Tagesarchiv für 11. Dezember 2011

RTelenovela

Rügen 2011 (8): Andersrum

Sonntag, den 11. Dezember 2011
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(7) -> 10.12.2011

Frühstück im Binzer Kurhaus. Das Restaurant befindet sich im Erdgeschoss des alten Kurhaus-Gebäudes. Sitzt man mapfend am Tisch, hat man den Blick auf den Kurplatz und die Ostsee. Und das Frühstück kann sich sehen lassen – wobei bei einem Fünf-Sterne-Haus alles andere überraschend gewesen wäre.
Es gibt diverse Wurst-, Käse, und Fischsorten, Fleisch, Eier, Obst, Salate, Marmelade (unter anderem eine spezielle Haus-Marmelade) und Säfte.
Zwischendurch schaut jemand vorbei, der vermutlich der Chef des Hauses ist, um an jedem Tisch mal schnell “Guten Morgen!” zu sagen und dem Paar am Nachbartisch mitzuteilen, dass sie am wohl beliebtesten Tisch des gesamten Restaurants sitzen würden.

An der Zimmertür hängt übrigens jeden Morgen ein kleines Tütchen mit einer Tageszeitung. Allerdings setzt man beim Kurhaus leider nicht auf die lokale “Ostsee-Zeitung”, sondern auf “Die Welt”. Eigentlich schade, denn wenn man schon in Binz ist, will man doch auch wissen, was da so los ist. In der “Welt” steht das nicht – zumal es ein wirklich lahmes Blatt ist.

Auschecken. Leider (oder zum Glück?) wollte niemand wissen, wie es mir gefallen hat.
Also: Eigentlich ist es ganz schön. Das Zimmer war nett, vor allem natürlich der fantastische Seeblick. Wäre ich allerdings länger als eine Nacht dort geblieben, hätte ich das Zimmer beanstandet. Vor allem im behindertengerechten Bad habe ich mich eher unwohl geführt. Es war in der Klinik. Nicht so schön.
Ich neige ja dazu, ein Gewohnheitsmensch zu sein. Schon mehrmals war ich im “Vier Jahreszeiten” zu Gast. Das ist zwar “nur” in zweiter Reihe hinter der Strandpromenade, hat einen Stern weniger, ist entsprechend billiger – aber deswegen nicht schlechter. Dass das Kurhaus als Übernachtungsort für mich ein Muss ist, konnte es mir nicht beweisen.
Aber das wird anders, wenn ich den Schuppen erst mal gekauft habe.

Vor der Rückreise machte ich noch einen Abstecher nach Putbus. Dort gibt es ein Haus, das andersrum gebaut ist – auf dem Kopf, also auf dem Dach stehend. Das Haus “Kopfüber” steht an der Lauterbacher Chaussee.
Auch drinnen ist alles um 180 Grad gedreht, steht also auf dem Kopf. Das Klo im Bad klebt an der Decke. Auch das Waschbecken und die Dusche. Im Wohnzimmer ist der Tisch gedeckt, auch an der Decke klebend. Ebenso das Kinderzimmer, das Schlafzimmer.
Der Fußboden ist leicht schräg, irgendwann torkelt man durch das Haus, sowieso schon verwirrt und fasziniert von der ungewöhnlichen Optik.
Eine spannende Sache! Deutschlandweit gibt’s wohl nur drei solcher Häuser, das in Putbus ist das Größte.

Zu guter Letzt noch ein Zwischenstopp in Neuendorf, einem Ortsteil von Putbus. Die schmale Straße führt durch direkt am Ufer des Boddens entlang. Das erste Haus steht erstaunlich dicht am Ufer.
Es war recht windig, als ich dort am Ufer stand, die Wellen waren die Boddenverhätnisse recht hoch, und ich fragte mich, was denn passiert, wenn mal Hochwasser ist. Zumindest die Straße wäre dann weg…
Ob man dort vielleicht mal in eine der Ferienwohnungen ziehen sollte? Ist sicherlich mal was anderes, aber auch ganz schön weit ab vom Schuss.

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ORA aktuell

Fahrplanwechsel: Neues bei Oranienburger Bus und Bahn

Sonntag, den 11. Dezember 2011
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Mit dem Fahrplanwechsel gibt es in Oranienburg einige Neuigkeiten. Im Stadtgebiet gibt es zwei neue Bushaltestellen. Eine befindet sich am St. Johannesberg in der Berliner Straße in Höhe des ehemaligen Bahndamms. Die zweite neue Haltestelle ist an der Jugendherberge in der bernauer Straße.

Neu bei der Bahn: Die RB20 fährt von Oranienburg aus nun bis Potsdam durch und nicht nur bis Hennigsdorf.

RTZapper

Mehr Spaß bei der Arbeit

Sonntag, den 11. Dezember 2011
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FR 09.12.2011 | 10.05 Uhr | Ostseewelle

Gleich: Jürgen von der Lippe bei der Ostseewelle Bleibt dran!
Im Grunde ist es völlig wurscht, wie bei der Ostseewelle die Sendung heißt, die da gerade läuft. Läuft eh nur Musik, Werbung und Nachrichten. Das heißt: fast nur.
“Mehr Spaß bei der Arbeit” heißt die sechstündige Show, die montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr zu hören ist. Dann wird das seichte Programm mit Comedy aufgefüllt. Mit Jürgen von der Lippe beispielweise.
Was sagt Jürgen von der Lippe übers Rauchen? Bleibt dran, gleich erfahrt ihr’s.

So trieb die Ostseewelle am Freitagnachmittag meine Spannung auf den absoluten Siedepunkt.
Und dann kam er tatsächlich: Jürgen von der Lippe bei der Ostseewelle, nachdem er schon Ewigkeiten angekündigt wurde.
Ein Gag. Geschätzte drei Sätze, dann war das Comedyhighlight bei der Ostseewelle schon wieder Geschichte. Aus Angst, dass die Hörer bei Wortbeiträgen zu einem anderen Dudelfunk wechseln, musste dann ganz schnell wieder Musik kommen. Keine Minute kam von der Lippe zu Wort. Und dafür machen die auch noch Reklame?
Ganz schön überflüssig.

RT im Kino

The Help

Sonntag, den 11. Dezember 2011

Das Hausmädchen darf abwaschen. Es darf die Wäsche waschen. Und den Fußboden wischen. Aber vor allem darf es sich um das Kind kümmern. Es anziehen, es erziehen, es bemuttern. Was das hausmädchen nicht darf: das Klo benutzen, auf das sich ihre Geldgeber setzen. Denn das Hausmädchen ist schwarz. Und schwarze Hausmädchen haben Keime. Deshalb brauchen sie ein eigenes Klo. Und dürfen selbst nur bestimmtes Besteck benutzen. Schwarze finden die Damen in Jackson, Mississippi, nämlich irgendwie unrein.
Da stockt es einem den Atem.

Aber genau so war es. Oder ist es vielleicht sogar noch. “The Help” aber spielt Anfang der 60er: Skeeter (Emma Stone) kehrt nach dem College in ihre Heimatstadt zurück. Ihr Ziel: Schriftstellerin werden. Der Weg dahin ist zwar steinig und führt über eine Haushaltskolumne, aber sie hat das Ziel fest im Blick. Und sie hat schon ein Thema: Sie will afroamerikanische Frauen interviewen, die sich als Hausmädchen um die Kinder der weißen Oberschicht kümmern. Dass sie damit gegen ein Gesetz verstößt, verdrängt sie. Aibileen (Viola Davis) kann sie als erstes für ihr Projekt gewinnen, dann die resolute Minny (Octavia Spencer). Sie berichten von der Pein, die sie auf der Arbeit erleben. Von den blasierten Frauen, die ihre Kinder abschieben, aber gleichzeitig angeekelt sind von den schwarzen Hausmädchen.

“The Help” basiert auf den Bestseller von Kathryn Stockett. Tate Taylor zeigt in seiner filmischen Umsetzung, welche Mauern im Kopf existieren, wenn es um andersfarbige Menschen geht. Der Ekel, den die feinen Frauen haben. Aber auch das Mitläufertum. Es gibt Momente, in denen der Zuschauer fassungslos ist angesichts der Abgebrühtheit der blasierten Weißen.
Gleichzeitig ist “The Help” so unglaublich warmherzig, dass man danach mit einem ganz leichten, fröhlichen Gefühl das Kino verlässt. Zu sehen, wie sich die Hausmädchen langsam, aber sicher wehren, wie sie versuchen, die Sache trotzdem mit Humor zu nehmen, wie sie lästern, wie sie lachen – das sorgt stellenweise für Dauerschmunzler.
Der Film stellt die Freundschaft in den Mittelpunkt. Was wären die Hausmädchen ohne Freundschaften? Was wären aber auch die Kinder der Weißen ohne Freundschaft – die der Angestellten?
Sicherlich arbeitet “The Help” mit Klischees. Die aufgetakelten, tussigen Frauen wirken manchmal schon sehr aufgesetzt. Aber Regisseur Taylor erzielt damit genau die Wirkung, die er erreichen will. Der Zuschauer fiebert mit. Skeeter, Aibileen und Minny werden zu echten Helden.
“The Help” ist genau der richtige Film für die Vorweihnachtszeit.

9/10