Tagesarchiv für 7. Juli 2011

RTZapper

Sportschau live: Olympia 2018 – Die Entscheidung

Donnerstag, den 7. Juli 2011
Tags: , ,

MI 06.07.2011 | 16.50 Uhr | Das Erste

Schade, das war wohl nichts! Die Olympischen Winterspiele 2018 finden nicht in München statt. Dabei haben wir doch alle so gespannt auf die Entscheidung gewartet, und irgendwie gehofft, dass es…

Die Reporter von „Sportschau live“ im Ersten waren am Mittwochnachmittag noch sehr optimistisch, als es darum ging, wer den Zuschlag bekommt. München, Pyeongchang oder Annecy. Dass die Fronzosen leer ausgehen würden, das schien klar. Aber München, ja, das sieht noch ganz gut aus.
Irgendwie muss man ja Spannung aufbauen, sonst würde ja niemand einschalten.

Und dann: Pyeonchang! Die Spiele gehen nach Südkorea. Ja, das war zu erwarten. Plötzlich wussten es die Reporter schon von Anfang an, dass die Asiaten die Spiele bekommen würden. Als ob sie nie was anderes behauptet haben. Es sei logisch, dass es München nicht wurde.
Hätte ich das auch vorher gewusst, hätte ich ja auch raus, an die Sonne, gehen können. Aber vielleicht wollten die Sportreporter ja genau das verhindern.

Hits: 0

RTelenovela

Vor 20 Jahren (65): Der 50.

Donnerstag, den 7. Juli 2011
Tags: ,

(64) -> 30.6.2011

Sonntag, 7. Juli 1991.
Heute Abend sollte eigentlich wieder das große Zelt im Garten stehen. Eine Party zum 70. Geburtstag. Doch die Feier fällt aus, der Jubilar hat uns vor einem halben Jahr für immer verlassen. An einem Tag wie heute denken wir an ihn.

Und an den Tag vor 20 Jahren. Mein Vater feierte seinen 50. Geburtstag, und es war ein rauschendes Fest. Meine Mutter räumte ihre Küche, für diesen Tag hatten wir uns extra die Dienste eines Restaurants gemietet. Der Koch und seine Frau nahmen die Küche den ganzen Tag in Beschlag.
Schon am Vormittag begannen die Feierlichkeiten. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Sonne, den ganzen Tag, dazu gute 30 Grad.
Die Familie war da, damals noch in sehr, sehr viel größerer Besetzung. Auf dem Video, das es von dem Tag gibt, sind sie alle noch drauf. Meine beiden Omas, meine Großtante, mein Cousin, meine angeheiratete Cousine – alle sind sie nicht mehr da. Meine Nichte, heute 20, war damals gute vier Wochen alt.

Wir saßen alle auf der Terrasse, es gab Kuchen und Kaffee, die Stimmung war gut. Gegen Abend verlagerte sich die Party in den hinteren Teil des Gartens. Dort standen Bänke, in der Werkstatt, die heute ein Büro ist, baute der Discotheker seinen Kram auf.
So nahm der Abend seinen Lauf. Es gab ein großes Büfett, und ich filmte den ganzen Tag. Auch den Eröffnungstanz – „Sugar Baby Love“ von den Rubetts. Das war der Beginn einer Tradition. Ich musste auch tanzen – mit meiner Mutter. Das wäre auch in Ordnung gewesen, wenn ich nicht – aus heutiger Sicht – so beschissen angezogen gewesen wäre. Ein gelbes Hemdchen, dazu kurze Hose und eine Mütze. Gruselig.

Die Feier dauerte bis in die Nacht und endete – das kommt vor – mit einem handfesten Streit unter den letzten Gästen. Aber was wäre eine Feier ohne Zoff. Besser als gar keine Feier, so wie heute.

*
Zwei Tage zuvor, am 5. Juli 1991, machten wir unsere in unserer Schulklasse unsere Abschlussradtour. Sie verlief nicht ganz pannenfrei, wie in diesem Originaltext von damals beschrieben wird.

Hits: 103

RT im Kino

Was du nicht siehst

Donnerstag, den 7. Juli 2011

Manchmal brauchen Filme ein bisschen länger, bis sie es tatsächlich ins Kino schaffen. Warum es im Fall von “Was du nicht siehst” geschlagene drei Jahre dauert, ist allerdings ein Rätsel. Gedreht im Herbst 2008, lief der Film von Wolfgang Fischer schon 2009 beim Montreal World Film Festival. Und 16 weiteren. Nur für einen regulären Kinostart hat es offenbar lange nicht gereicht.

Dabei ist die Geschichte von Anton (Ludwig Trepte), der mit seiner Mutter Luzia (Bibiana Beglau) und ihrem Freund Paul (Andreas Patton) in ein Ferienhaus in der Bretagne reist, recht sehenswert.
Recht bald stößt Anton auf David (Frederick Lau). Und irgendwie hat er was. David ist geheimnisvoll, er ist stark, aber er ist auch sehr unberechenbar. Dennoch freunden sich die beiden 17-Jährigen an. David zeigt Anton eine völlig andere Welt – und seine Freundin Katja (Alice Dwyer). Gemeinsam stromern sie durch die Umgebung. Nach und nach dringt Anton ins Innenleben der beiden ein – in ihre Verlorenheit und Verwahrlosung. Der Junge ist vollkommen verwirrt, und seine Mutter kann ihm dabei auch nicht helfen – die ist mit ihrem neuen Freund beschäftigt. Bald scheint Anton die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben.

“Was du nicht siehst” zeigt einen Familienurlaub, der nach und nach eskaliert. Die Stimmung, die in der Luft hängt, zehrt an den Nerven des Zuschauers. Überall schwelen Konflikte. Zwischen den Jugendlichen und zwischen Anton und seinen erwachsenen Begleitern.
Ludwig Trepte überzeugt mit seinem Schauspiel. Er spielt einen Jungen, der verunsichert ist, einsam, traurig. Einen, der mit seinen neuen Freunden zunächst aufzublühen scheint. Auch Frederick Lau kann einmal mehr begeistern. Die Härte und der innere Wahnsinn von David sind ungemein faszinierend.
Gut, dass der Film noch ins Kino kommt – wenn auch verspätet.

8/10

Hits: 172