Monatsarchiv für November 2010

RTZapper

Teleshop 8: Meiden

Samstag, den 27. November 2010
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FR 26.11.2010 | 2.00 Uhr (Sa.) | RTL8

Wer nachts in den Niederlanden einen der RTL-Sender einschaltet, der wird schnell auf ein Stichwort treffen: Meiden. In den Niederlanden bedeutet das jedoch nicht, dass man besser ganz schnell den Sender wechseln sollte (obwohl das angebracht ist), sondern schlicht und einfach: Girls.

In Deutschland gibt’s nachts entweder Wiederholungen, dümmliche Call-In-Quiz-Abzocke, Werbeshows für Schlager, Cremes oder Fitnessgeräte und ätzende Spots mit Klingeltönen.
In den Niederlanden begegnen einem auf den diversen Sendern: Girls. Girls, die telefonieren. Girls, die erregt in die Kamera schauen. Girls, die gelangweilt aufs Telefon glotzen. Girls, die eine Telefonnummer vorlesen. Girls, die Zeichen mit dem Finger geben, doch mal ganz schnell zu ihnen zu kommen -also per Telefon. Nicht zu vergessen, die Girls, die arschoben auf ihrem Sofa hocken und uns ihre angeblich heißesten Körperstellen zeigen. Ach ja, und natürlich die Girls, die ein bisschen an sich rumfingern.

Beim Privatsender RTL8 nennt sich das schlicht und einfach “Teleshop 8″ – mit dem Untertitel “Meiden”.
Zappt man weiter, landet man bei RTL5. Auch dort gibt’s Teleshop – “Teleshop 5″, allerdings mit dem Untertitel “Strip TV”.
RTL7 belässt es beim schlichten Titel “Teleshop 7″.
VT4 kündigt seine Erotikshow als “nacht tv” an – Untertitel hier: “Lekker live”. Ja, ja, lecker Mädchen, ne?

Ist es wirklich so, dass sich unsere Nachbarn aus Holland jede Nacht beim Weiberteleshop vergnügen? Und haben die RTL-Kanäle nachts wirklich nichts anderes mehr zu senden? Und ist sich RTL II dann doch noch zu fein, es den holländischen kollegen nachzumachen?

RTelenovela

Nachtzug nach Amsterdam

Samstag, den 27. November 2010
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Das fängt ja gut an: Um 0.32 Uhr sollte der Nachtzug nach Amsterdam am Berliner Hauptbahnhof losfahren. “Etwa 15 Minuten später” steht nun auf der großen Anzeigetafel.
Das ist blöd, denn nach Mitternacht ist selbst auf Berlins größtem Bahnhof nichts mehr los. Nun gut, McDonald’s hat noch geöffnet, aber da haben wir ja schon die letzten 45 Minuten die Zeit totgeschlagen.
Was bleibt uns also anderes übrig als: blöd rumstehen.
Das finden wir nach zehn Minuten etwas langweilig, also laufen wir nach oben auf den Bahnsteig. “Etwa 30 Minuten später” steht inzwischen auf der Tafel. Na, großartig.
Bald werden 40 Minuten draus – angeblich wegen einer verspäteten Übergabe an der Grenze. Unser Zug kommt aus Warschau und Prag, da kann es schon mal zu Verspätungen kommen. Aber wenn die Verspätung – angeblich – an der Grenze passiert ist, wieso werden die Berliner Bahnkunden dann mit einem Verspätungslotto hingehalten? 15, 30, 35, 40, Zusatzzahl: 45.

Schon um 1.17 Uhr verlässt unser Nachtzug den Hauptbahnhof. Schon von außen sieht unser Waggon ein bisschen dreckig aus. Die Tür lässt sich schwer öffnen.
An unserer Schlafkabine angekommen, müssen wir uns erst mal bemerkbar machen: Die Tür ist von innen verschlossen.

Herrlich: Der Duft in so einem Schlafabteil ist einfach göttlich. Eine Mischung aus altem Parfüm und Fußmief. Auf drei der sechs Betten liegen bereits Leute und schlafen. Ganz unten sitzt ein älterer Herr – und starrt vor sich hin.
Wir haben die Betten ganz oben. Ohne mich groß umzusehen, ziehe ich mir die Schuhe aus und klettere auf der Leiter nach oben. Eine kleine Akrobatikübung, aber ich meistere sie vorbildlich.

Da sitze ich nun auf meinem Bett. Den Kopf eingezogen, denn so viel Platz nach oben gibt es nicht. Ich platziere meinen Rucksack, ziehe mir umständlich meine Jacke aus – und versuche, nicht allzu viel Luft zu holen. Sauerstoff scheint Mangelware zu sein.
Vor mir liegen ein Kissen, eine Plüschdecke und ein weißes Laken. Das Kissen schmeiße ich ans Kopfende, das Laken breitee ich unter mir aus – die zweite Akrobatikübung dieser Nacht. Ich ziehe mein Kapuzenshirt aus und lege mich hin.

Wo bin ich hier bloß hingeraten? Vier der fünf Menschen in diesem Abteil kenne ich nicht. Ich höre sie nur schwer atmen. Langsam versuche ich, mich an die Luft zu gewöhnen.
Die Schaffnerin kommt rein und fragt nach den Tickets. Wir sollen doch bitte von innen abschließen – sonst könnte es sein, dass am Morgen etwas fehlt. Wobei natürlich der potenzielle Dieb auch aus unseren eigenen Reihen kommen könnte. Einer der Herren bestellt den Weckdienst für den Halt in Düsseldorf um 6.54 Uhr. Da schlafen alle anderen sicherlich noch. Die Gelegenheit wäre günstig…

Es muss inzwischen 2 Uhr sein. Ich lese noch in meiner Zeitung, nebenan geht das Geschnarche los. Es muss ein Wettbewerb sein nach dem Motto: Wer kann lauter schnarchen als das Zuggeräusch? Der Schnarcher gewinnt, herzlichen Glückwunsch!
Unter mir knurrt jemand, auf der anderen Seite röchelt ein Mann. Echt romantisch, so eine Fahrt mit dem Nachtzug. Erholsam soll das alles sein. Na, ich weiß ja nicht.

3 Uhr. Ungefähr. Der Zug steht. Keine Ahnung, wo. Ich kann nicht aus dem Fenster sehen, und laut Kursbuch handelt es sich nicht um einen Zwischenstopp in einem Bahnhof. Wenigstens herrscht ein paar Minuten mehr Stille als sonst.
Es vergeht viel Zeit – aber die Bahn hat eine Überraschung für uns: Luft! Frische Luft! Von einer Sekunde zur anderen geht die Klimaanlage los und pustet kühle Luft in die Kabine. Ich muss mich zudecken, denn es wird kalt. Herrlich!

Alles, was nach 4 Uhr passiert, bekomme ich nur noch bruchstückhaft mit. Irgendwann erreichen wir Bielefeld. Da scheinen Waggons ab- und angehängen zu werden. Immer mal wieder rumpelt es leicht.
Eigentlich habe ich das Gefühl, nicht wirklich geschlafen zu haben. Dass ich aber von Hamm, Dortmund und Köln nichts mitbekomme, hat auch damit zu tun, dass ich ja leider nicht aus dem Fenster sehen kann. Ein blödes Gefühl: in einem Bett zu liegen, zu fahren, aber nicht zu wissen, wo man gerade ist.

Die beiden Männer aus den unteren Betten sind inzwischen weg. Draußen ist es hell geworden. Der Mann und die Frau in den mittleren Etagen stellen sich als Paar heraus, offenbar kommen sie aus Tschechien. Gerade schlurfte die Frau raus in Richtung Toilette. Ich nutze die Chance, ebenfalls aufzustehen und von der Leiter zu klettern.
Unser Zug steht im Bahnhof Emmerich. Von dem Ort habe ich noch nie gehört. Oder kommt Roland Emmerich als Emmerich? Lange warten wir hier. In dieser Zeit passiert nichts in Emmerich, aber auch gar nichts. Ab und zu ruckelt der Zug – wahrscheinlich wird die Lok gewechselt. Emmerich ist der letzte Bahnhof vor der Grenze zu den Niederlanden. Nach weit mehr als 30 Minuten setzt sich der Zug wieder in Bewegung.

Wir erreichen die Niederlande, ohne dass es besonders auffällt. Irgendwann sehen einfach die Verkehrsschilder entlang der Strecke anders aus.
Wir erreichen Arnheim. Der Bahnhof wirkt wie eine Ruine, das Ding scheint gerade großartig umgebaut zu werden. Und das scheint nicht nur für Arnheim zu gelten. Auch in Utrecht herrscht das Chaos.

In Utrecht verlassen wir den Nachtzug. Mit gerade mal drei Minuten Verspätung – und auch die nur, weil wir vor Utrecht an einem roten Signal standen. Die 45 Minuten Verspätung aus Berlin hatte der Zug vorher locker wieder eingefahren – bei Nachtzügen sind lange Warteheiten in Bahnhöfen schon einberechnet.

Ein bisschen scheine ich im Nachtzug nach Amsterdam tatsächlich geschlafen zu haben. So richtig erholsam war das jedoch nicht. Ich glaube, ich bin nicht der Typ fürs Nachtzugfahren.

RTZapper

Das große Tatort-Quiz

Freitag, den 26. November 2010
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DO 25.11.2010 | 20.15 Uhr | Das Erste

Der “Tatort” wird 40, und was macht die ARD? Veranstaltet ein Quiz. Wie einfallsreich. Quiz geht immer, dachten sich die Verantwortlichen, dabei hätte so ein Jubliäum doch viel besser genutzt werden können.

Aber auf die Idee, die Zuschauer die drei besten “Tatorte” wählen zu lassen und diese dann in einer Kultnacht zu zeigen, scheint niemand gekommen zu sein.
Verworfen wurde wohl auch die Idee, eines Zweiteilers, in dem zig “Tatort”-Kommissare mitspielen. Einen Entwurf soll es bereits gegeben haben: eine Art Kongress, an der viele der Kommissare teilnehmen – und natürlich passiert ein Mord. Mehr Komödie als Krimi. Und eine Vielzahl der Schauspieler hatte angeblich auch schon zugesagt. Aber den ARD-Verantwortlich war das zu heiß. Bloß keine Experimente!
Das ist sie, unsere alte Tante ARD!

RTelenovela

Blitzer im Parkverbot

Freitag, den 26. November 2010
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Mal eine kurze Frage zwischendurch: Darf ein Blitzerauto eigentlich im Parkverbot stehen?

Da fahre ich doch am späten Nachmittag die Auffahrt zur Nuthe-Schnellstraße in Potsdam entlang. Halb im Graben, also auf der Grünfläche, steht ein Auto. Ein paar Meter daneben der Blitzer, der die Zuschnellfahrer auf der Nuthestraße blitzt.
Dabei ist doch das Parken auf Grünflächen verboten, oder?

Vermutlich werden die sich jedoch selbst kein Knöllchen ausstellen. Blitzerautos sind eben nicht irgendwelche Autos.

RTZapper

Wosch – Die Energy-Abendschau

Donnerstag, den 25. November 2010
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DO 25.11.2010 | 18.00 Uhr | Energy Berlin

Da werden den verwöhnten Hitradio-Hörern aber ganz schön die Ohren schlackern. Jeden Abend zwischen 18 und 20 Uhr hat es sich bei Energy Berlin ausgedudelt. Stattdessen geht “Wosch – Die Energy-Abendschau” auf Sendung.

Plötzlich gibt es dort Telefonate mit Korrespondenten über Politskandale in den USA. Gefolgt von Countrymusik, weil irgend so ein Typ heute Geburtstag hat. Oder Wosch erzählt davon, dass eine bekannte Hamburger Hure gestorben ist. Dazu Independentsongs, die Energy-Hörer wahrscheinlich zu ersten Mal wahrnehmen.

Gewagt, gewagt! Mit der Show scheint Energy (nicht nur in Berlin, sondern bundesweit auf einigen Energy-Sendern) weitere neue Wege zu gehen. Nachts laufen Hörspiele, abends anspruchsvolle Unterhaltung. Wosch macht damit genau das, was er bis vor wenigen Monaten im rbb-Jugendradio Fritz getan hat – bis man ihn dort nicht mehr haben wollte. Dass er ausgrechnet im Formatradio wieder auftaucht, hätte wohl niemand gedacht.

Ob das funktioniert, wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen. Schließlich ist Wosch scheinbar ambitionierter als so mancher öffentlich-rechtlicher Radiosender. Aber ob das auch gut ist? Schließlich ist Country immer irgendwie nervig. Wie übrigens auch Woschs Co-Moderatorin Kathrin Thüring. Die spricht, als ob sie erstmals beim Lokalradio auf Sendung gegangen ist: unangenehme Stimmlage und Betonung – und irgendwie ein bisschen dümmlich. Aber vielleicht gehört das ja zum Konzept.

Ich bin kein Freund davon. Ich höre dann doch lieber weiter radioeins. Volker Wieprecht und Robert Skuppin wirken um Längen sympathischer als Wosch in seiner Show.

RTelenovela

Tempo 30? Ist doch toll!

Donnerstag, den 25. November 2010
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Ich habe seit heute ein neues Hobby. Es heißt: Ich-fahre-im-zweiten-Gang-in-der-Saarlandstraße-so-ziemlich-konstant-30-und-erfreue-mich-am-Rückstau. Hui, ist das ein Spaß! Okay, ich gebe zu: Spätestens auf der Hälfte der Strecke nickt man kurz weg, und eigentlich könnte man genauso gut das Auto schieben – aber der Landkreis Oberhavel fördert solche Hobbys.

Wieder sind die Bomben schuld. Diesmal daran, dass die Autos auf der Oranienburger André-Pican-Straße und der Saarlandstraße nur noch 30 fahren dürfen.
Nein, nein, das ist überhaupt nicht unsinnig! Ich finde das total sinnvoll. Schließlich müssen wir ja in Oranienburg überhaupt noch froh sein, Autofahren zu dürfen. Warum aber nicht auch alle anderen Straßen auf Tempo 30 abgesenkt werden, ist mir jedoch unklar. Es könnte doch schließlich auch mal eine Straße betroffen sein, auf der auch unser rühriger Landrat Karl-Heinz Schröter jeden Tag entlang fahren muss.

Im Übrigen dachte ich ja, dass der Abschnitt zwischen Mosel- und Lehnitzstraße längst abgesucht ist. Schließlich ist die Strecke dort gerade neu, die Brücke dahinter gerade mal 20 Jahre alt. Oder suchte die DDR keine Bomben beim Straßenbau?

Dass man es so richtig gut mit uns meint und uns nur schützen will, konnte man nur Stunden nach Aufstellung der 30-Schilder sehen: Denn schon hatten sich die freundlichen Herren mit dem Lasergerät postiert. Das nennt man dann wohl teure Erziehung. Oder auch Abzocke.

Wie geht’s weiter? Muss bald das Radio im Auto abgeschaltet werden, weil die Bässe die Bombe zum Platzen bringen könnte? Müssen die Fußgänger bald Filzlatschen anziehen? Kommt das Hüpfverbot?
Na los, Karl-Heinz, was hast du dir noch ausgedacht? Wann werden wir endlich evakuiert?

ORA aktuell

Schlosspark: Wieder neues Gartenschau-Konzept

Donnerstag, den 25. November 2010
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Nach dem Gartenschau-Flop in diesem Jahr, soll im Oranienburger Schlosspark 2011 wieder alles anders werden.
Im Familien- und Bürgerpark Oranienburg sollen die Schwerpunkte neu gesetzt werden. Dazu gehört nicht nur ein teilweiser Rückbau der Beete, sondern auch die konzentration auf einige Events. Gemeint sind beispielsweise Orangefest und das “Hörspielkino unterm Sternenhimmel”.

2011 bekommt der Park einen Zuschuss in Höhe von 1,49 Millionen Euro. Immer wieder gab es Kritik daran, dass der Park auch nach der Landesgartenschau eine geschlossene Anlage bleibt.