Tagesarchiv für 18. November 2011

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Knackpunkt Schlossbrücke

Freitag, den 18. November 2011
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Die Oranienburger Tourismusinformation soll von der Bernauer Straße auf den Schlossplatz ziehen

MAZ Oranienburg, 19.11.2011

Mit Anne Bernsdorff, der Geschäftsführerin des Tourismusvereins Oranienburg, sprach RT.

MAZ: Wer kann Mitglied im Verein werden?
Anne Bernsdorff: Jeder, der Tourismus unterstützt, jeder, der touristische Angebote macht. Wir profitieren sehr stark voneinander.

Inwiefern?
Bernsdorff: Die Vernetzung wird immer besser. Der Tourismusverein und die Stadt Oranienburg arbeiten jetzt sehr viel enger zusammen.

Was hat Oranienburg zu bieten?
Bernsdorff: Auf jeden Fall mehr als das Schloss, die Gedenkstätte Sachsenhausen oder den Bauernmarkt. Viele Leute sind an Kultur interessiert, fragen nach dem Schloss oder Veranstaltungen in der Orangerie.

Sie wollen mit der Tourismus-information in den geplanten Neubau gegenüber dem Schloss ziehen. Ist das denn sinnvoll?
Bernsdorff: Wir wünschen uns, dass das klappt. Dort haben wir viel mehr Möglichkeiten. Es ist zu eng hier (in der Bernauer Straße 52, Anm. d. Red.) . Momentan ist die steile Schlossbrücke der Knackpunkt, sie ist eine Hürde. Entscheidend ist auch, ob das neue Schlossplatzcenter angenommen wird. Beim Bötzower Platz hat das ja leider nie geklappt. Wichtig ist, dass die Gäste auch in der Bernauer Straße schon interessante Angebote finden.

Aber ist es nicht zu weit für die Touristen, die nach Oranienburg kommen? Die müssen dann den weiten Weg zum Schloss nehmen, um zur Tourismusinfo zu gelangen.
Bernsdorff: Wir denken daran, am Bahnhof einen Infopunkt einzurichten. Erste Gespräche wurden geführt.

Wo gibt es sonst noch Verbesserungsbedarf?
Bernsdorff: Bis zu 400 000 Besucher kommen jedes Jahr in die Gedenkstätte. Die meisten gehen der Stadt verloren, weil sie vom Bahnhof zur Gedenkstätte und wieder zurücklaufen. Wir müssen es schaffen, sie dazu anzuregen, auch die Stadt selbst zu besuchen.

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RT im Kino

Tom Sawyer

Freitag, den 18. November 2011

Irgendwie passt das nicht zusammen: “Tom Sawyer”, neu verfilmt in Deutschland. St. Petersburg, die Kleinstadt in Mississippi, USA, wirkt einfach nicht wie Mississippi. Der See, auf dem Tom Sawyer und Huck Finn mit ihrem Floß fahren, auch nicht – ist ja auch der Ruppiner See in der Nähe von Neuruppin. Das Ganze wirkt eben leider doch mehr wie ein Kostümball.
Aber, ganz klar: Den Kindern – die eigentliche Zielgruppe des Films – den könnte das egal sein. Und ist es besimmt auch.

Im Grunde ist die Story bekannt: Tom Sawyer (Louis Hofmann) ist ein Junge, der ständig Streiche macht und bei Tante Polly (Heike Makatsch) lebt. Sein bester Freund ist Huck Finn (Leon Seidel). Der hat kein zu Hause, lebt stattdessen allein an einem See im Dickicht.
Als sich die beiden nachts auf einem Friedhof rumtreiben, sehen sie, wie Indiana Joe (Benno Fürmann) einen hinterhältigen Mord begeht und ihn dem Landstreicher Muff Potter (Joachim Król) in die Schuhe schieben will.
Die beiden Jungs haben nun große Angst, entdeckt zu werden und nehmen es sogar in Kauf, dass der Landstreicher vor Gericht kommt.

Für einen Kinderfilm ist “Tom Sawyer” ungewöhnlich hart. Ein Mann wird ermordet. Tom erlebt ziemlich gruselige Träume. Ganz Kleine sollten sich diesen Film vielleicht nicht ansehen.
Ansonsten spielen gerade die Kinder ihre Rollen gut. Sie haben sichtlich ihren Spaß, auch Benno Fürmann macht sich gut als Bösewicht.
“Tom Sawyer” ist also recht unterhaltsam – für Kinder sicher mehr noch als für Erwachsene.
Und dennoch: Das Grundproblem ist trotzdem nicht wegzudiskutieren. Die Location nimmt man dem Film an keiner Stelle ab. Auch wirkt inbesondere Huck zu sauber, zu rein. Für einen Jungen, der im Nirgendwo liebt, ist er zu geleckt. Wie überhaupt alles sehr geleckt wirkt, was nicht ganz zu der Zeit passen will, die der Film darstellen soll. All das war in vorangegangenen Verfilmungen des Stoffs besser umgesetzt worden.
Die Fortsetzung ist übrigens auch schon abgedreht: “Huck Finn” kommt 2012 ins Kino.

6/10

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