Tagesarchiv für 9. August 2011

RTZapper

ARD-Brennpunkt: Börsen auf Talfahrt

Dienstag, den 9. August 2011
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MO 08.08.2011 | 20.15 Uhr | Das Erste

Die Talfahrt an den Börsen hat sich weiter beschleunigt. Hektik an den Börsen. Und der Hessische Rundfunk mittendrin. Also in Frankfurt am Main – nicht in der Börsentalfahrt.

Weil das alles so schlimm ist, musste der hr am Montag im “ARD-Brennpunkt” zeigen, wie schlimm alles ist. Und Fragen beantworten: Wo sind die vielen Billionen geblieben? Welche Auswirkungen hat das auf unsere Arbeitsplätze? Wer muss dafür bezahlen?
All diese Fragen konnte Alois Theissen, hr-chefredakteur, in seiner Sondersendung zwar nicht sagen, dafür aber, dass das alles ganz schön schlimm ist.

Zum Beispiel für die Autoindustrie. Alois Theissen leierte seinen Telepromptertext runter, in dem es hieß, dass das alles ganz schön schlimm ist. Sehen konnten wir das nicht, der Bericht fiel aus. Kann ja mal passieren in einer hektischen Live-Sendung. Blöd nur, dass auch der einzige Experte, ein Herr von der Deutschen Bank, der uns sagen kann, wie schlimm das denn nun alles wirklich ist, irgendwo im Stau stecken geblieben ist.
Aber gut, dass die ARD-Börsenfrau in ihrem New Yorker Studio noch rumsitzt. Sie erzählt uns, wie schlimm das alles ist. Und: “Das geht nicht gut aus.”

Aber zurück zur Autoindustrie. Wir erfahren: Alles läuft super, trotzdem schmiert der Börsenkurs ab. Schlimm.
Ist das jetzt Panik? Theissen kann den Bankmenschen immer noch nicht fragen, weil: Er ist immer noch nicht da. Menno. Aber glücklicherweise hatte er ja schon mal für den hr am selben Tag ein Interview gegeben. Gott sei Dank! Jetzt wissen die ARD-Zuschauer wenigstens, wie der Mann aussieht.

Und weil die 15 verdammten Minuten immer noch nicht voll sind, muss halt noch mal die Börsentante in New York sagen, dass das alles ganz schlimm ist.

Am Ende entschuldigt sich Theissen. Er müsse Fragen schuldig bleiben: Wie wirkt sich das auf die Betriebe aus, der Kurssturz? Was bedeutet das für unsere Arbeitsplätze? Kommt jetzt die ganz große Krise der Weltwirtschaft? Bricht vielleicht am Ende das Weltwirtschaftssystem zusammen?” Leider, leider kann das grad niemand sagen, weil ja auch der Herr von der Bank nicht im Studio erschien. Und jemand anderes kann das in der Schnelle nicht beantworten.

Liebe ARD, lieber hr! Solche überflüssigen “Brennpunkte” könnt ihr euch wirklich sparen. Sie sind reine Zeitverschwendung. Sie bieten keinen Mehrwert. Sie sind Müll.

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RTelenovela

Heute wäre sie 100 geworden

Dienstag, den 9. August 2011
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Gerade habe ich mir ein Video vom Mai 1993 angesehen. Damals haben wir uns eine Videokamera ausgeliehen, um einen Tag danach meine Jugendweihe zu filmen.
Auf dem Video ist meine Oma zu sehen. Sie sitzt auf meinem Bett, ich filme sie, und sie sieht sich live im Fernseher. Alt sei sie geworden, sagt sie. So alt habe sie nocht nie ausgesehen.
Damals war sie 81. Sie starb zwei Jahre danach. Heute wäre sie 100 Jahre alt geworden.
Oma Klara, wir denken an dich!

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RTZapper

V – Die Besucher

Dienstag, den 9. August 2011
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MO 08.08.2011 | 20.15 Uhr | ProSieben

Zack, zack! Zwölf Folgen an vier Montagen. Es musste schnell gehen. Deshalb sendete ProSieben auch jede Woche drei Folgen hintereinander. Jeden Montag liefen drei Stunden von “V – Die Besucher”. Das ist leider sehr ermüdend auf die Dauer.
Allerdings: Selbst in den USA schaffte es die Serie nicht über zwei Staffeln hinaus. Dann war Schluss. Die Quoten waren mies.

In “V” kommen Außerirdsiche auf die Erde und wollen die Menschen für sich gewinnen, um die Herrschaft zu erlangen. Das war insbesondere in den ersten drei Folgen durchaus faszinierend. Doch schon in Folge 4, am Montag danach, flaute die Geschichte schon deutlich ab. Nun zeigte ProSieben bereits die Teile 10, 11 und 12, also das Finale. Mein Interesse hielt sich schon in Grenzen, “V” verkam schnell zum Nebenbeiprogramm.

Am beklopptesten war übrigens die Aussprache des Titels: “Wiiiiiiiii – Die Besucher”. Was für ein Unsinn.

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RT im Kino

Super 8

Dienstag, den 9. August 2011

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Filmdreh werden. Also, zumindest was man bei 13-Jährigen als normal empfindet. Ein Zombiefilm. So richtig gruselig. Aber auch romantisch. So stehen sie irgendwann nachts auf dem Bahnhof der Kleinstadt und drehen Szene für Szene. Als ein Zug heranrast, wittert Regisseur Charles
(Riley Griffiths) die große Chance: Liebesszene und ein Zug im Hintergrund.
Der Dreh funktioniert – der Zug aber…
Es kommt zur Katastrophe. Der Zug rast in ein Auto. Explosionen. Die Waggons fliegen umher. Feuer.
Die Kinder entkommen dem Inferno nur knapp. Doch der Katastrophe folgt eine weitere. In der Stadt verschwinden Hunde, Kinder, und die Air Force versucht, die Spuren des Zugunglücks zu verwischen.
Als seine Freundin Alice (Elle Fanning) verschwindet, muss Joe (Joel Courtney) handeln.

Die Kinder nehmen das Unglück auf – auf “Super 8”. So heißt auch der Film von JJ Abrams – der wirklich großartige Film!
Es ist eine Art von Science-Fiction, wie sie schon sehr lange nicht mehr im Kino zu sehen war. Auf der einen Seite das Jugendabenteuer, wie wir es in “Stand By Me” erlebt haben. Andererseits ein Katastrophenfilm mit aufwühlenden, fast quälenden Aufnahmen vom Zugunglück. Ein Thriller über eine geheimnisvolle Ladung, die die Air Force vertuschen will. Und natürlich das außerirdische Element, Verfolgungsjagden, Explosionen, Schießereien, Rettungsaktionen – und Herzscherz in erträglicher Dosis.
An vielen Stellen heißt es: Popcornkono – aber in positiver Hinsicht. Und genau das ist “Super 8”.
Der Film spielt im Jahre 1979. Das führt zu retrohaften Momenten. Das liegt jedoch nicht nur am Set, an den Kulissen, an der Geschichte. Sondern auch an der Machart, die an Science-Fiction-Klassiker wie “E.T.” oder “Unheimliche Begegnung der dritten Art” erinnern, ohne unmodern zu sein.
“Super 8” ist ein tolles Filmerlebnis.

9/10

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