autobahn. Dann abbremsen, dort steht der feste Blitzer.
Die Radkappe hält. Wer auf Fehrbellin oder Dammkrug getippt hat, ist schon raus.

Wir erreichen Treskow, dort ist die Landesstraße gesperrt, wir müssen eine Umleitung fahren. Die Radkappe eiert weiter.
Es wird spannend! Treskow oder Neuruppin? Das Radkappenbingo steuert auf seinen Showdown zu!
Wir sind nun auf der Erich-Dieckhoff-Straße in Treskow. Da! Da passiert es! Die Radkappe fällt ab, rollt auf die Straße und kullert in Richtung Gehweg, fliegt elegant über den Bordstein und landet schließlich auf dem Weg. Und die Fahrerin hat es nicht bemerkt.

Herzlichen Glückwunsch! Wer auf Treskow gesetzt hat, ist der Sieger im Fehrbellin-Neuruppiner Radkappenbingo!
Ich würde mich freuen, wenn Sie auch beim nächsten Mal dabei sind.
Gute Nacht.

RTelenovela

Stillsitzen? Nee, lieber mal schnell auf’s Klo

Donnerstag, den 15. Dezember 2011
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Wenn ganze Schulklassen ins Kino gehen, dann wird es im Saal schon mal unruhig. Es ist sehr interessant und bestürzend zugleich, Kinder dabei zu beobachten, wie sie mal 95 Minuten lang stillsitzen müssen. Erschreckend vielen gelingt das nicht.

Im Kinosaal in Hennigsdorf liegt eine permanente Unruhe. Vielleicht liegt das auch daran, dass der Film relativ leise läuft – irgendwas stimmt da mit den Lautsprechern nicht. Andererseits: Die Sache mit der Konzentration über eine längere Zeit ist kritisch.
Vor dem Fernseher muss man sich heute nicht mehr konzentrieren. Da kommt bei den Privaten alle 20 Minuten Werbung, und man kann sich anderen Dingen zuwenden. Eine DVD lässt sich immer und immer wieder stoppen.

Die ersten Mädchen stehen schon nach 15 Minuten auf, laufen durch die Sitzreihe – natürlich nicht ganz still. Nein, alle sollen mitkriegen, dass sie jetzt mal aufs Klöchen müssen. Eine von denen stolpert über meinen Fuß. Ich finde nicht, dass mir das leidtun muss, so, wie die da durchgelaufen ist, hat sie nicht auf die Erde geguckt.
Die Mädchen kommen zurück, da steht schon ein Junge auf. Er zeigt das Victory-Zeichen. Warum, weiß nur er. Vielleicht ist das das Hennigsdorfer Geheimsignal für: “Ich bin zu hibbelig, um länger stillzusitzen, deshalb gehe ich jetzt auch mal aufs Klo.” Sein Klogang ist eine Show, die ebenfalls jeder mitkriegen muss.

So zieht sich das durch die komplette Vorstellung. Die, die nicht rausmüssen, unterhalten sich über besonders spannende oder unspannende Szenen. Ein Mädchen teilt allen mit, dass sie ja gerade nichts verstehe, weil eine Frau einen (nicht untertitelten) russischen Satz spricht. Hätte sie zugehört (und nachgedacht) hätte sie trotzdem alles verstanden.

20 Minuten vor Schluss reichte es auch einem der Lehrer: Er stellte sich vor die Tür und rief in den Saal, dass jeder, der nun raus will, nicht mehr reinkommt. Leider haben das einige der Mädels wegen ihrer extrem hohen Filmaufmerksamkeit nicht mitbekommen. So rennen einige zur Tür, um dann wieder zurückgewiesen zu werden. “Und wenn ihr in die Hose macht, das ist mir egal!”, so der Türsteher.

Gut die Hälfte der Schüler hat den Film aufmerksam verfolgt. Immerhin. Aber die andere Hälfte hat diese Vorstellung leider mehr geprägt. So ist das an der Stelle immer: Die unfähigen drücken der Sache den Stempel auf.
Bestimmt fanden die den Film auch blöd. Wunden würde es mich nicht.

RTZapper

Der Jahresrückblick 2011

Donnerstag, den 15. Dezember 2011
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DI 13.12.2011 | 20.15 Uhr | rbb

Dass der rbb seinen Jahresrückblick live vom rbb-Weihnachtsschiff in Berlin sendete, war eine sehr gute Idee. Das gab der ganzen Sendung am Dienstagabend eine interessante Atmosphäre.
Dass der rbb diese Sendung neben Sascha Hingst von Hadnet Tesfai moderieren ließ, das war dagegen eine nicht ganz so gute Idee.

Hadnet Tesfai nervte in der Vergangenheit schon beim Jugendsender Fritz. Noch nerviger war sie 2007 in der ProSieben-Inselshow “Survivor” und wurde gleich das erste von den Zuschauern rausgewählt.
Beim “Jahresrückblick 2011″ tat sie so, als sei sie Journalistin. Aber vielleicht sollte sie sich mal über die Art ihrer Moderation Gedanken. Locker-flockig einen Beitrag über die Atomkatastrophe von Japan anzusagen, wirkt schon etwas, nun ja, befremdlich. Lächelnd das Grauen anzukündigen zeugt sich gerade von Feingefühl. Und, hey, jetzt kommt die Toten des Jahres, noch so ein toller Beitrag.
Wer solche, nicht gerade heiteren Dinge ansagen muss oder will, der sollte das einigermaßen angemessen tun. Aber vielleicht hat Tesfai die Beiträge ja nur ansagt und nicht gesehen.

RT im Kino

Rubbeldiekatz

Donnerstag, den 15. Dezember 2011

Matthias Schweighöfer erschließt neue Zielgruppen! Bislang fahren ja vor allem die Frauen (und ein paar Männer) auf den blonden Schauspieler ab. Mit “Rubbeldiekatz” startet er seine Karriere als Model, auf das auch die Kerle abfahren. Schweighöfer macht auf Frau.

Aber er macht das nicht ganz freiwillig. Also, Alexander, den Schweighöfer im neuen Buck-Film spielt. Alexander ist Schauspieler, aber so richtig gut läuft es nicht. Ab und zu tritt er in Berlin in “Charleys Tante” auf – als Frau.
Sein Bruder Jürgen (Detlev Buck), gleichzeitig sein Manager, macht dann jedoch den großen Deal: die Rolle in einem Hollywoodfilm. Der Haken: Alex spielt eine Frau. Wochenlang muss er sich also ins Kostüm zwängen.
Und klar, das führt zu Verwicklungen: Alex – ähm, Alexandra wird von Männer begrabbelt, seine Ex ist eifersüchtig, und dann verliebt er (sie) sich auch noch in die Kollegin Sarah (Alexandra Maria Lara).

Buck hat’s drauf. Das muss man mal ganz klar sagen. Seine Filme haben ein großes Niveau erreicht. Waren seine Frühwerke oft noch behäbig, war schon das Drama “Knallhart” ein echter Kracher. Viel Feingefühl zeigte er beim Kinderfilm “Hände weg von Mississippi”. Ein sehr sehenswerter, wahrer Trip war dann “Same Same But Different”. Nun also “Rubbeldiekatz”.
Der Film beginnt ein wenig hölzern und steril, sowohl die Dialoge als auch die etwas laute Musik fallen negativ auf, machen misstrauisch. Aber dann nimmt die Story ordentlich Fahrt auf.
Detlev Buck hat nicht nur tolle Schauspieler um sich versammelt. Neben Lara und Schweighöfer sind Denis Moschitto, Maximilian Brückner, Max von Thun und Max Giermann (als herrlich verschrobener Hitler-Darsteller) mit dabei. Mit ihnen erzählt Buck eine abwechslungsreiche, mal witzige, mal traurig-nachdenkliche, sexy Geschichte. Dabei wird die Handlung selten wirklich platt. Das ganze verpackt er in interessant gefilmte Szenen und reichert sie – rubbeldiekatz – mit einem modernen Soundtrack an.
Wir blicken hinter die Kulissen der Babelsberger Filmproduktion, können erahnen, was bei den Promis so abgeht und sehen Berlin, wie es spannender kaum sein kann.
Damit gehört “Rubbeldiekatz” ohne Frage zu den besten deutschen Filmen dieses Jahres! Und der Buck ohne Frage zu den fähigsten deutschen Regisseuren.

9/10