Tagesarchiv für 4. September 2011

RTZapper

Die Lehrerin

Sonntag, den 4. September 2011
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SA 03.09.2011 | 14.35 Uhr | arte

Das Fernsehen verkommt immer mehr zum Nebenbeimedium. Selten, ganz selten, schafft es aber ein Film, dass aus dem Nebenbeimedium mehr wird, und man dem Fernseher seine ganze Aufmerksamkeit schenkt.

An einer Schule kommt es zur Katastrophe. Ein Schüler der 8. Klasse holt eine Waffe hervor und schießt. Er trifft eine Lehrerin. Es ist die Kollegin, mit der Andrea (Anna Loos) kurz zuvor die Unterrichtsstunden getauscht hat. Die Schüler sind traumatisiert. Die Eltern und die Lehrer auch.
“Die Lehrerin” ist ein unglaublich spannender, bedrückender und unfassbar interessanter Film. Er blickt tief in die verwundete Seele einer Schule. Wie gehen die Schüler, Lehrer und Eltern mit einem Amoklauf um. Wer hat schuld? Wie soll es weitergehen? Intensive Gespräche. Sonderunterricht mit den Kindern. Hilfe.

Tim Trageser hat den Stoff hervorragend umgesetzt, als Zuschauer fiebert man mit, fühlt mit, trauert man mit. Anna Loos spielt eine Lehrerin, die zerrissen ist zwischen dem Stress in ihrem Job, die Angst um die Kinder, um sich selbst, um die angeschossene Lehrerin. Anna Loos spielt das gerade meisterhaft.
Der Film ist eine Co-Produktion von arte und dem ZDF. Hoffentlich hat “Die Lehrerin” ein großes Publikum, wenn er auch im Zweiten zu sehen ist.

RTelenovela

Warnemünde

Sonntag, den 4. September 2011
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Die Rechtsextremen. Sie versuchen mit aller Macht, wieder ins Landesparlament von Mecklenburg-Vorpommern zu kommen. Heute wird dort gewählt. Wer auf der B105 nach Rostock reinfährt, sieht die Plakate. Und man möchte kotzen. Die Straße ist gesäumt mit den Schildern, auf denen steht, man solle sich doch wehren, und sie seien die Nationalen. Unfreiwilligerweise empfängt Rostock seine Gäste mit den bedrückenden, rechten Botschaften und Parolen. Mitten im Zentrum von Warnemünde hängt ein ganz anderes Plakat: Wählt keine Nazis!
Merkt euch das!

Wir nutzten das wohl letzte richtige Sommerwochenende für einen Ausflug nach Warnemünde an der Ostsee. Wer dort hin will, kann durch Rostock gurken oder durch den Warnowtunnel fahren – eine Mautstrecke. Es ist das erste Mal, dass ich auf einer Mautstrecke unterwegs war. Die Fahrt durch den Tunnel unter der Warnow kostet 3,20 Euro. Nicht gerade billig. Nicht umsonst fahren sehr viel weniger Autos durch den Tunnel als bei der Planung gedacht. Die Mautstelle war nicht wirklich voll.

In Warnemünde zeigt sich mal wieder die Faszination der Menschen nach XXL-Fortbewegungsmitteln. Gleich zwei große Dampfer waren am Sonnabend im Hafen zu sehen. Eine, die schon angelegt hatte und eine, die am frühen Nachmittag in den Neuen Storm einfuhr. Die Schiffe überragen alles, was am Ufer steht. Man kann sitzen, wo man will – das Schiff ist zu sehen. Und wird bewundert.

Wo aber an der Ostsee ist es denn nun am schönsten? Warnemünde? Auf dem Darß? Auf Usedom? Auf Rügen? Der Mann an der Warnemünder Strandbar war sich sicher: Natürlich in Warnemünde. Hier gebe es einen breiten Strand. Der Alte Strom mit seinen vielen Kneipen und Geschäften um Ufer mache was her. Das Zentrum sei toll. Niemand hat ihm widersprochen.
Nur ich. Im Geiste. Ich kannte den Herrn ja nicht.
Warnemünde ist wirklich schön. Das Tolle ist, dass das Ostseebad in nur zwei Stunden von zu Hause erreichbar ist. Das lohnt sich für eine Tagestour. Und tatsächlich hat Warnemünde einen herrlichen Strand, schöne Bummelmeilen. Und doch – Binz. Na, ihr wisst schon.

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3 nach 9: Oliver Pocher

Sonntag, den 4. September 2011
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FR 02.09.2011 | 22.45 Uhr | radiobremen tv

“3 nach 9″ gilt als eine der ältesten deutschen Fernsehtalkshows. Aber bedeutet alt auch altbacken?
Moderator Giovanni di Lorenzo hat am Freitagabend bei radiobremen tv die Frage eindeutig beantwortet: Ja, die Show ist altbacken. Und wenn es nicht die Show ist, dann wenigstens Giovanni di Lorenzo. Er hat es eindrucksvoll beim Interview mit Oliver Pocher bewiesen.

Der Comedian macht momentan eine spannende Wandlung durch: Vom Witzemacher, der andere Leute verarscht hat, über den gefloppten Late-Night-Moderator zum ernsthaften Sportmoderator und dreifachen Vater. Zwar wird er bei RTL auch weiterhin die Comedyschiene bedienen, aber dennoch könnte man da doch mal nachfragen.
Aber entweder hat sich di Lorenzo mies vorbereitet oder er hatte keine Lust auf Pocher. Oder er findet ihn blöd. Er konfrontierte den 33-Jährigen mit ollen Kamellen. Sein missglückter Auftritt bei “Wetten, dass…?”. Sein verbaler Ausrutscher in einer Talkrunde mit Mariah Carrey. Und und und. Di Lorenzo blickte zurück und interessierte sich kaum für den Blick nach vorn. Nein, er wollte Pocher wohl irgendwie grillen. Leider wirkte das peinlich, sehr opamäßig. Ein völlig missglücktes Interview.