Tagesarchiv für 10. November 2011

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Der Fernsehkritiker

Donnerstag, den 10. November 2011
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Internet: Holger Kreymeier beobachtet Medien

MAZ, 10.11.2011

BERLIN
Als der Fernsehkritiker heftige Vorwürfe gegenüber der „Super-Nanny“ von RTL erhob, musste der Sender erstmals wirklich reagieren und eine Stellungnahme abgeben. Holger Kreymeier lächelt. In seinem Internetmagazin „Fernsehkritik-TV“ zeigt der Hamburger zweimal monatlich den Irrsinn der Fernsehwelt. Mit seinem Beitrag über die RTL-Dokureihe sorgte er vor einigen Wochen für Gesprächsstoff. Der Vorwurf: Alle bei der „Super-Nanny“ gezeigten Geschichten sind gescriptet, also mit Drehbuch entstanden. RTL weist die Vorwürfe zurück. „Das prallt an denen einfach ab“, sagt Kreymeier.

Seit 2007 ist er im Internet mit „Fernsehkritik-TV“ auf Sendung. Mehr als 100 000 Zuschauer hat sein sehenswertes Magazin, das meist etwa eine Stunde dauert. Kreymeier, der im Dezember seinen 40. Geburtstag feiert, finanziert sein Format mit Fanartikeln und Werbung. Zusätzlich haben etwa 3000 Fans das Magazin abonniert. „Das ist mehr, als ich erwartet habe“, sagt er in einem MAZ-Gespräch. Für einen gewissen Betrag können die User die Sendung zwei Tage vor allen anderen und ohne Reklame anschauen.
Mit seinen kritischen Beiträgen über die Telefonspiele beim inzwischen eingestellten 9Live oder den investigativen Reportagen über die Dokureihe mit RTL-Anwalt Christopher Posch sorgte er für Aufsehen im Medienbetrieb und Ansehen bei den Fans.

„Meine Internetseite gab es schon vor 2007, aber nur mit Texten“, erzählt Kreymeier. Dann entwickelte er das Konzept für das Magazin mit bewegten Bildern. „Damals habe ich die Sendungen, über die ich berichtete, mit dem Videorecorder aufgenommen.“ Jetzt nutzt er Online-TV-Recorder, wenn er von seinen Fans erfährt, was das Fernsehen wieder „verbrochen“ hat.
Bevor er der Kritiker wurde, arbeitete er selbst beim Fernsehen. „Ich war ein halbes Jahr bei einer Agentur, die Exklusivmaterial an Boulevardmagazine wie ,Explosiv’ oder ,Blitz’ verkauft“, sagt Holger Kreymeier. „Da schüttelt man sich, wenn man das mal miterlebt hat.“ Er kündigte.
Seine freie Mitarbeit beim NDR endete dagegen erst, als er bei „Fernsehkritik-TV“ kritisch über die Öffentlich-Rechtlichen und ihre Gebühreneinzugszentrale (GEZ) berichtete. „Dafür zahl’ ich nicht“, lautete das Motto der Werbespots, die Kreymeier drehte. Ärger bekam er auch, nachdem er T-Shirts mit dem Aufdruck „Scheiß RTL“ in seinem Shop anbot. Die RTL-Leute fanden es nicht lustig, dass Kreymeier dafür das Senderlogo verwendete. „Falls sie klagen, kommt es zur Verhandlung.“ Er hat sich schon mal einen Anwalt genommen.
Seine Zuschauer unterstützen ihn ebenfalls. Als Kreymeier am vergangenen Wochenende zum Fantreffen in den „Grünen Salon“ nach Berlin einlud, reichte der Platz bei weitem nicht aus.

In der 80. Ausgabe des Magazins, das in diesen Tagen online geht, thematisiert der Fernsehkritiker unter anderem die immer seichter werdende ARD-Talkshow von Anne Will.

www.fernsehkritik.tv

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ORA aktuell

Aus für den Post-Parkplatz in der Schulstraße

Donnerstag, den 10. November 2011
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Im Jahr 2012 verschwindet der Parkplatz in der Oranienburger Schulstraße neben der Post. Das berichtet die Märkische Allgemeine am Donnerstag. Die BM Brezel GmbH aus Berlin will dort ein Geschäftshaus bauen, einen Bauantrag gibt es schon.

Im Erdgeschoss sind Läden vorgesehen, darüber Praxen und Büros. Derzeit würden Gespräche mit möglichen Mietern laufen
Das Grundstück ist etwa 1000 Quadratmeter groß.
Zwei der vier Geschäfte im Haus daneben in der Schulstraße stehen leer, ein weiteres ist demnächst ebenfalls leer.

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RTZapper

Ohne Geld bis ans Ende der Welt

Donnerstag, den 10. November 2011
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MI 09.11.2011 | 2.10 Uhr (Do.) | zdf_neo

Geld? Ist doch völlig überschätzt. Für lange Reisen um die Welt ist es jedenfalls nicht dringend notwendig. Meistens jedenfalls. Auch wenn’s manchmal illegal ist.

Der Entertainer und Journalist Michael Wigge wagte für zdf_neo den Selbsttest: In 150 Tagen reiste er von Berlin in die Antarktis. Ohne eigenes Geld in der Tasche. Dabei filmte er sich permanent selbst und hatte nur noch eine zweite Kamera dabei, die er manchmal zusätzlich aufstellte. Wie groß sein Team war, das ihn begleitete – und ob überhaupt ein Team dabei war, ist in der Dokureihe selbst nicht zu erkennen.
zdf_neo zeigte alle Teile der Reihe in der Nacht zum Donnerstag am Stück.

Wigge nahm einen Stundenjob an, um Geld fürs Bahnticket zu bekommen. Er fragte in Geschäften in Antwerpen nach, ob er etwas zu essen bekommt.
Manchmal war es aber auch … nun ja … fragwürdig, wie Wigge sich durch die Welt schlägt. Wenn er als Schwarzfahrer im Zug zeigt, in welchem Waggon man sich wo hin kauern muss, um dem Kontrolleur zu entgehen, oder wie man kostenlos auf den Kölner Dom oder unter die Niagarafälle kommt … Was will uns der Sender damit sagen? Bescheißt ruhig?
Wenn ihr das nächste Mal schwarzfahrt, dann habt ihr aber wenigstens eine Ausrede: Hab ich beim ZDF gesehen, wie das geht.

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