Monatsarchiv für Juni 2011

ORA aktuell

Oranienburger Sonnenstrom: Solarpark an der B96

Donnerstag, den 30. Juni 2011
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An der B96 in Oranienburg entsteht derzeit ein neuer Solarpark. 33.154 Solarmodule wird die Photovoltaikanlage in einigen Wochen haben. Ende August soll sie in Betrieb gehen. Wie die Märkische Allgemeine berichtet, wird der 15 Hektar große Park jährlich 3500 Haushalte versorgen.

aRTikel

Der wehmütige Blick zurück

Donnerstag, den 30. Juni 2011
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Kultur: Gaby Rückert singt in Sommerfeld

MAZ Oranienburg, 30.6.2011

SOMMERFELD
Den größten Applaus bekommt die Schlagersängerin Gaby Rückert für ihre „Berührung“. Das Lied von 1980 ist ihr „Jahrhundertwerk“, wie sie am Dienstagabend anmerkte. Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Ingo Koster gastierte sie auf der Cafeteria-Terrasse der Sommerfelder Rehaklinik. „Das ist schon eine liebgewonnene Tradition“, so Gaby Rückert. Ein- bis zweimal pro Jahr kommt sie nach Sommerfeld.

Etwa 90 Leute verfolgen das Konzert. In letzter Zeit sei es dünn geworden mit der Kultur, so Rückert. Umso mehr freue sie sich, dass nicht nur Patienten der Klinik zu ihrem Auftritt gekommen sind. In dem gut 80-minütigen Programm „Wir über uns“ erinnern sich Gaby Rückert und Ingo Koster vor allem an vergangene Zeiten und bedauern an vielen Stellen, dass heute vieles nicht mehr so schön wie damals sei. Mitunter ist das etwas anstrengend, wenn Rückert und Koster immer mit einem wehmütigen Lächeln zurückblicken und leicht traurig auf das heutige Leben schauen und meinen, damals sei alles besser gewesen: „Früher haben Kinder immer Fußball gespielt“, so Rückert. „Jetzt liegen die Bälle rum, aber es sind keine Kinder mehr da. Heute sitzen sie lieber vor ihrem Computer.“ Ihr späteres Fazit: „Zwischenmenschlich ist es eine kühle Zeit geworden.“ Diese ständige Melancholie zieht sich durch ihr Konzert. Dabei fehlt ein bisschen der postive Blick nach vorn.

Morgen feiert Gaby Rückert ihren 60. Geburtstag, und als nächstes steht der Urlaub auf Rügen an. Seit 1997 reisen sie regelmäßig auf die Halbinsel Mönchgut, geben bald auch im Ostseebad Baabe ein Konzert.
Mit ihrem „Talisman“-Lied verabschiedet sich sich von ihrem Sommerfelder Publikum, das sie im Anschluss noch dicht für Autogramme umringt.

ORA aktuell

Gedenkstätte Sachsenhausen: Touranbieter müssen zahlen

Donnerstag, den 30. Juni 2011

Die Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg nimmt neuerdings Eintritt: Seit 1. Juni müssen private Touranbieter für jeden Touristen in der Gedenkstätte 1 Euro zahlen – einmalig in Deutschland.
Vertreter anderer Gedenkstätten, der Zentralrat der Juden und mehrere Touranbieter übten in der Süddeustchen Zeitung Kritik an den Gebühren.

Gedenkstättenleiter Günter Morsch verteidigt die Gebühren. Mit den Einnahmen wolle man den pädagogischen Dienst unterstützen, sagte er in der Märkischen Allgemeinen.
Für Opfer-Angehörige sowie individuelle Besucher sei der Eintritt auch weiter hin, nur kommerzielle Touranbieter müssten die Gebühr zahlen.

ORA aktuell

Oranienburg will auf Atomstrom verzichten

Donnerstag, den 30. Juni 2011
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Die Stadt Oranienburg will raus aus der Atomenergie. Für städtische Anlagen und Gebäude soll künftig keine Energie mit Atomstromanteil mehr bzogen werden.
Mit neun Gegenstimmen waren die Oranienburger Stadtverordneten bei der jüngsten Sitzung für den Antrag der Fraktion SPD/Grüne.

RTZapper

In weiter Ferne, so nah

Donnerstag, den 30. Juni 2011
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MI 29.06.2011 | 23.35 Uhr | arte

Ein Engel greift in das Leben eines Menschen ein und wird selbst zum Menschen.
Das kommt dir bekannt vor? “Stadt der Engel” ist ja auch ein wahnsinnig schöner, wenn auch extrem kitschiger Film. “In weiter Ferne, so nah” ist jedoch keine Kopie davon. “Stadt der Engel” ist die Kopie, oder besser: das Remake.

1987 drehte Wim Wenders dern Film “Der Himmel über Berlin”. 1993 kam dann die Fortsetzung “In weiter Ferne, so nah”, den arte am späten Mittwochabend zeigte. Und wer den gesehen hat, weiß, warum die Amis das lieber noch mal neu drehten.
In Wenders’ Version ist der Engel ein brabbelnder älterer Herr. Auch er kann die Gedanken der Menschen hören. Die halten jedoch seltsame, intellektuelle Monologe, ja, ganze Vorträge über irgendwelche Sachverhalte. Nebenher gibt’s noch Sozialkritik und noch mehr Gebrabbel.

Wenders’ Werk scheint genau die Klischees zu bedienen, die viele Leute über den deutschen Film im Kopf hatten: verkopft, öde, langweilig. “In weiter Ferne, so nah” ist über lange Strecken leider genau das.

RTelenovela

Vor 20 Jahren (64): Juhnke – plötzlich erkrankt

Donnerstag, den 30. Juni 2011
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(63) -> 15.6.2011

Sonntag, 30. Juni 1991.
Oranienburg hat Geburtstag. 775 Jahre hat die Stadt schon auf dem Puckel. Und da am dritten Tag des großen Stadtfestes endlich auch die Sonne scheint, können auch wir mitfeiern.

Die komplette Innenstadt ist abgesperrt, als der große Festumzug beginnt. Wir stehen an der Straße des Friedens (die heutige Bernauer Straße), ziemlich in der Nähe der Schlossbrücke. Im Laufe der folgenden Stunde marschiert die ganze Geschichte der Stadt an uns vorbei. Von Louise Henriette (damals noch Luise Henriette) bis zur DDR-Zeit.

Später lebte ich den ersten und bisher einzigen Hubschrauberflug meines Lebens. Für 25 Mark konnte jeder einmal über die Stadt fliegen. Spontan entschlossen wir uns, da mitzufliegen. Der Heli stand irgendwo im Schlosspark, auf dem heutigen neuen Gartenschau-Gelände). Ein seltsames Gefühl, als er abhob, es ist schon was anderes, als ein Flugzeug, mit dem ich zu der zeit auch noch nie geflogen war. Es war, als würden wir immer mal wieder in ein Luftloch fliegen. Nicht ganz so angenehm. Aber wenigstens haben wir Oranienburg von oben gesehen: unser Haus, den Lehnitzsee, die Havel.

Am Abend sollte auf dem Schlossplatz (damals wohl noch Platz des Friedens) der große Höhepunkt stattfinden: Ein Konzert mit Harald Juhnke und der Joe-Lord-Band. Und, klar, wegen der band war keiner da. Alle wollten Harald sehen. Einige haben ihn auch gesehen.
Irgendwann, der Termin der Auftritts, war längst verstrichen, hieß es, Harald Juhnke sei plötzlich erkrankt. Aber die leute wussten schon, was los war. Denn die Nachricht hatte sich bereits wie ein Lauffeuer durch die Festgesellschaft herumgesprochen: Harald Juhnke war besoffen. Seine Krankheit schien er durch mehrere, heftige Zusammenstöße mit Biergläsern gehabt zu haben.
Ein Zeitungsfoto zwei Tage später, bestätigte dann die Vermutungen: Da war Juhnke mit einem Bierglas zu sehen.

Ein bisschen enttäuscht waren wir schon, als dann nur die Joe-Lord-Band spielte – ohne Harald.

RT im Kino

Vier Leben

Donnerstag, den 30. Juni 2011

Manchmal läuft das so: Der Kinozuschauer sitzt vor der Leinwand, sieht sich das Treiben da oben an und … tja, zuckt mit den Schultern.
Michelangelo Frommartino siedelte seinen Film “Vier Leben” in Kalabrien, im Süden Italiens an, um das dortige Geschehen zu zeigen. Menschen, Bräuche und Natur.

Da ist zum Beispiel der alte Ziegenhirt. Er verbirngt die letzten Tage seines Lebens in dem kleinen Dorf. Er trinkt Staub vom Kirchenboden – als Medizin. Er ist krank. Sehr krank. Bald stirbt er, und die Ziegen halten Totenwache.
Ein Kreislauf: Der Alte stirbt, ein Zicklein erblickt das Licht der Welt. Erste zaghafte Schritte, der erste Ausflug auf die Weide. Dann die Katastrophe. Das Tier verliert in den Bergen den Anschluss an die Herde. Es sucht schutz unter einer großen Tanne.
Diese Tanne liegt wenig später auf dem Boden. Abgeholzt. Erst dient sie als Schmuck für ein Fest, dann verwandeln die Köhler sie in Holzkohle. So ist es Tradition.

Frammatrino zeigt den Kreislauf des Lebens. Kapitel für Kapitel. Er lässt seine Szenen unkommentiert. Das ist schade, denn insbesondere das Fest bleibt dem Zuschauer ein ziemliches Rätsel. Aber der Regisseur beschränkt sich auf das Beobachten.
Aber mal abgesehen davon, dass in “Vier Leben” nur drei Leben gezeigt werden – es fehlt der große Bogen, irgendein Rahmen. Die Geschichten spielen sich hintereinander ab, greifen nicht ineinander. Das wirkt langatmig.
Das kommentarlose Abfilmen von Ereignissen macht noch lange keinen packenden Dokumentationsfilm aus. Hier und da fehlen helfende Informationen.
Und, mal ehrlich: Zicklein zu beobachten ist nun wirklich nichts Neues. Ebenso die Verarbeitung eines Baumes.
“Vier Leben” ist in seiner 88-minütigen Länge sehr mühsam, ja, quälend.

1/10