Tagesarchiv für 23. April 2011

aRTikel

1991: Bombe nach Lehnitz transportiert

Samstag, den 23. April 2011
Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,

März 1991 II -> 31.3.2011

Rückblick: Oranienburger müssen im April 1991 evakuiert werden / Bahn hat Ölunfall

MAZ Oranienburg, 23.4.2011

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg – und was stand in der MAZ? Diesmal: die erste Hälfte im April 1991.

OBERHAVEL
Bombenalarm in Oranienburg: Bei Bauarbeiten am Gesellschaftshaus in der Straße des Friedens (Bernauer Straße) wird am 2. April 1991 eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt. Einwohner im Umkreis von 300 Metern müssen sofort ihre Häuser verlassen. Der chemische Langzeitzünder kann jedoch vor Ort nicht entschärft werden, die Bombe wird zum Bundeswehr-Schießplatz nach Lehnitz gefahren. Dazu widerrum müssen alle Anwohner an der B 273 ihre Häuser vorübergehend räumen.

Die Bildungslandschaft im Kreis steht vor einem Umbruch. Eine Umfrage ergibt: Jeder zweite Schüler will aufs Gymnasium. Die entstehenden Gymnasien in Oranienburg und Hennigsdorf können kaum so viele Bewerber aufnehmen. Unklar ist noch, wie das Auswahlverfahren ablaufen wird.

Birkenwerders Bürgermeister Kurt Vetter befürchtet, dass der Süden Berlins dem Norden vorgezogen wird. Geplant ist, den S-Bahn-Anschluss von Berlin nach Potsdam zu bauen. Vetter macht sich dafür stark, auch die Anschlüsse von Frohnau nach Hohen Neuendorf sowie von Heiligensee nach Hennigsdorf und Velten wiederherzustellen.

Bald soll die Borgsdorfer Kreuzung an der B 96 eine Ampel bekommen. Ein MAZ-Leser aus Borgsdorf hat da ganz andere Vorstellungen: Eine Brücke muss her. Wegen der vielen Staus auf der Strecke könne nicht noch eine Ampel den Verkehr behindern, argumentiert er.

Neuigkeiten hat auch die Politik parat, und Landrat Karl-Heinz Schröter hat sie aus der Zeitung erfahren: Die neuen Kreistage sollen nicht erst 1994, sondern schon 1992 gewählt werden. Das würde sich auch auf den Zeitplan der Kreisgebietsreform auswirken. Schröter ist sauer.

Schwere Panne bei der Reichsbahn: In Fichtengrund ist ein Kesselwagen undicht, Heizöl läuft aus und sickert ungehindert in den Boden.

Ein Gasventil wird am 10. April 1991 in der Oranienburger Otto-Nuschke-Straße (Lehnitzstraße) beschädigt. Der Unglücksort an der Ecke André-Pican-Straße muss weiträumig gesperrt werden.

Gegen den Bahnhof im Kremmen wird am gleichen Tag eine Bombendrohung ausgesprochen. Polizei und Feuerwehr suchen aber vergebens.

Die ehemalige Infrarot-Poliklinik in der Sachsenhausener Straße in Oranienburg ist nun ein Ärztehaus. Zahnarzt, Hals-, Nasen- und Ohrenarzt, ein Allgemeinmediziner, eine Röntgenpraxis, Physiotherapie und Sauna sollen das Gesundheitsangebot in der Stadt verbessern.

Die Bergfelder sind empört: Die Treuhand hat das Forsthaus am Ortseingang an einen eigenen Mitarbeiter aus Berlin verkauft. „Anscheinend schieben sich die Herren dort gegenseitig die Grundstücke zu“, sagt Bürgermeister Reinhard Groß

Hits: 48

RTelenovela

Die Weiße Stadt 1995, 1996 und 2011

Samstag, den 23. April 2011
Tags:

Wir waren heute auf Spurensuche. Die Weiße Stadt in Oranienburg war ein abgesperrtes Gebiet, in dem bis 1994 die russischen Streitkräfte untergebracht waren.

Schon zweimal haben wir so eine Tour gemacht. Erstmals Karfreitag 1995, ein gutes Jahr, nachdem die Weiße Stadt freigegeben wurden, gewissermaßen die Mauer gefallen ist. Damals gab es noch viel zu entdecken: verlassene Hallen, kleine Bunker, vermüllte Wohnblöcke und eine Schule. Überall waren wir drin, sahen uns um und filmten das.
Ostersonnabend 1996 dann noch einmal. Zu diesem Zeitpunkt war schon viel abgesperrt, die Wohnungen waren dicht, die Sanierungsarbeiten an anderen Stellen schon begonnen.

15 Jahre später, Karfreitag 2011: Wieder spazierten wir durch die Weiße Stadt, aber echte Überreste von damals sind so gut wie nicht mehr zu finden. Hier und da steht noch die alte Mauer. In der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße kann man noch sehen, wo sie mal stand – damals gab es nämlich beiderseits der Mauer je eine Straße.
Dafür gibt es heute das Wohngebiet am Wolfsbusch – das allerdings sehr karg und wenig wohnlich wirkt, zwei Kirchen haben dort Häsuer gebaut, eine Feuerwehr hat dort sein Domizil, es gibt jetzt die Turnhalle am LHG. Neben der Feuerwehr gibt es allerdings noch ein altes, verwittertes Haus. Eines der wenigen Überreste.
Die Weiße Stadt von damals gibt es nur noch in Erinnerungen.

Hits: 26