Monatsarchiv für November 2011

RTelenovela

Eros, Gianna, Adriano, Albano und Romina

Mittwoch, den 30. November 2011
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Sie verfolgen uns überall hin. Jedenfalls in jedes italienische Lokal. Überall dudeln sie ihre Lieder runter, überall das Gleiche.

Italien scheint recht wenige wirkliche Stars zu haben. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass scheinbar überall die gleichen CDs abgespielt werden?
Heute wieder, bei unserem Stammitaliener am Oranienburger Schlossplatz: Die CD mit Musik von Eros Ramazzotti haben wir bestimmt schon zigmal gehört.
Auch andere italienische Lokal bieten uns oft und gern Eros als Geräuschkulisse. Gern gespielte Interpreten sind auch Albano und Romina Power – obwohl die seit Jahren (oder Jahrzehnten) nicht mehr gemeinsam singen. Nicht zu vergessen Adriano Celentano und Gianna Nannini.

Ständig bekommt man beim Italiener die gleiche Soße auf die Ohren. Haben denn unsere Freunde keine anderen Chartbreaker zu bieten?
Andererseits: In deutschen (also bayerischen) Lokalen in Sonstwo-Ländern läuft sicherlich auch nur Humtata-Volksmusik.

RTZapper

Das Supertalent: Die heiße Melanie

Dienstag, den 29. November 2011
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SO 27.11.2011 | 10.50 Uhr | RTL

Skandal: Dieter Bohlen weiß nicht, was und wo Oranienburg ist. Da musste erst Melanie kommen, dass er von dieser herrlichen Stadt erfährt.
Melanie aus Oranienburg hat Glück gehabt: Die “Supertalent”-Folge vom Donnerstag zeigte RTL nur, um den Start der ProSieben-Castingshow “The Voice of Germany” zu torpedieren. Hat quotenmäßig nicht ganz so geklappt, aber immerhin konnte Oranienburg mal seine heiße Seite zeigen. Das wäre uns sonst entgangen.

Melanie (31) kam zum RTL-Casting, um vor Dieter Bohlen zu strippen. Das weiße Oberteil, das die beiden größten Vorzüge von Melanie deutlich betonte, kam bei Bohlen gut an.
Melanie machte sich nicht einfach so nackig, nein, dabei fuchtelte sie auch noch mit Feuerstäben herum. “Zieh dich endlich aus, Mensch!”, rief Bohlen.
Tatsächlich legte Melanie eine … nun ja, interessante Show hin. Und was macht man, damit die Sause auch im Familienprogramm, also in der Wiederholung am Sonntagmittag, gezeigt werden kann? Man beklebt die Brustwarzen mit einem X. So sieht man Titten, aber eigentlich doch nicht. Melanie stand minutenlang fast nackig und mit irgendwie ja doch nackter Brust vor der Jury, holte sich ihre Abfuhr ab (ein Gnaden-Ja von Bohlen) und hielt sich Backstage plötzlich scheinprüde beim Interview die Brüste zu.

Und wir wissen nun: Oranienburg kann sehr sexy sein. Also, von weitem. Denn wie bemerkte Dieter Bohlen: “Manchmal ist es auch ernpüchternd, wenn man alles so von dicht sieht.”

ORA aktuell

Verkehr: Gesperrte Pican-Straße sorgt für Chaos

Montag, den 28. November 2011

Die halbseitige Sperrung der Oranienburger André-Pican-Straße sorgte am Montag für ein Chaos.
Ein paar Wochen später als angekündigt, gilt nun wegen der Bombensuche eine Einbahnstraßenregelung. Die André-Pican-Straße ist zwischen der Bahnbrücke und der Lehnitzstraße nur stadteinwärts befahrbar.

Durch fehlende Verkehrsschilder kam es in der Sackgasse zum Stau, weil viele Fahrer wenden mussten. Chaotisch ging es auch in der Bykstraße und der Lehnitzstraße zu. Grund hierfür ist die seit Monaten nicht richtig funktionierende Ampel an der Lehnitzstraße.

Bis zum 23. Dezember bleibt die aktuelle Verkehrssituation in dem Gebiet bestehen.

RTelenovela

Berlin und der Schrottweihnachtsbaum

Montag, den 28. November 2011
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Berlin und der Weihnachtsbaum auf dem Breitscheidplatz – das war immer eine Sache für sich. Mal war der Baum zu klein, mal zu hässlich, mal aus der falschen Region oder es gab gar keinen. Diesmal ist er schlicht Schrott.

Wahrscheinlich waren es die Verantwortlichen Leid, dass ständig gemäkelt wurde. Vielleicht geben sie dem Affen nun richtig Zucker und stellen eine reine Provokation auf den Platz neben der Gedächtniskirche.
Zu sehen ist ein Stahlgerippe, das mit allem möglichen Müll behangen ist: Schuhe, eine Ampel, ein Stop-Schild, Kerzenständer, eine Miss-Piggy-Puppe, eine CD, ein Kofferradio und so weiter und so weiter.
So oder so – der Baum (oder eher: das Ding) ist eine Attraktion. Wer auf den wirklich sehr schönen, stimmungsvollen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche geht, will auch das Schrottding sehen.

Ich finde die Sache ganz witzig. Ja, warum soll man nicht mal was ganz Außergewöhnliches machen? Normalerweise kann ich ja mit dieser Art… ich sag mal: Kunst nichts anfangen. Aber das Ding finde ich interessant. Vor allem die Reaktionen der Menschen. Sie reichen von “Typisch Berlin” über “Ach du scheiße” bis zu “Die spinnen ja”. Richtig geschmückte Bäumchen stehen auf dem Gelände genug rum, da kann man sich ruhig mal auf so was einlassen.

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RTZapper

The Voice of Germany

Montag, den 28. November 2011
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SA 26.11.2011 | 15.30 Uhr | Sat.1

Deutschland hat ganz dringend noch eine Castingshow gebraucht. Eine, die natürlich völlig anders ist, als die, die wir schon haben oder hatten. Deshalb suchen ProSieben (donnerstags) und Sat.1 (freitags, Wiederholungen sonnabends) nun “The Voice of Germany”.

Am Anfang stehen die “Blind Auditions”. Die Jury hört die Kandidaten nur, aber sehen sie nicht. Wenn sie der Meinung sind, sie wollen ihn oder sie coachen, dann drücken sie auf einen Buzzer, und der Stuhl dreht sich um.
Das ist in der Tat eine schöne Idee, dennoch wirkt sie in der Umsetzung mitunter unfreiwillig komisch.
Xavier Naidoo gehört zur Jury. Irgendwann hieß es mal, er mache so was nicht mit. Dann saß er bei Raab in der Cong-Contest-Jury. Und nun bei der Suche nach “The Voice”. Und scheint nun doch jeden Scheiß mitzumachen. Wenn Naidoo da sitzt und Grimassen schneidet und so tut, als würde er gleich den Buzzer drücken oder vielleicht doch nicht, dann ist das einfach nur peinlich-albern. Aber vielleicht muss er das ja so machen, weil es irgendein Verantwortlicher auf diese Art spannender findet. Nein, das macht es nicht spannender.

Eigentlich hätte es die Show nicht nötig, zu manipulieren. Die Sänger und Sängerinnen sind auf einem recht hohen Niveau. Es ist niemand dabei, der richtig mies ist. ProSieben und Sat.1 manipulieren trotzdem. Wie auch bei RTL und dem “Supertalent” sind bei “The Voice” Publikumsreaktionen zu sehen, die offenbar nicht zu der gerade gezeigten Szene passen. Da schreien Leute, jubeln welche, klatschen welche, stehen einige auf. Und beim nächsten Schnitt ist wieder alles ruhig. Schade, dass es Sat.1 und ProSieben nicht besser machen wollen als RTL und sie ebenfalls das Fernsehpublikum bescheißen.

RTelenovela

Dänemark (3): Führerlose Metro

Sonntag, den 27. November 2011
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Das war’s schon wieder mit Kopenhagen. Unsere Reise war entschieden zu kurz, denn viele von den echten Sehenswürdigkeiten haben wir gar nicht gesehen. Keine Schiffstour zur kleinen Meerjungfrau. Kein Spaziergang durch die Freistadt Christiania.

Es blieb an Tag 3 nicht mehr als der Fußweg vom Hotel zur Metrostation. Die sind momentan mit einem Großereignis zugepflastert. Auf großen Plakaten wird für die Show “The Voice of Denmark”. In unserem Nachbarland beginnt die Castingshow zwei Tage, nachdem sie auch in Deutschland auf Sendung ging.
Die Metro kommt übrigens ohne Fahrer aus. Sie fährt führerlos durch Kopenhagen. Dementsprechend sind die besten Plätze von und hinten, denn da kann man durch die großen Scheibe auf die Gleise und Bahnsteige sehen. Zumindest in den Untergrundstationen kann man auch nicht einfach so in die Bahn steigen. Der Zug fährt hinter Glas ein. Die Bahn- und die Glastüren öffnen sich erst, wenn der Zug steht. So kann niemand auf den Bahnsteig fallen.

Den Flug von Kopenhagen nach Berlin absolvierten wir scheinbar auf einem Rekordkurs. Nicht 60 Minuten, wie geplant, ging unser Flug, sondern gerade mal 38. Inklusive auf einen tollen Blick auf die Großbaustelle am Autobahndreieck Schwanebeck (das künftige Dreieck Barnim).
Und weil auch die Koffer in Tegel extrem fix ankamen, musste ich dann erst mal warten, bis ich abgeholt wurde. Und wer weiß, vielleicht war es schon mein letzter Flug nach Berlin-Tegel, bevor er dichtmacht.

RTelenovela

Dänemark (2): Mandeln, Bäume und ein Stern

Samstag, den 26. November 2011
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(1) -> 25.11.2011

Die Stunden der Superlative gehen weiter. Und eines kann ich nun voll und ganz bestätigen. Die Beste heiße Schokolade der Welt – es gibt sie (und wie konnte ich daran zweifeln) in Kopenhagen.
Überhaupt – diese Konditorei “La Glace” ist der Wahnsinn. Was es da an herrlichen (und dickmachenden) Torten gibt, ist so üppig, dass einem die Augen feucht werden. Und dann dieser Kakao. Ganz leicht dickflüssig, wie eben Schokolade so schmeckt.
Das “La Glace” (und ein weiterer Superlativ durfte natürlich nicht fehlen) ist die älteste Konditorei in Dänemark.

Nördlich von Kopenhagen liegt in Kongens Lyngby das Freiluftmuseum. Es zeigt Häuser aus den Jahren 1650 bis 1950. Wir hatten nur eine knappe Stunden und beschränkten uns auf ein Haus aus dem Jahr 1910. Drinnen erwarteten uns drei Frauen, die gerade dabei waren, zu backen. Plätzchen und in Schweinefett frittiertes Gebäck (was sagen eigentlich Vegetarier dazu?). Es war noch warm, als wir davon kosteten.
Mehr als 300.000 Menschen sehen sich das Museum jedes Jahr an.

Kaj Østergård ist der Herr der Weihnachtsbäume. Nun ja, zumindest der Chef des dänischen Weihnachtsbaumverbandes. Man muss nämlich wissen, dass die sehr viele der Nordmanntannen in Deutschland aus Dänemark kommen. Die Dänen produzieren pro Jahr um die 11 Millionen Bäume, 90 Prozent davon gehen nach Deutschland.
Was mir völlig neu war: Je nach Region haben die Weihnachtsbäume verschiedene Größen. In Bayern mögen sie die Leute am größten: Dort werden Bäume verkauft, die 2 bis 2,40 Meter groß sind. Im Norden und Osten Deutschland sind sie 1,75 bis 2 Meter groß, und im Rugrgebiet nur 1,50 bis 1,75 Meter groß. “Die Käufer wünschen das so”, sagt Kaj Østergård.
Er sagt auch, dass die dänischen Bäume besser seien, als die deutschen. “Das Klima hier ist besser.”

In Søllerød erwartete und ein Sterne-Menü. Das Restaurant “Søllerød Kro” hat nämlich einen Michellin-Stern. Am Anfang gab’s etwas Fischiges. Weiter ging’s mit einem Entenkrustenbraten, dazu Entenherz (ja, genau), Rosenkohlblätter und Zwiebeln. Die Sache mit dem Entenherz habe ich erst erfahren, als ich eins der drei kleinen Dinger gegessen hatte. Zwei blieben liegen.
Zu guter Letzt noch Zitroneneis, Mousse und Süßkram. Eine Geschmacksexplosion. Außerdem habe ich wahrscheinlich in den Tagen so viel Rot- und Weißwein getrunken wie die letzten zwei Jahre zusammen nicht (was auch nicht schwer ist, weil ich so was sonst gar nicht trinke).

In Rungstedlund ist das Karen-Blixen-Museum. Sie hat einst das Buch “Jenseits von Afrika” geschrieben und ist seltsamerweise ausschließlich in Deutschland unter dem Namen Tania Blixen bekannt. In dem Museum kann man sich ansehen, wie die Schriftstellerin und Malerin lebte, nebenan liegen in vielen Vitrinen Originalmanuskripe von ihr.

Auf ihren Umlaut ist Jette Frölich stolz. Sie hat ihn von ihrem Mann, dessen Familie wohl aus Hannover stammte.
Jette Frölich ist Weihnachtsschmuckdesignerin – und das schon seit den 60ern. In Schæffergården kann man sich in ihrem Hauptsitz die ganze Pracht ansehen. Verzierte Kerzenständer, Engelfiguren, Anhänger für den Weihnachtsbaum, Silberschmuck und vieles mehr. Eine interessante Gratwanderung zwischen Kitsch und nettem Kram.

Das Ende des Abends brachte mir einen großen Erfolg. Zurück in Kopenhagen besuchten wir eine Kneipe am Nyhavn. Und es gab den schon beschriebenen Reispudding – inklusive der Ankündigung, dass einer von uns eine ganze Mandel im Pudding zu liegen hat. Dafür werde es ein Geschenk geben. Und wo lag die Mandel? Naa? Richtig. Das Geschenk ist leider nicht so ganz mein Fall, allerdings weiß ich schon, wer sich drüber freuen wird.

-> Fotos