Tagesarchiv für 6. August 2011

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München (20): Unser Ritterschlag

Samstag, den 6. August 2011
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(19) -> 1.8.2010

Im Reiseführer der Stadt München steht, dass es für Besucher einen Ritterschlag gibt. Es heißt, die Münchner seien ein wenig verschlossen. Daher sei es etwas ganz Besonderes, eben jener Ritterschlag, wenn ein Münchner einen Gast zu sich an den Tisch im Wirtshaus bittet. Und genau das ist uns heute passiert – im Weißen Brauhaus. Ja, servus!

München hat uns wieder. Zumindest ein paar Stunden. Nach einem Jahr Abstinenz. Wir wollten einfach mal wieder herkommen, diesmal ganz privat.
Wie es sich gehört, reisten wir staufrei an.
Das Hotel. Der Rotkreuzplatz. Das Haus der Schwesternschaft gegenüber. Ja, es ist ein bisschen wie Zuhause. Ein bisschen, wie gesagt.

Nachdem wir eine schwarze Wolkenfront regenfrei über uns vorüberziehen sahen, fihren wir ins Stadtzentrum.
Ab ins Hofbräuhaus. Touritour. Wenn schon, denn schon. Diesmal wollten wir allerdings in den Innenhof, denn im Haus selbst herrscht ein unfassbarer Lärmpegel. Und wenn dann noch die Musi erklingt oder die Schuhplattler loslegen, kann man sich gar nicht mehr unterhalten.
Nun gut, dass ich einen Tee bestellte, erschien ein bisschen seltsam für den Kellner. Aber für meinen Hals und den Husten war das heiße Nass das richtige. Die Maß Radler kam danach.
Viele Nationalitäten sind im Hofbräuhaus zu erleben: Engländer, sehr viele Amis, Asiaten und Schwaben. Münchner verirren sich – verständlicherweise – nur selten dorthin.
Als es dann doch anfing zu regnen, wurde es Zeit zu gehen.

Also weiter ins Weiße Brauhaus. Wo wir unseren Ritterschlag erlebten – was wir allerdings erst hinterher im Reiseführer lasen.
Ein jüngerer und ein älterer Herr saßen am großen Tisch. Der Stammtisch übrigens. Ich solle mich doch nicht in den Gang setzen, meinte der Jüngere. Das sei der Schweinsbratensoßenplatz. Wo man von den Kellnerinnen bekleckert wird, wenn man Pech hat. Ich ging das Risiko ein, zumal es nach 22 Uhr war. Mit Schweinsbraten-Lieferungen war da kaum noch zu rechnen. Außerdem würde ich ihm die Sicht versperren, meinte der Typ dann noch, ich solle doch ein Stück weiter nach links rücken. Ich tat’s und sah mich um: Nun hatte er wieder den freien Blick auf zwei junge Männer. Was er mit einer Ralph-Morgenstern-Lache kommentierte.

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