Tagesarchiv für 27. Dezember 2010

RTZapper

Das Traumschiff – Spezial

Montag, den 27. Dezember 2010
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SO 26.12.2010 | 23.15 Uhr | ZDF

Das Traumschiff muss ohne Schiffsarzt Schröder auskommen. Er hat die große Liebe gefunden und seinen Job deshalb an den Nagel gehangen. Und dabei war er doch erst 85, also noch ein junger Hüpfer.

28 Jahre spielte Horst Naumann den Doc an Bord des ZDF-Kreuzfahrtschiffes. Jetzt ist er dem Jugendwahn des Senders zum Opfer gefallen. Naumann hätte seine Rolle sicherlich noch mit 100 gespielt und Jopi Heesters damit Konkurrenz gemacht. Aber schon mit 85 musste er nun einem neuen, jüngeren Arzt weichen. Der ist erst 58 und wird frischen Wind in die Serie bringen.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag, in der “Traumschiff”-Folge “Panama”, nahm Horst Naumann als Doc Schröder Abschied. Im Special am späten Abend verriet der Schauspieler, dass nun ein Lebensabschnitt vorbei sei, und er ziemlich wehmütig dastehe. Aber vielleicht gibt’s ja in einer der Telenovelas noch eine Rolle aus junger Schwiegersohn für ihn. Das wäre nur angemessen.

RTZapper

Weihnachtsansprache 2010 des Bundespräsidenten

Montag, den 27. Dezember 2010
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SA 25.12.2010 | 19.08 Uhr | ZDF

Christian Wulff, ach ja, den gibt’s ja auch noch. Zu Weihnachten meldete er sich mit seiner Ansprache an die Deutschen zurück. Zu sagen hatte er wenig, jedenfalls wenig Neues.

Das Ehrenamt, daran sollten wir uns doch alle mal wieder erinnern. Ja, ja, wissen wir. Ist ganz toll, und Deutschland ist sowieso sehr verarmt, da muss das mit dem Ehrenamt so sein.
Um uns das zu sagen, hat sich Wulff Leute eingeladen. Ehrenamtler. Damit er gleich zeigen kann, was das für Leute sind. Inmitten einer Menschenmenge stand der Bundespräsident und sprach seinen Text runter. das wirkte dynamisch und war doch unfassbar steif. Von freier Rede scheint Wulff jedenfalls wenig zu halten, er klebte an seinem Teleprompter, und irgendwie wirkte es, als merke er gar nicht, dass da Leute um ihn rumstehen.
Dabei sind sie doch so wichtig, die Ehrenamtlichen. Vielleicht hatten die ja bei der Aufzeichnung Glück, und Wulff hat sich wenigstens davor und danach um sie gekümmert.

RTelenovela

Der kleine Mönch, der will nicht singen

Montag, den 27. Dezember 2010
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Wir wissen nicht genau, was sie da singen. Aber es klingt schön. In der Berliner Gethsemanekirche sorgen am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages die Moskauer Patriarchmönche für festliche Stimmung. Acht Männer singen russische Lieder, vor ihnen steht der Dirigent. Alle schmettern ihre Stücke, hängen sich voll rein. Bis auf einen.

Er steht in der Mitte, und er ist der Kleinste von ihnen und der Älteste. Erst fällt es gar nicht auf. Hin und wieder bewegt er die Lippen. Immer wieder blickt er bedeutungsschwanger. Hebt und senkt die Augenbrauen, schaut nach oben. Wer ganz hinten sitzt, könnte meinen, es sei alles in Ordnung. Wir aber sitzen in der dritten Reihe und sehen: Er blufft.
Kann er nicht singen? Will er nicht singen? Gibt es Probleme mit der Mönchsgewerkschaft? Zwischendurch haben wir den Verdacht, er sei der von der Stasi, der nur als Spitzel in der Gethsemanekirche dabei ist.

Aber dann: Plötzlich schlägt seine große Stunde. Der kleine Mönch hat ein Solo. Und er hebt die Stimme, er singt, und es klingt großartig. Am Ende bekommt er heftigen Applaus.
Und danach: ist alles beim alten. Wieder tut er nur so.

Ganz nebenbei waren wir an diesem Nachmittag das erste Mal in der Gethsemanekirche. Sie befindet sich nur ein paar Schritte von der Schönhauser Alle und dem Colosseum-Kino entfernt. 1989 fanden dort die Andachten statt, die Proteste gegen die DDR-Regierung. Ein wichtiger Ort während der Wendezeit in Berlin. Mehrere Schautafeln erinnern an diese spannende Zeit.