Tagesarchiv für 12. Dezember 2010

aRTikel

Thermentest (6): Plausch an der Feuerstelle

Sonntag, den 12. Dezember 2010
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(5) -> 5.12.2010

Brandenburg: Faire Preise in der Luckenwalder Flämingtherme

MAZ, 11.12.2010

Winterzeit ist Thermenzeit. Bei Wind und Wetter tun Sauna und Sole besonders gut. In dieser Serie testen wir die märkischen Thermen. Teil 6: Flämingtherme, Luckenwalde.

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Wird man in der Sauna eigentlich braun? Ja, diese Frage ist durchaus überraschend. Aber der junge Mann im Whirlpool der Flämingtherme in Luckenwalde (Teltow-Fläming) wollte das ernsthaft wissen. Er war bis dahin noch nie in einer Sauna. Und überhaupt sei er dorthin gekommen, um mal ein paar hübsche Frauen zu sehen. Dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt ein Mangel an jungen Damen herrschte, fand er irgendwie nicht so lustig. Dann komme er eben morgen wieder, merkte er später an.
Das wird er sich auch leisten können, denn gerade mal neun Euro kostet der Eintritt für Bad und Sauna für zwei Stunden. Das ist ein fairer Preis, allerdings sollte der Besucher auch nichts Außergewöhnliches oder die ganz große Vielfalt erwarten.

Der Badebereich ist relativ einfach gehalten. Es gibt ein großes Becken mit Strömungskanal, Massagedüsen, Sprudler, Wasserfall und Rutsche, dazu zwei Whirlpools und – besonders interessant für Freizeitsportler – ein Schwimmbecken mit acht 25-Meter-Bahnen.
Nicht ganz klar ist, was das Freizeitbad eigentlich zur Therme macht. Ob das Wasser in Luckenwalde aus einer speziellen Quelle kommt, wird nirgendwo erwähnt, ein Solebecken gibt es in der Flämingtherme ebenfalls nicht.

Während draußen der Schneesturm tobt, ist es in der Sauna gleich umso gemütlicher. Allerdings ist der Weg vom Bad dorthin recht weit – durch die Umkleidekabinen und mehrere Flure. Im Garten befindet sich in einem Holzhaus die Karpartensauna. Im Innenbereich die finnische, eine Bio- und eine Dampfsauna. Letztere war jedoch zum Zeitpunkt des Testes unbrauchbar, weil entschieden zu heiß. Nicht auszuhalten. Da muss irgendwas schief gelaufen sein.
In der finnischen Sauna war die Atmosphäre dagegen sehr gemütlich. Der Aufguss könnte ruhig ein bisschen heißer sein. Der Saunameister ließ sich zwar viel Zeit, träufelte in aller Ruhe das Wasser auf die Steine und wedelte minutenlang sanft mit dem Handtuch – die richtige Hitze, das Brennen, war nicht zu spüren. Ganz schön ist die kleine Sitzecke rund um eine Feuerstelle. Dort treffen sich auch oft die Stammgäste zu einem Plausch.

Eine echte Baustelle scheint das Bistro im Saunabereich zu sein. Hinterm Tresen scheint jeder, der in der Therme arbeitet und zufällig gerade da ist, mal zu bedienen. Der Rettungsschwimmer schenkt langsam den Saft ein und trottet zur Kasse, wo er die richtigen Tasten sucht. Als Rettungsschwimmer ist er in seiner eigentlichen Funktion sicherlich fixer. Der Aufgussmann kommt auch mal vorbei und reicht einer Kundin den Sekt, bevor er zum Aufguss läutet. Der Mann in der Küche muss ebenfalls bedienen, wenn er gerade Zeit hat. So braucht eine einfache Ofenkartoffel mit Kräuterquark schon mal erstaunliche 25 Minuten, bis sie beim Gast ankommt. Absolut inakzeptabel. Im Bistro am großen Schwimmbecken scheint es das Problem nicht zu geben. Neben der Ofenkartoffel gibt’s auch weitere Snacks und Gerichte: Currywurst, Pommes, verschiedene Fleischsorten und vieles mehr. Und während man den Schwimmern beim Training zusieht, schlürft der Gast seine Cola.

Bei der nächsten Modernisierung sollte auch der recht schwere Schrankschlüssel abgeschafft werden, er baumelt immer am Handgelenk herum. Aber trotz der Mäkeleien: Für verhältnismäßig wenig Geld kann der Besucher in der Flämingtherme die Seele baumeln lassen. Gut so!

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Informationen:
Adresse: Weinberge 40, 14943 Luckenwalde, Tel.: 03371/40020,
www.flaemingtherme.de
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 22 Uhr, montags ist Damensauna.
Preise: Vier Stunden Bad und Sauna kosten 12,50 Euro, Tageskarte für 16 Euro, Familienkarten, Gruppenpreise.
Angebote: Sportbad, Freizeitbad mit Strömungskanal, Massagedüsen, Whirlpool, Bewegungsbecken, Rutsche, Extrabereich für Kinder. Sauna mit Karparten-, Bio-, Dampf- und finnischer Sauna. Wellnessangebote mit Massagen und Behandlungen.

Badwelt: 2/5
Saunawelt: 3/5
Gastronomie: 2/5
Sauberkeit: 5/5
Erholungswert: 3/5

RTZapper

Zum weißen Holunder – Feierabend mit Anna Planken

Sonntag, den 12. Dezember 2010
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SA 11.12.2010 | 22.50 Uhr | WDR

Willkommen in der Kneipe! Spiele, Talks und Promis. Das ist “Inas Nacht”.
Ähm, Halt. Nein. Das ist nicht “Inas Nacht”. Das ist die WDR-Kopie der NDR-Show.
Weil “Inas Nacht” beim NDR so gut funktioniert, dachte man sich beim WDR: Das können wir auch.
Die kleine Kneipe “Zum Schellfischposten” heißt im WDR “Zum weißen Holunder”. Ina Müller ist im WDR nicht blond und heißt Anna Planken.
Und warum der WDR am späten Sonnabendabend einen “Feierabend mit Anna Planken” begeht, bleibt auch ein Rätsel.

Aber irgendwie macht das alles sehr viel weniger Spaß. Es ist an sich erst mal noch nicht lustig, wenn sich Leute in einer Show mit Bier betrinken, um die meisten Striche auf dem Deckel zu haben. Oder wenn sich Anna Planken über jeden schlechten Witz beömmelt und zu langweiligen Kindergartenspielchen einlädt. Wer sich die Kneipensause im WDR ansieht, wird “Inas Nacht” im NDR noch sehr viel mehr schätzen: das Spontane, das Musikalische – all das versucht der WDR auch, kommt damit aber bei weitem nicht ans Original heran.

ORA aktuell

Wegen Bomben: Tempo 30 in Stralsunder Straße

Sonntag, den 12. Dezember 2010

Nach der Saarlandstraße und der André-Pican-Straße gilt nun auch in der Stralsunder Straße in Oranienburg Tempo 30. Grund: die Gefahr durch Bombenblindgänger.
Die Straße ist gerade erst saniert und nach Bomben abgesucht worden.

RTelenovela

Mein BMW und ich (12): Rot!

Sonntag, den 12. Dezember 2010
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(11) -> 10.5.2010

Seit ein paar Tagen war vom Motor ein seltsames Nebengeräusch zu hören. Ganz plötzlich war es da als ich auf der A111 im Stau stand, der Tegeltunnel mal wieder dicht war und der Schnee vom Himmel fiel. Es hörte sich an, als ob ein Ventilator unrund läuft, ein bisschen wie: cchhhhhrrr.
Ich sprach das Thema heute kurz vorher noch an, musste dann aber nach Berlin. Doch bis zur Stadtgrenze kam ich gar nicht mehr.

Kurz vor dem Rasthof Stolper Heide auf der A111 erblickte ich plötzlich die rote Batterieleuchte. Die Servolenkung hatte sich verabschiedet, plötzlich musste ich Kraft anwenden, um die Kurve zu bewältigen. Langsam fuhr ich noch auf den Parkplatz, machte den Motor aus und stieg aus. Vorn qualmte es. Noch nicht dramatisch, aber Qualm an sich ist nie etwas Gutes.

Und ausgerechnet heute Abend war der Akku meines Handys fast am Ende. Wie immer, wenn man es wirklich braucht.
Anruf 1. Mein Bruder riet mir, den ADAC anzurufen. Da bin ich sogar Mitglied.
Anruf 2. Anruf beim ADAC. Schon allein das Wort “Stolpe” erwies sich als schwierig. Die Frau im Callcenter wollte mich einfach nicht verstehen. Erst das Stichwort gleichnamiger Ex-Ministerpräsident brachte sie auf das richtige Wort. Fast hätte sie allerdings den Abschlepper ins mecklenburg-vorpommernsche Stolpe geschickt, an der dortigen A24 gibt es auch einen Rasthof. Das konnten wir beide gemeinsam gerade noch so abwenden.
Anruf 3: Eine Kollegin, die hören wollte, was passiert war, nachdem ich per SMS meine Teilnahme am Treffen abgesagt hatte.
Anruf 4. Eine Frau von einer Werkstatt aus Bergfelde. In etwa 45 Minuten würde der Abschlepper kommen.
Anruf 5. Bei der Familie. Wir entschieden, mein Auto nicht zur Werkstatt, sondern nach Hause bringen zu lassen.

Nach einer Weile spazierte ich über den Rastplatz. Rastplätze sind ganz schön langweilig, wenn man eigentlich gar keine Rast machen will. Noch dazu an einem Sonnabend zur Primetime. Im Dunkeln. Bei Schneeschmelze.
In der Ferne fuhr ein ADAC-Auto vorbei. Es stoppte an der Tankstelle. Fuhr weiter, verschwand wieder.
Anruf 6. Die Frau von der Bergfelder Abschlepperfirma. Wo ich denn genau sei. Ich erklärte es ihr, und sie meinte, ich solle mich doch besser bemerkbar machen.
Mein Handy hat die sechs Anrufe erstaunlich gut überstanden – trotz so gut wie nicht mehr vorhandener Akkuleistung.

Der Mann von der Abschleppfirma zog mein Auto auf seine Ladefläche, füllte noch ein Schriftstück aus, und los ging’s. Meine erste Fahrt im Lkw (so weit ich mich erinnern kann). Es ist erstaunlich zugig auf dem Bock. Wenn’s richtig stürmisch draußen ist, kann es sehr ungemütlich werden in einem Lkw.
Drei Stunden sei er schon unterwegs, erzählte der Fahrer. Gerade komme er aus Hennigsdorf. Er staunte: Gut 75 Minuten dauerte es, bis er da war. Und stellte fest: Die meiste Zeit, die drauf ging, war die, in der der ADAC bei der Firma Bescheid gesagt hatte. Heute sei wieder ziemlich viel los, aber es gebe schlimmere Tage. Weil ich ja ADAC-Mitglied sei, müsse ich nicht zahlen, allerdings habe ich Glück gehabt, dass ich es nicht bis Berlin geschafft habe. Da wäre mein Auto nur bis zur nächsten Berliner Werkstatt gebracht worden. 110 Euro hätte die Lkw-Fahrt von Stolpe nach Oranienburg gekostet.

Zu Hause musste mein Auto den Lkw-Rücken wieder verlassen, die letzten Meter legte er aus eigener Kraft zurück.
Und wenn ich Glück habe, ist es wirklich nur der Keilriemen.

RT im Kino

The Kids Are All Right

Sonntag, den 12. Dezember 2010

Laser (Josh Hutcherson) will es endlich wissen. Der 15-Jährige weiß zwar, dass er das Ergebnis einer Samenspende ist, aber nicht, wer eigentlich dahinter steckt. Er lebt mit seiner älteren Schwester Joni (Mia Wasikowska) und seinen beiden Müttern Jules (Julianne Moore) und Nic (Annette Bening) in einem Haus.
Ja, genau, er hat zwei Mütter. Jules und Nic sind schon seit Jahren ein glückliches lesbisches Paar. Wobei die Sache mit dem Glücklichsein momentan nicht so gut funktioniert. Nic ist sehr kratzbürstig, macht ständig Vorschriften.
Die beiden Kinder nehmen Kontakt zu ihrem Vater auf, und tatsächlich ist Paul (Mark Ruffalo) ein sympathischer Typ, der mehr und mehr in die Familie rückt. Vielleicht ein bisschen zu sehr.

“The Kids Are All Right” ist eine etwas andere Familien- und Liebesgeschichte. Denn es scheint, als kämen die Kinder am besten mit der neuen Situation klar, dass sie plötzlich doch einen Vater haben. Lisa Cholodenko erzählt von einer Familie, die sich neu sortieren muss. Dabei geht es natürlich auch um die Frage: Homo oder Hetero? Und wie sieht es eigentlich mit der Libido aus? In dieser Mischung aus Komödie und Drama weiß der Zuschauer oftmals nicht so genau, wer eigentlich zu wem gehört. Und wer worauf steht: Schauen sich lesben tatsächlich Schwulenpornos an?
Und auch wenn während der etwa 105 Minuten ziemlich oft geflucht wird (”Fick dich!”), vielleicht sogar nervig oft, macht “The Kids Are All Right” durchaus Freude.

7/10