Tagesarchiv für 24. September 2011

RTZapper

RTL Nachtjournal: Facebook

Samstag, den 24. September 2011
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FR 23.09.2011 | 0.00 Uhr (Sa.) | RTL

Bei RTL sind sie mal wieder empört, empört, empört! Das böse Facebook und der ganz böse Mark Zuckerberg will noch mehr Daten von den Facebook-Nutzern. Und davor muss man doch die Nutzer, aber vor allem die klugen RTL-Zuschauer schützen!

Das “RTL Nachtjournal” berichtete am späten Freitagabend über die bei dem Netzwerk geplante Timeline. Dort sollen alle Lebensdaten und Ereignisse gesammelt werden. Welche Musik man hört, welchen Film man sieht, wo man gerade ist. Facebook gleicht das ab, und man kann dann sehen, ob ein Freund vielleicht Ähnliches macht. So ist über das Facebook-Profil noch viel mehr über den Nutzer zu erfahren.

RTL findet das alles ganz schlimm. Kann doch Facebook dann noch mehr Daten sammeln und noch mehr personalisierte Werbung platzieren.
Dabei würde das RTL doch auch gern machen, oder? RTL lässt schließlich auch genau erforschen, wer denn seine Sendungen sieht und versucht, entsprechende Werbepartner zu bekommen.

Halten wir mal fest: Facebook kann man benutzen oder nicht. Man kann es auch sein lassen. Niemand wird gezwungen, sich bei Facebook anzumelden. Auch wird niemand gezwungen, die Timeline zu nutzen. Ebenso wird niemand gezwungen, Filme oder Musik über Facebook zu sehen oder zu hören.
Und dass das an sich eine spannende Idee ist, sein Leben irgendwo – wie ein Fotoalbum – abzuspeichern, das ist RTL nicht eingefallen. Also mal locker bleiben.

RTZapper

Polizeiruf 110: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Samstag, den 24. September 2011
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FR 23.09.2011 | 22.00 Uhr | Das Erste

Zu hart für junge Zuschauer. Das meint zumindest der Jugendschutzbeauftragte des Bayerischen Rundfunks. Deshalb lief die Premiere des “Polizeirufs 110″ diesmal erst um 22 Uhr – an einem Freitag.

“Denn sie wissen nicht, was sie tun” ist der zweite Fall von Hanns von Meuffels (Matthias Brandt). Nach dem miesen ersten Fall war zu befürchten, dass der wahre Grund der Verschiebung die mindere Qualität des Films sei. Jetzt wissen wir: Das war nicht der Grund.
In der Tat ging dieser Thriller an die Nieren. Und dennoch: Er hätte auch an einem Sonntag um 20.15 Uhr laufen können. Vielleicht sogar müssen.

In von Meuffels Büro erschießt sich ein Mann mit einer ungesicherten Polizeiwaffe. Ein grauenvoller Akt. Aber es kommt noch schlimmer. Im Fußgängertunnel des Münchner Fußballstadions geht eine Bombe hoch. Und der Kommissar ist mittendrin, weil es einen entsprechenden Hinweis gab. Es sind quälende Minuten. Der Knall, der Staub. Die Schreie. Immer wieder die gellenden Schreie der Opfer. Und von Meuffels, der sich um einen jungen Mann kümmert, der sterben wird. Klar ist auch: Es soll einen zweiten Bombenanschlag geben. Die Behörden – Polizei, LKA, Staatsschutz – rangeln unterdessen um ihre Kompetenz.

Es sind wohl vor allem die schlimmen Szenen rund um das Bombenattentat, die diesen Film erst ab 16 Jahren freigeben. Die sind in der Tat an den Nerven zehrend, sie sind schockierend. Aber sie hätten ein wenig entschärft werden können. Mitansehen zu müssen, wie Ermittlungsergebnisse verfälscht werden, weil Fehler vertuscht werden sollen, kann jedenfalls kein Grund dafür sein, einen Film ins Spätprogramm zu verschieben.
Um 20.15 Uhr haben wir im Ersten schon ganz andere Sachen gesehen: Erschossene, Explosionen, Psychokriege, Quälereien. Erst neulich erschütterte der Film “Sie hat es verdient”, er versetzte den Zuschauer in einen weitaus größeren Schockzustand als der heutige “Polizeiruf 110″.

Die ARD hat eine Chance vertan. Sie hätte diesen “Polizeiruf 110″ leicht bearbeitet am angestammten Platz zeigen können, gern gefolgt von einer thematisch passenden Diskussion mit Zuschauerbeteiligung bei Günther Jauch. Aber die ARD, der BR, ging leider den leichteren Weg.

RT im Kino

Hell

Samstag, den 24. September 2011

Wie doppeldeutig! Heutzutage sind wir alle schon so eingeenglischt, dass wir bei einem Kinofilm namens “Hell” gleich an die Hölle denken. In diesem Fall heißt hell aber tatsächlich “hell”. Der Endzeitthriller von Tim Fehlbaum ist eine deutsch-schweizerische Co-Produktion.

2017. Sonnenstürme beherrschen die Erde. Es ist unfassbar hell und heiß draußen. Seit Jahren dauert die Dürre nun schon an, die Bäume sind kahl, alles ist mit Staub zugedeckt. Die meisten Menschen und Tiere sind wohl tot. Nahrung gibt es kaum noch.
Durch diese grelle Einöde fahren Phillip (Lars Eidinger), seine Freundin Marie (Hannah Herzsprung) sowie ihre kleine Schwester Leonie (Lisa Vicari). An jeder Tankstelle stoppen sie. Sie suchen Benzin- und Nahrungsreste.
Auf andere Menschen zu treffen, ist äußerst gefährlich, denn ihr ganzes Hab und Gut ist im Auto verstaut. Doch irgendwann wird es ihnen doch geklaut. Als Marie auf einem Bauernhof unterschlüpfen kann, erweist der sich alles andere als die große Rettung.

Eigentlich könnte “Hell” ganz spannend sein. Ist er aber leider nicht wirklich. Das Grundproblem: Wir werden in eine Handlung gestürzt, von er wir nicht wissen, was da eigentlich los ist. Wir kennen die Leute nicht, es wird auch eher wenig über sie gesagt. Es fehlt eine Vorgeschichte, die Spannung aufbauen könnte, die zu einem Mitgefühl beiträgt.
Noch ein Nachteil: Der Film beginnt mit einer technischen Schwäche. Szenen, die im Dunkeln spielen sollen, sind eindeutig bei Sonnenschein gedreht und später bearbeitet worden.
Ansonsten ist die Autofahrt an sich recht unlogisch: Auf der Frontscheibe ist nur ein kleiner Schlitz – dadurch kann man unmöglich sehen, wohin man fährt, wenn’s dazu noch dermaßen hell ist. Und vom Rücksitz schon mal gar nicht. Dennoch gibt es eine Szene, in der Marie vor einem Hindernis warnt.
Marie landet später auf einem Hof. Die dortige Familie scheint irre zu sein, aber andererseits tut sie etwas, was in dem Moment ganz normal ist: Die Mutter will, dass sich die Familie vermehrt und meint. Ihr Sohn soll mit Marie schlafen, um ein Baby zu bekommen. Marie reagiert voller Ekel und Ablehnung, dabei scheint das ganz vernünftig zu sein. Nun ja, dass ihr Freund dagegen abgeschlachtet wird und als Nahrung dient, nun ja…
Spannung kommt punktuell auf, im Großen und Ganzen ist die Story jedoch nicht das Wahre, von der Unlogik mal abgesehen. Da hilft es auch nicht, dass die Schauspieler ihr Bestes geben.

5/10