Tagesarchiv für 16. September 2011

RTZapper

Sie hat es verdient

Freitag, den 16. September 2011
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MI 14.09.2011 | 20.15 Uhr | Das Erste

Es gibt Filme, die lassen einen ratlos zurück. Schockiert geradezu. Erschüttert. Wenn man mit ansehen muss, wie ein Mädchen verprügelt wird. Einfach so. Wenn man die Trauer der Mutter sieht. Die Ratlosigkeit auf allen Seiten. Die Ausweglosigkeit.

“Sie hat es verdient” von Thomas Stiller erzählt von brutaler Jugendgewalt. Von Mobbing und Hass. Zerstörerischem Hass.
Susanne wird an ihrem 16. Geburtstag ermordet. Der Zuschauer weiß von Anfang an, was passiert ist, denn der Schocker wird nicht gradlinig erzählt. Es ist ein grauenvolles Puzzlespiel.
Linda sitzt nun im Knast und bekommt Besuch von Susannes Mutter. Sie hat eigentlich nur eine Frage: Warum?
Antwort: Sie hat es verdient.

Linda hat Susanna einfach so umgebracht. Weil sie ihren Freund angebaggert hat. Angeblich. Eigentlich ja nicht wirklich, aber Linda war in einem Gewaltrausch.
Linda ist der pure Hass. Die bepöbelt ihre Eltern, alte Omis, die Lehrer, andere Mitschüler. Es ist völlig unklar, warum das so ist. Das macht diesen Film auch so unerträglich. Er zeigt nur, er wertet nicht.
Lindas Vater hat Angst. Lindas Mutter auch. Und Susannes Mutter ist unendlich traurig, fast geht ihre Ehe daran kaputt.

Veronica Ferres spielt die Mutter, die trauernde. Ihre Blicke, ihr Gesicht – alles spricht Bände. Liv Lisa Fries spielt die kalte, ja, widerliche Göre Linda. Sie angsteinflößende. Zwei hervorragende schauspielerische Leistungen.

“Sie hat es sich verdient” ist ein bewegendes Drama, ein schockierender, leiser Thriller. Klischees fehlen weitgehend. Erklärungen gibt es nicht. Woher auch?
Er gehört zu den Filmen, die einen packen, die gleichzeitig ein flaues Magengefühl auslösen. Man will nicht hinsehen, man muss aber.
So schockierend, so großartig ist dieser Film.

RT im Kino

Männerherzen und die ganz ganz große Liebe

Freitag, den 16. September 2011

Teil 1 -> 11.10.2009

Mit dem zweiten Teil der “Männerherzen” macht Regisseur Simon Verhoeven genau da weiter, wo er beim ersten Teil aufhörte.
Sie sind alle wieder da: Jerome, also eigentlich Hans (Til Schweiger), der bei seienn Eltern auf dem Land eine Berlin-Auszeit nimmt. Bruce Berger (Justus von Dohnanyi), der immer noch die ganz ganz große Schlagerkarriere plant. Niklas (Florian David Fitz) trauert immer noch seiner großen Liebe hinterher. Philip (Maxim Mehmet) und Nina (Jana Pallaske) warten auf ihre Zwillinge. Und Günther (Christian Ulmen) will endlich bei seiner Susanne (Nadja Uhl) landen.

Es geht um die ganz, ganz große Liebe – fast zwei Stunden lang. Wieder ist es höchst erstaunlich, wie Simon Verhoeven es geschafft hat, in seinen Film so viele Geschichten zu quetschen. Andere füllen damit komplette Serienstaffeln. Für “Männerherzen und die ganz ganz große Liebe” spricht, dass er trotzdem funktioniert. Es ist ein herrlich kitschiger, witziger, rührender Ensemblefilm über die Liebe und das Leben.
Die Leute sind einem schon in Teil 1 sehr ans Herz gewachsen, und es ist einfach schön, ihnen wieder zusehen zu dürfen. Wie sie im siebten Himmel schweben und gleich danach in die Katastrophe schlittern. Es muss einfach irgendwann einen dritten Teil geben, und am besten natürlich eine ganze Serie.
Was erneut sehr auffällt: Der Film scheint kräftig durch Produktplatzierungen mitfinanziert worden zu sein – nur Facebook scheint nicht bezahlt zu haben, ansonsten sehen wir ein Sammelsurium von Marken und Unternehmen. In diesem Film fällt es auf, wenn am Fernseher mal keine Marke steht.
Positiv hingegen wieder: die Musik. Und ganz vorn: “Ich will die ganz ganz große Liebe”. Na, das muss einfach ein Hit werden!

9/10