Monatsarchiv für Oktober 2011

RTelenovela

Radtour (13): Quere die Straße, um sie zu queren

Montag, den 31. Oktober 2011

(12) -> 16.10.2011

Bisher können wir uns über diesen Herbst nicht beschweren. Es ist mild, manchmal sogar sonnig – richtiges Radfahrwetter.
Die Bernauer Straße in Oranienburg ist momentan ein Radlerparadies. Die Strecke ist für den Autoverkehr noch gesperrt, aber die neue Asphaltdecke ist schon drauf. Man kann also ganz entspannt auf der Straße langfahren, sich umsehen oder auch mal anhalten.

Abseits der Bernauer Straße, gegenüber der Hasenheide gibt es ein Gebiet, das mir bislang völlig unbekannt war. Einmal – aber das ist schon länger her – bin ich die schmale Straße von der Polizeischule zur Jugendherberge langgefahren. Aber von dort führen weitere Straßen ab.
Rechts der Asphaltstraße stehen drei verlassene, alte Wohnblöcke – schon leicht zugewachsen. Wie jemand auf der Facebook-Seite der Oranienburger MAZ sagte, handelt es sich dabei um Mannschaftsunterkünfte des KZ Sachsenhausen. Tatsächlich liegt das Gelände der Gedenkstätte gar nicht weit entfernt.
Die Straße endet an einem Zaun, dahinter ist schon die Gedenkstätte. Vermutlich hat die Straße in den 30ern und 40ern zum KZ gehört.

Zurück zur Bernauer Straße. An der Kreuzung zur Carl-Gustav-Hampel-Straße zeigt sich mal wieder der Verkehrsplanungswahnsinn.
Wer als Radfahrer auf der Bernauer Straße aus dem Zetrum kommt, muss auf der linken Seite der Straße fahren. Kurz vor der Hempelstraße steht ein Wegweiser: Zur Schleuse muss man über die Straße. Dann radelt man etwa 20 Meter weiter, dann kommt das nächste Schild: Zur Schleuse muss man wieder über die Straße. Mittelinsel 1 muss man also überqueren und Mittelinsel 2 auch – nur wieder andersrum. Heißt also: Der Radler muss zweimal die B273 queren. Hin und zurück. So ein Quatsch.

An der Lehnitzschleusenbrücke entscheide ich mich, am Lehnitzsee entlang zu fahren – allerdings auf der Lehnitzer Seite. Während in Oranienburg breite Wege sind, ist die Lehnitzer See noch sehr naturbelassen. Der Waldweg führt immer am Ufer des Sees entlang. Von der Brücke, um die Saubucht zum Weißen Strand.Die reine Idylle.
Als ich gerade über die Brücke radelte, fuhr unter mir ein Lastkahn durch. Der wurde bis Oranienburg, zur Bahnbrücke, mein Begleiter.

Am Weißen Strand besteht der Rundweg nur noch aus einem schmalen Pfad. Da gibt’s durchaus Erweiterungsbedarf. Das Problem ist natürlich, dass der Weg direkt über den Strand führt, was im Sommer sicher zu Konflikten führt. An einer Stelle ist der Pfad richtig schlammig, so dicht führt er am Seeufer entlang.
Der Lahn und ich befanden uns lange auf gleicher Höhe – bis der Weg plötzlich vom Ufer wegführte.

In Potsdam streiten sich an mehreren Stellen die Menschen, weil die Weg an den Seen blockiert sind. Auch in Lehnitz am Lehnitzsee gibt es Stellen, wo das Ufer von Privatgrundstücken blockiert ist. Aufgeregt hat sich darüber noch niemand. Vielleicht ist es hier bloß noch niemandem aufgefallen. In Potsdam stehen demnächst wohl Enteignungen an. In Lehnitz eher nicht.
Wie das Rennen Kahn vs. Rad ausgegangen ist – keine Ahnung, schließlich konnte ich das Rennen ja nicht beenden.

ORA aktuell

Überfall: Einbrecher greifen Hausbewohner an

Montag, den 31. Oktober 2011

Einbrecher haben in der Schmalkaldener Straße in Oranienburg-Süd ein Ehepaar angegriffen. Am späten Donnerstagabend versuchten zwei Männer in ein haus einzudringen, wurden jedoch vom 72-jährigen Eigentümer überrascht.
Als der Mann kein Geld zahlen konnte, griffen die Fremden ihn und seine 69-jährige Frau an. Dabei erlitt der Mann Kopfverletzungen.
Die Polizei fahndete mit einem Hubschrauber ohne Erfolg nach den Tätern.

RTelenovela

Traumtagebuch (82): Geiselnahme

Sonntag, den 30. Oktober 2011
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(81) -> 20.9.2011

Ich laufe durch das Büro, mache mich feierabendfertig und beschwere mich: Kollege H. ist abgehauen, ohne sich zu verabschieden, und das sei ja unerhört. Ich bin wirklich empört.
Mein Chef schüttelt den Kopf: “Der ist nicht weg, er sitzt im Chefzimmer – als Geisel.” Angeblich ist der Geiselnehmer ein Autoschieber. Was er genau will, weiß niemand.

Ich laufe zur Tür, will sie öffnen. Doch sie wird von innen wieder zugeschlagen. Ich rufe laut: “Jetzt ist aber gut hier!”
Plötzlich sind alle drei weg: Kollege H., der Geiselnehmer, der Chef.

Kollegin N. sagt zu mir: “Du musst deine alten Damen noch mal besuchen.”
Ich bin verwirrt. Sie sagt: “Geht dir das so nah? Ich bin auch immer aufgeregt vor Interviews.” Ich antworte: “Es geht mir nah, dass H. entführt wurde! Ich kenne ihn schließlich!”
Wir machen uns auf den Weg. N. sagt: “Der Polizist gehört sie gerade.”

Dann wache ich auf.

RTZapper

Val & Flo in Love – Die Hochzeit

Sonntag, den 30. Oktober 2011
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SA 29.10.2011 | 18.00 Uhr | RTL II

Das muss Liebe sein! Valencia Vintage (früher Florian Stöhr) heiratet Florian Wess. Das ist so aufregend, dass für Romantik einfach keine Zeit mehr bleibt.
“Val & Flo in Love – Die Hochzeit” stellte den Höhe… äh, Tiefpunkt der einwöchigen Dokureihe bei RTL II dar.

Und man wollte fast dahinschmelzen, als Florian total angekotzt war, weil sein Hochzeitsanzug der falsche war – fiel zu klein und der falsche Stoff. Er schmiss ihn in die Ecke, und wollte lieber nackt heiraten als in dem Fummel. Was wenigstens für Furore gesorgt hätte.
Und dann war Florian angekotzt, weil sich seine Val dunkle, lange Haare beim Friseur machen ließ, was Flo abtörnend findet. Wo er sich doch als schwuler Mann sowieso erst daran gewöhnen muss, dass sein Mann nun eine Frau ist. Oha.

Von “in Love” war bei “Val & Flo in Love” jedenfalls nichts zu spüren. Es scheint eher eine Geschäftsbeziehung zu ein, die die beiden da führen. Flo jedenfalls heiratete sein(e) Val dann doch, ausgerechnet in dem Studio, in dem einmal im Jahr die “DSDS”-Castings in Köln stattfinden.
Aber wie auch immer: Alle waren total happy. Oder spielten, dass sie happy sind.

Es war nicht die wichtigste Hochzeit des Jahres, auch nicht die aufregendste. Es war mit großem Abstand die bekloppteste Hochzeit des Jahres.

aRTikel

1991: Bombenalarm in Oranienburg-Süd

Samstag, den 29. Oktober 2011
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Oktober 1991 I -> 22.10.2011

Rückblick: Sprengung im Oktober 1991

MAZ Oranienburg, 29.10.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die zweite Hälfte im Oktober 1991.

Die Oranienburger Stadtverordneten werfen dem Bürgermeister Udo Semper Inkompetenz vor. „Ich misstraue Ihren Fähigkeiten als Bürgermeister“, sagt Christian Rössler (Neues Forum). Sein Arbeitsstil entspreche nicht den Anforderungen. Michael Ney, der Rechtsdezernent des Landkreises, legt nach: „Die anderen 44 Bürgermeister des Landkreises machen zusammen nicht so viel Schwierigkeiten wie Herr Semper.“ Investoren würden davonlaufen, weil die Stadt Entscheidungen hinausschiebe. Bernd Schulze (SPD) hält Semper für unberechenbar, insbesondere für die Partner der Stadt. Udo Semper selbst will sich zunächst nicht äußern. Für den 11. November planen die Stadtverordneten eine Sondersitzung.

Die Dorfstraße in Eichstädt ist eine Großbaustelle. Mehr als zwei Kilometer Rohre müssen verlegt werden, danach kommen die neue Straßendecke und eine Buswendeschleife. Im Juli ging’s los, bis Mitte November 1991 soll alles fertig sein. Im Frühjahr 1992 folgen die Gehwege.

Das Wort „Kaufhalle“ ist out. Am 17. Oktober 1991 öffnet an der Oranienburger Albert-Buchmann-Straße ein Spar-Supermarkt. Von der alten Kaufhalle sind nur noch die Fundamente und die Grundmauern übrig geblieben, innen ist alles neu.

Oranienburgs Innenstadt bekommt dagegen keinen Supermarkt. Die Co-op-Kette wollte einen 4000 Quadratmeter-Markt bauen. Der Wirtschaftsausschuss der Stadt sagt Nein.

Dafür aber bekommt Oranienburg die direkte S-Bahn-Verbindung ins Berliner Zentrum. Anders als geplant will die Reichsbahn die S-Bahn-Linie 1 nicht in Birkenwerder enden lassen, sondern in der Kreisstadt.

Wenn in der Leharstraße in Oranienburg Heizöl auf einer Länge von 70 Metern ausläuft, dann ist das nicht so wichtig. So zumindest sieht das das Landratsamt. Aus einem Tanklaster ist großflächig Öl ausgelaufen, aber an diesem Sonnabend, 19. Oktober 1991, fand sich niemand, der es hätte wegmachen können. Die Anwohner sind empört. Drei Tage dauert es, bis was passiert.

In der Oranienburger Emsstraße muss eine Bombe gesprengt werden. Um den 250-Kilogramm-Blindgänger unschädlich zu machen, wird ein 1000 Meter großer Sperrkreis gezogen. Bis 7 Uhr müssen die Anwohner am 23. Oktober 1991 ihre Häuser verlassen. Mit 200 Kilo Strohballen werden die umliegenden Häuser gesichert. Um 10.10 Uhr geht die Bombe hoch – es ist die 25. für Sprengmeister Horst Reinhardt.

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Morgen fällt die Schule aus

Samstag, den 29. Oktober 2011
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SA 29.10.2011 | 12.03 Uhr | Das Erste

Dieser Heintje war ganz schön mutig. Und vielleicht auch ein bisschen naiv.
Einem Mann wird in Holland ein Koffer aus dem Auto geklaut. Heintje rennt dem Dieb nach und kann den Koffer retten. Er bringt das Ding zurück, und der Besitzer – ein älterer Herr – freut sich total. Er ist Briefmarkensammler, und Heintje sammelt auch welche. Der Mann schenkt ihm eine ganz besondere marke zum Dank – und fragt, ihn ob er nach Deutschland mitkommen will. Und tatsächlich – Heintje fährt mit. Einfach so.

Diese Geschichte ist 40 Jahre alt. Heutzutage stünde der Mann sofort im Verdacht, ein Kinderschänder zu sein. Von wegen Briefmarken. Von wegen: Mann nimmt Pubertierenden in die Fremde mit.
Nicht nur damals war diese Story mehr als unglaubwürdig und hohl. “Morgen fällt die Schule aus” hieß der Film aus der Pennälerreihe “Die Lümmel aus der ersten Bank”. Das Erste zeigte den Film von 1971 am Sonnabendmittag.

Heute würde der Film wohl so heißen: “Der Briefmarkenmann – Der Lümmel und der Lüstling”. Oder geht da meine Fantasie mit mir durch?

RTZapper

Werbung: Liqui Moly

Samstag, den 29. Oktober 2011
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SA 29.10.2011 | 11.26 Uhr | Eurosport

Was könnte ein gutes Kaufargument für ein Produkt sein? Zum Beispiel: Es ist verdammt gut! Ob das auf das Motorenöl von Liqui Moly zutrifft, erfährt der Zuschauer des Werbespots allerdings nicht.

Liqui Moly verfolgt eine sehr seltsame Werbestrategie. In dem Spot, der Sonnabendvormittag bei Eurosport lief, werden nicht die Vorzüge dieses Produktes angepriesen, sondern schlicht und einfach: dass es in Deutschland hergestellt wird.
Okay, es ist löblich, dass der schwarze Saft von hier kommt, dass, so der Herr in der Werbung, vernünftige Löhne gezahlt werden, deutsche Jugendliche ausgebildet werden und überhaupt alles aus deutschen Landen kommt, aber die Deutschtümelei als einziges Kaufargument?

Nur weil in ein Produkt aus der eigenen Region kommt, muss es doch noch lange nicht besser sein. Oder kauft jemand aus Prinzip Bier aus Berlin, nur weil er in Berlin lebt? Sicherlich nicht.