Tagesarchiv für 3. November 2011

RTZapper

This Prison where I live

Donnerstag, den 3. November 2011
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MI 02.11.2011 | 1.05 Uhr (Do.) | ZDF

Comedian Michael Mittermeier in ernsthafter Mission: Er reist nach Burma um sich auf die Spuren von Maung Thura zu begeben. Burmas berühmtester Comedian, er nennt sich Zarganar, wird vom Militärregime verfolgt und aufgrund irrwitziger Anschuldigungen zu 59 Jahren Haft verurteilt.

In „This Prison where I live“ begleitet Regisseur Rex Bloomstein den bayerischen Comedian auf seiner aufregenden Tour. Inzwischen ist Zarganar aus dem Knast entlassen worden, der Film ist dadurch aber nicht weniger brisant.
Er zeigt Michael Mittermeier von einer ganz anderen Seite. Ernsthaft, engagiert, besorgt. Mittermeier macht darauf aufmerksam, dass die freie Meinungsäußerung ein schützenswertes Gut ist. Eines, das nicht in aller Welt gilt.

Schade, dass der Film in keinster Weise synchronisiert wurde. Er ist komplett auf Englisch und nur untertitelt. Wenn wenigstens die Kommentare auf Deutsch übersetzt worden wären und auch Mittermeier sich auf Deutsch übersetzt hätte, könnte man mit diesem Film sicherlich mehr Menschen erreichen. Das ZDF hätte ihn dann auch nicht mitten in der Nacht versenden brauchen.

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RTZapper

Ein Heim für Tiere

Donnerstag, den 3. November 2011
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MI 02.11.2011 | 13.10 Uhr | zdf.kultur

Tierarzt Dr. Willi Bayer betreibt eine Praxis am Rande der Stadt. Er engagiert sich rund um die Uhr für seine Tiere.
1984 war es, als das ZDF erstmals die Serie “Ein Heim für Tiere” im Vorabendprogramm ausstrahlte. Sie gehört inzwischen genauso zu den Fernseh-Klassikern wie “Ich heirate eine Familie…” oder “Die Wicherts von nebenan”.

Umso schöner ist es, dass zdf.kultur die Serie mal wieder zeigt. Jeden Mittwoch läuft nun eine Folge. Und noch eine. Und noch eine. Und noch eine. Und noch eine. Fünf Folgen am Stück, fast vier Stunden lang.
Wer plant so einen Irrsinn? Wer soll sich jeden Mittwochnachmittag so viel Zeit nehmen, um fünf Folgen der Serie hintereinander zu sehen? Das schafft doch so gut wie kein Mensch! Und selbst wenn: Wer will das schon?

Oder sieht sich zdf.kultur nur noch als Serviceleister für Serienfans, die sich das Ganze auf DVD brennen wollen? Ist eigentlich nicht Sinn der Sache.
So was nennt man schlicht und einfach: versenden. Schade.

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RTelenovela

Ein Stück Russland in Oranienburg

Donnerstag, den 3. November 2011
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In Oranienburg gibt es ein kleines Stück Russland. Es befindet sich im Neubaugebiet an der Walther-Bothe-Straße: ein russischer Supermarkt.
Er ist dort, wo auch schon zu DDR-Zeiten die Kaufhalle stand.

Drinnen hat sich eigentlich nicht sehr viel geändert. Es sind ziemlich rumpelig, ostig da drinnen aus. Die Kühltruhen scheinen noch die gleichen zu sein. Die Fußbodenplatten sowieso. Auch die Tafeln, auf denen steht, was es denn in dem Regal gibt, sehen auch nicht mehr ganz taufrisch aus.

In den Regalen liegen fast ausschließlich russische Produkte, also auch mit russischen Etiketten mit kyrillischer Schrift. Man muss die Sachen erst in die Hand nehmen, um zu sehen, worum es sich denn handelt. Die deutschen Übersetzungen stehen eher klein auf den Eiketten.
In einem Kühlregal steht ein riesiger Bottich mit Soljanka, davor Plasteschüssel und eine Kelle zum Einfüllen.

Der Markt leistet sich nicht nur eine Fleischtheke, sondern auch eine mit lebenden Fischen. In einem kleinen Becken mit flachen Wasser kauern Karpfen herum. Irgendwie können sie einem Leid tun.

Nicht fehlen darf offenbar in so einem Supermarkt (falls man ihn so nennen kann) ein, nein, zwei Regalen voll mit Bonbons und Konfekt. Alle möglichen Sorten zum Zusammenstellen. Die Russen sollen ja angeblich für ihre Süßigkeiten berühmt sein, wobei ich nicht weiß, bei wem berühmt…

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RT im Kino

Fenster zum Sommer

Donnerstag, den 3. November 2011

Warum ist das passiert? Warum waren wir ausgerechnet heute verabredet? Warum ausgerechnet in diesem Café? Und wieso konnte ich das nicht verhindern? Emily ist tot. Emily lebt.

Juliane (Nina Hoss) und August (Mark Waschke) fahren in ihren ersten gemeinsamen Urlaub. Sie wollen ihren Vater in Finnland besuchen. Und sie denkt nach: Juliane hat gerade ihren Freund Philipp (Lars Eidinger) verlassen. Und vor kurzem ist ihre Kollegin und Freundin Emily (Fritzi Haberlandt) gestorben. Vom Auto überfahren.
Juliane schläft im sommerlichen Finnland ein – und erwacht im winterlichen Berlin. Es ist Februar. Der Februar vor dem Sommerurlaub in Finnland. Juliane hat diesen Februar schon einmal erlebt. Emily lebt. Und die sie mit Philipp zusammen. August kennt sie nicht. Noch nicht.
Sier erlebt alles noch mal, auch den geplanten Wohnungskauf, gemeinsam mit Philipp. Aber sie merkt: Sie will das alles so nicht mehr. Alles muss anders werden. Oder doch nicht? Und Emily – sie muss Emily retten.

“Fenster zum Sommer” ist ein mysteriöses Drama, eine etwas andere Liebesgeschichte. egisseur Hendrik Handloegtens beschäftigt sich mit der Frage, ob sich das Schicksal überlisten lässt. Ist eine Liebe beeinflussbar? Lässt sich der Beginn einer Liebe wiederholen? Und wie ist es, wenn man denkt, seine eigene Zukunft schon sehr genau zu kennen?
Das sind Fragen über Fragen. Der Film beantwortet die meisten davon, und das Gute ist, er macht es auf eine Weise, die überraschend unvorhersehbar ist. Er liefert nicht die einfachen Lösungen, die Sonnenschein-Happy-Ends, die man nach zehn Minuten schon erahnen kann.
Anfangs rätselt man als Zuschauer noch, wohin die Geschichte gehen soll. Spätetens in der zweiten Hälfte ist sie dann durchaus fesselnd.
Und, nun ja, so eine zweite Chance – einmal zurückspulen – eigentlich wäre das doch eine tolle Sache.

7/10

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