Tagesarchiv für 20. August 2011

aRTikel

Bötzow-Passage droht Leerstand

Samstag, den 20. August 2011
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Wirtschaft: Pizzeria-Betreiber hat Interesse an einem der Räume / Schreibwarenladen macht dicht

MAZ Oranienburg, 20.8.2011

Eigentlich wollte ein Physiotherapeut in die Passage ziehen, doch er hat kurzfristig abgesagt. Seit mehr als zwei Jahren steht der Laden leer.

BÖTZOW
Um die Bötzow-Passage ist am Donnerstagabend im Ortsbeirat ein Streit entbrannt. Seit zweieinhalb Jahren steht das vordere Geschäft leer. Am 29. September will Mike Dietel seinen Schreibwarenladen im hinteren Teil der Passage schließen. Dann wäre die komplette Halle ausgestorben.
Wie Bürgermeister Peter Leys sagte, habe der Gemeinde noch bis Juni die Zusage eines Physiotherapeuten vorgelegen. „Der hat dann aber in letzter Minute absagt“, so Leys. Die Handwerker seien schon beauftragt gewesen.

Unterdessen bemühte sich Mike Dietel um den Laden im vorderen Teil der Passage. Sein Nachteil: Potenzielle Kunden sehen nicht, dass sein Schreibwarenladen geöffnet hat, wie er sagt. „Wer an der Passage anhält, denkt, sie ist leer und fährt weiter“, so Dietel am Donnerstagabend. Er wäre bereit gewesen, die Kosten für den Umbau des vorderen Ladens zu übernehmen, wenn die Gemeinde ihm im Gegenzug einen Mietnachlass gewährt hätte. Doch dem erteilte der Bürgermeister im Ortsbeirat nochmals eine Absage. „Wir haben mehr als 800 Gewerbetreibende“, so Leys. „Das ist eine Frage der Gleichberechtigung.“ Gleichzeitig räumte er aber ein, bislang keinen Nutzer gefunden zu haben, „der unseren Vorstellungen nahegekommen ist.“

Inzwischen gibt es jedoch wieder einen Interessenten für das leerstehende, etwa 80 Quadratmeter große Ladenlokal – eine Pizzeria. Peter Leys bestätigte entsprechende Gerüchte. „Der Antragsteller würde die Finanzierung der Umbauten übernehmen“, so der Bürgermeister. Zudem will die Gemeinde Toiletten einbauen lassen. „Unabhängig, ob das mit der Pizzeria wirklich klappt, der Einbau vergrößert die Chancen auf Vermietung.“ Notwendig wäre für die Pizzeria-Ansiedlung außerdem eine Nutzungsänderung für die Bötzow-Passage, die so ein Lokal bislang nicht vorsieht.

Fest steht jedoch, dass Mike Dietel mit seinem Schreibwarenladen nicht umziehen kann. Konsequenz für ihn: Er verlässt die Passage ganz. Für Ortsbeiratsmitglied Götz Lippmann (SPD) ist das unverständlich: „Wir sind doch dabei, den vorderen Laden zu reaktivieren.“ Dann käme auch wieder Laufkundschaft. Ähnlich sieht das Peter Leys. Bei 3000 Bötzowern müsste es auch trotz des leeren Geschäfts im vorderen Passagenbereich genug Kunden geben. Mike Dietel verweist jedoch auf seine gegenteiligen Erfahrungen.

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RT im Kino

Midnight in Paris

Samstag, den 20. August 2011

Paris. Wer noch nie in Paris war, der will unbedingt mal hin, wenn er Woody Allens Film gesehen hat, der eben genau dort spielt, in Paris.
Allen schenkt der Stadt seine ersten Minuten des Films. Paris, und nur Paris, setzt er am Anfang minutenlang ins Bild.
Aber eine Handlung hat “Midnight in Paris” auch.

Gil (Owen Wilson) reist mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) in Frankreichs Hauptstadt. Für gil ein Traum. Weniger die Verlobung, aber das weiß er noch nicht, sondern mehr die Stadt. Gil liebt Paris. Er kann sich sogar vorstellen, dorthin zu ziehen.
Als er nachts durch die dunklen Straßen streunt, hält neben ihm ein Oldtimer. Gil steigt ein und taucht in eine andere Welt – in die Pariser Künstlerwelt der 20er-Jahre. Gil traut seinen Augen nicht, als er auf Hemingsway, Picasso und Co. trifft. Nur seine Frau, die hält ihn für Irre. Aber die hat ja sowieso nur Augen für den ach so gebildeten Paul (Michael Sheen).

Woody Allen liefert Jahr für Jahr eine neue Kinoproduktion ab. Und bleibt dabei dem Unmodernen treu. Den Cast stellt er auf Schrifttafeln im Schwarzbild vor, so wie es sich früher mal gehörte. Woody Allen braucht keinen Schnickschnack, und das ist auch in Ordnung.
Dennoch braucht sein Film “Nidnight in Paris” ein wenig, bis er wirkt. Die erste Hälfte macht einen recht drögen Eindruck. Die geballte Schar von Künstlern der vergangenen Zeit, ist auf die Dauer ein bisschen anstrengend.
Das ändert sich im letzten Drittel, in dem der film eine recht schöne, angenehme Note bekommt. Und Owen Wilson kann sich auch mal von einer etwas anderen Seite zeigen.

6/10

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RTelenovela

Von Fotos, die es wohl nicht in die Zeitung schaffen

Samstag, den 20. August 2011
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Für viele Artikel, die ich schreibe, mache ich auch die Fotos. Manchmal hat man allerdings Motive vor der Linse, bei denen man nicht so genau weiß, was man damit anfangen soll. Heute ist mir das gleich zweimal passiert. Allerdings auf sehr unterschiedliche Weise.

Welche Fotos gehören zu den langweiligsten, die man immer wieder in der Zeitung sieht? Die, auf denen Bändchen durchgeschnitten werden.
Da wird eine Straße oder ein Parkplatz neu gebaut oder saniert. Dann kommen die Lokalpolitiker und die Lokalpresse. Die Lokalpolitiker rollen gemeinsam mit den Straßenplanern ein Bändchen aus und schneiden es durch. Was nur symbolisch und eigentlich das Sinnloseste ist, was es so gibt. Denn die Straße oder der Parkplatz sind meist auch vorher schon für den Verkehr freigegeben.
Irrsinnig war beispielsweise mal eine Parkplatzeröffnung, die ich in Alt Ruppin miterlebte. Mitten auf dem Parkplatz, der bereits voller Autos war, wurde ein Bändchen ausgerollt, das von zwei Leuten links und rechts gehalten wurde. Ein dritter schnitt das Ding durch. Hurra.
Oder heute in Vehlefanz: Die Straße war längst offen, das Bändchen musste trotzdem noch mal durchgeschnitten werden. Natürlich gibt es davon auch ein Foto, in die Zeitung kommt es jedoch nicht. Stattdessen sieht man ein Foto, auf dem bereits ein Auto auf der besagten Straße entlangrollt, und die Politiker stehen daneben und sehen der Fahrerin zu.

Gleich danach der nächste Fotofall. Aber aus einem ganz anderen Grund. In Sommerfeld erzählte mir eine Frau von ihrem schwerkranken Mann. Als es bei ihm akut wurde, mussten Hausarzt, Pflegedienst und später der Notarzt geholt werden. Der Pflegedienst kümmerte sich mehrere Tage lang um den Mann, damit er nicht ins Krankenhaus muss. Eine bemerkenswerte Geschichte, weil das alles mehr oder weniger ehrenamtlich passierte.
Dann aber ging es um das Foto. Ich dachte daran, die Frau mit der Haupthelferin zu fotografieren. Es kam aber anders. Inzwischen traf das komplette Pflegeteam ein, und der Mann könne doch auch aufs Foto.
Der Mann lag in seinem Bett, schien gar nicht mitzubekommen, was um ihn herum geschah. Wir alle versammelten uns in dem kleinen Zimmer. Der Mann im Bett, die Augen geschlossen. Seine Frau daneben, die Pflegerinnen dahinter.
Auf dem Foto liegt der Mann mit geschlossenen Augen im Bett, alle anderen sehen zu ihm oder in die Kamera. Ein sehr heikles Foto, wie ich finde. Und ich habe das Gefühl, dass es nicht in die Zeitung, in die Öffentlichkeit gehört. Der Mann konnte nicht sagen, ob er aufs Foto will oder nicht. Und irgendwie sieht es aus, als schlafe er oder… Wie auch immer: Wenn der Artikel zur Geschichte in der kommenden Woche erscheint, wird das wohl ohne dieses Foto passieren.
Oder was meint ihr?

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