Tagesarchiv für 23. Oktober 2011

RTelenovela

Vor 20 Jahren (73): Wie wir fast die Glücksrad-Aufzeichnung ruinierten

Sonntag, den 23. Oktober 2011
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(72) -> 23.10.2011

Mittwoch, 23. Oktober 1991.
Das “Glücksrad” auf Sat.1 war im Fernsehen damals die ganz große Nummer. Da die Show in Berlin aufgezeichnet wurde, bot es sich an, dort mal hinzufahren.
Von Oranienburg aus wurden ab und zu Busfahrten eines Reisebüros angeboten: einmal “Glücksrad” und zurück.
Irgendwann am Vormittag – halb Oranienburg war wegen der Bombe sowieso evakuiert – fuhr der Bus in der Havelstraße ab. Ziel war war das Studio an der Havelchaussee am Stößensee in Berlin-Pichelsberg.
Bevor wir ins Studio durften, wurden wir zunächst auf einen Dampfer gelotst, der am Ufer vor Anker lag – bei Kaffee und Kuchen ließen die Glücksrad-Fans noch die eine oder andere Mark da.

Wie das immer so ist: Real sieht so ein Fernsehstudio sehr viel kleiner aus als im Fernsehen. Wir setzen uns uns guckten: Auf der linken Seite war die Buchstabenwand, an der Maren Gilzer stand. Gerade vor uns stand der obligatorische Seat Ibiza, den es damals fast immer zu gewinnen gab. Rechts von uns stand das Glücksrad.
Die erste Enttäuschung: Nicht Frederic Meisner moderierte, sondern der schleimige Peter Bond.

Und los ging’s. In der Show ruft Holger, die Stimme, am Anfang: “Sehen Sie, jetzt ist es endlich so weit!” Es gab bei der Aufzeichnung irgendwelche Schwierigkeiten, weshalb wir ein wenig warten mussten. “Das Glücksrad in Sat.1 beginnt, und Sie sitzen mittendrin!” Dazu die Kamerafahrt am Publikum vorbei, und wir – meine Oma, meine Mutter und ich – sind gerade nich so zu sehen. Wir lächeln und applaudieren. Winken – wie es einige machten – das war uns zu blöd.

Dann der Schwenk über die drei Gewinnpaletten – Gewinne im Wert von mehr als 80.000 Mark. Wahnsinn! Und dann noch der rote Seat, in dem Maren Gilzer gerade sitzt und ihn ein bisschen streichelt, weil sie ihn so lieb hat.
“Berlin ist eine Reise wert”, sagt Peter “Schleimer” Bond. Dann darf der kleine André noch seine Lieben grüßen, und wir finden das total süß.
Dann begrüßen wir Maren, die zuckrig in die Kamera lächelt.

Der Studiokandidat ist leider kein Oranienburger. Ein Dieter aus Potsdam hat es stattdessen ans Rad geschafft.
Runde 1. Wir suchen eine Sache, und Dieter nimmt das N. Ooooooh, ist nicht im Rätsel drin. Na so was aber auch.
Es kommt das S, das D, das T. Und irgendwann weiß meine Oma Bescheid. Sie flüstert meiner Mutter ins Ohr: “Die blaue Mauritius”.
Dieter aus Potsdam gewinnt 500 Mark und darf sich was von der Gewinnpalette aussuchen.

In der Aufzeichnungspause – an der Ratewand werden hinter dem Vorhang die Buchstaben ausgetauscht – mahnt der Aufnahmeleiter: Man habe die Lösung aus dem Publikum hören können. Irgendjemand habe da die Lösung geflüstert.
Natürlich geben wir uns nicht zu erkennen, aber fast hätte wir die ganze Aufzeichnung geschmissen, und die erste Runde hätte wiederholt werden müssen.

Runde 2. Ein Ereignis. Und Roswitha hat den Sonderpreis gewonnen – eine Urlaubsreise. Wir rasten aus vor Freude. Lösung: Schwangerschaft.
Runde 3: Eine Redewendung. Es ist nicht unser Tag, die ganz großen Beiträge werden nicht erdreht – keiner schafft die 5000 Mark. Lösung: Rutsch mir den Buckel runter.
Das Superspiel: Im Jackpot sind 20.200 Mark. In 90 Sekunden ist ein kleines Kreuzworträtsel zu lösen – und wenn es gelöst wird, kommen die Sat.1-Gummibälle von der Decke geflogen. Aber wir haben Pech: keine Bälle.
Bonusrunde: Roswitha spielt um den Seat. Nebenbei schleimt Bond seine Kandidatin an: “Kompliment für Ihren 20-jährigen Sohn.” Roswitha muss eine Gruppe lösen. Ihre Buchstaben: RSGTNA.
An der Ratewand steht: _ _ _ _ _ N _ N
So viel kann gesagt werden: Roswitha konnte das Rätsel nicht lösen.

Die Show war zu Ende, mehrere Kinder rannten noch auf die Bühne und überreichten Maren einen Blumenstrauß.
Ein letzter Schwenk über das Publikum und Schluss.

Am 27. November 1991 lief das Ganze dann bei Sat.1.

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ORA aktuell

Oranienburg ist anders: Streit um PR-Slogan

Sonntag, den 23. Oktober 2011
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Es gibt Kritik am PR-Slogan “Oranienburg ist anders”. Günter Morsch, Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen, kritisierte während einer Podiumdiskussion am Donnerstag die Selbstdarstellung der Stadt.

Der Slogan sei “unsäglich”, so Morsch. Er würde von Außenstehenden als Distanzierung von der dunklen Geschichte der Stadt verstanden. Auch Bernhard fricke vom Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt, krisierte den Slogan.
Als hanebüchenen Unsinn bezeichnete Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke die Kritik an dem Motto. Es gehe darum aufzuzeigen, dass sich Oranienburg in einem geschichtlich starken Spannungsfeld befinde – zwischen Schloss und KZ.

Den Slogan “Oranienburg ist anders” gibt es seit April 2009.

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (72): Evakuiert

Sonntag, den 23. Oktober 2011
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(71) -> 20.10.2011

Mittwoch, 23. Oktober 1991.
Um 7 Uhr durften wir unser Haus nicht mehr betreten. Wir durften uns nicht mal mehr in unserer Straße aufhalten.
Evakuiert!

Oranienburg und die Bomben. Das ist ein Kapitel für sich. Im Jahre 1991 war es noch eine Sensation, dass da irgendwo eine Bombe lag, die entschärft werden musste.
Am 23. Oktober 1991 musste an der Emsstraße in Oranienburg-Süd eine Bombe gesprengt werden. Der Sperrkreis hatte einen Radius von 1000 Metern, und wir lagen drin.
In aller Herrgottsfrühe mussten wir unser Haus verlassen. Was wir in dieser Zeit allerdings gemacht haben, kann ich nicht mehr sagen. Es ist mir entfallen.
Um 10.10 Uhr, jedenfalls ist das so in der MAZ vom Tag danach zu lesen, ging die Bombe hoch, ein paar Minuten wurde der Sperrkreis aufgehoben.

In der MAZ hieß es, es lägen wahrscheinlich noch weitere Bomben im Oranienburger Erdreich. Ja, wahrscheinlich…

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ORA aktuell

Mietaffäre: Kein Verfahren gegen Kerstin Kausche

Sonntag, den 23. Oktober 2011
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In der Mietaffäre um Oranienburgs Vize-Bürgermeisterin Kerstin Kausche wird es wohl kein Verfahren geben.
Wie die Märkische Allgemeine berichtet liegt der Bericht der Kommunalaufsicht schon seit dem 6. Oktober vor. Erst auf Nachfrage gab es entsprechende Infos. Es hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben, die ein Disziplinarverfahren gegen Kausche rechtfertigen. Allerdings könnte es eine weitere Prüfung geben, wenn bauoprdnungsrechtliche Prüfungen geklärt seien.

Kausche wird vorgeworfen, in Hohenbruch widerrechtlich Wohnungen zu vermieten.

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