Tagesarchiv für 8. November 2010

RTelenovela

Das (vorerst) letzte Mal beim Lieblingschinesen

Montag, den 8. November 2010
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Ich hatte mal ein Lieblingschinarestaurant in Oranienburg, nämlich das im Südcenter. Bis heute. Irgendwie scheint’s da rapide bergab zu gehen.

Ich war schon länger nicht mehr dort, umso größer war die Vorfreude. Schon einige Zeit bietet der Laden auch All-You-Can-Eat, was ja meist schon ein wenig das Niveau absenkt. Dennoch dachten wir kurz drüber nach, am Büfett zuzuschlagen. Bis wir das Büfett gesehen haben. Alles sah ein bisschen matschig aus, Hühnchen scheint gar nicht dabei gewesen zu sein, alles wirkte undefiniert. Wir winkten ab und ließen uns die Karte geben, bestellten etwas.

Und dann ging alles ganz fix – erst mal. Begrüßungsgetränk, unsere Getränke, die Sauer-Scharf-Suppe. Während der Suppe schon die Teller und die Heizgeräte. Dann gleich schon das erste Essen.
Und Ende. Pause. Wir stocherten in den Nudeln, der Rest ließ auf sich warten.
Einige Minuten brachte der Kellner, der müde und lustlos durch den Laden schlurfte, den Eierreis mit Rindfleisch.

Das Unglück nahm seinen Lauf. Das Fleisch war ungenießbar. Wie Kaugummi, kaum zu beißen. Es sah ein bisschen schleimig und wabbelig aus.
Und ab damit, zurück in die Küche. Ob wir lieber Schweinefleisch haben wollen, fragte der Kellner. Wir wollten. Der Kellner nahm unsere Teller gleich auch mit – und brachte keine Neuen. Wir mussten sie vom Büfett klauen.
Das Ersatzessen kam dann sogar noch vor dem eigentlichen dritten Essen. Diesmal also Schweinefleisch. Besser war das aber auch nicht. Wabbelig, nach nichts schmeckend, nein danke. Auch der Reis schmeckte nach nichts, Eieransätze waren nicht zu sehen. Das gibt es in jedem Chinaimbiss besser.

Nun gut. Keine leichte Situation für den Keller. Einerseits konnte er nichts dafür, andererseits machte er auch keine gute Figur, wie er so uninteressiert tat. Was solle er jetzt machen, fragte er uns. Das sei immer so, das Essen.
Ohje, echt? Er nahm den Kram jedenfalls wieder mit – wir wollten diesmal keinen Ersatz. In der Küche wurde es danach ein bisschen lauter.

Ein paar Minuten danach kam dann noch das reguläre Essen Nummer drei. Huhn. Da kann man nicht so viel falsch machen.
Mein einstiges Lieblingschinalokal werden wir so schnell nicht mehr besuchen. Schade eigentlich. War mal lecker dort.

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RTZapper

Wetten, dass…? vs. Das Supertalent

Montag, den 8. November 2010
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SA 06.11.2010 | 20.15 Uhr | ZDF

Bei “Wetten, dass…?” scheinen sie langsam, aber sicher nervös zu werden. Zu recht: Ganze 660.000 Zuschauer mehr hatte die ZDF-Show als die “Supertalent”-Konkurrenz bei RTL. Bei den jungen Zuschauern ist Gottschalk inzwischen nur noch zweite Wahl.
Dummerweise gehen Konzeptkorrekturen oft nach hinten los.

Am Sonnabend holte Thomas Gottschalk zu Beginn seiner Show nicht nur einen, sondern gleich fünf Gäste auf seine Couch. Mit der Folge, dass er sich fahrig von einem zum andern drehte und noch belanglosere Fragen stellte als sonst – und er schließlich mit niemandem so richtig ssprach. Atze Schröder kam gar erst zwei Stunden später überhaupt zum Zuge, war davor nicht mehr als Kulisse.
Die Show bekam keinen Drive, stattdessen wirkte alles sehr steif und steril. Ein echter Abschaltgrund.

Aber mal davon abgesehen: Momentan ist “Das Supertalent” einfach die aufregendere Show. Sie zeigt Menschen, die spannende und sehenswerte Dinge können – und welche, die eher untalentiert sind. Aber es sind extrem abwechslungsreiche Stunden. Wenn RTL das Ganze nicht durch Effekte und Schnitte unnötigerweise aufmotzen würde, gäbe es nichts zu meckern.

“Wetten, dass…?” dagegen hat seinen Glanz verloren. Wirklich gute Ausgaben werden seltener. Und das seltsame ist: Keiner weiß, warum das so ist. Die Wetten sind oft nicht unspannend, die Musikacts beachtlich. Aber das Gequatsche dazwischen wirkt oft aufgesetzt, verkrampft. Es hat keinen Fluss, keinen roten Faden. Songcontest-Sieger Lena mag ganz nett sein, zu sagen hat sie leider gar nichts. Wetteinlösungen sind lapidar (na Wahnsinn, Denzel Washington muss ein Lied ansagen, uijuijui). Und wenn das Gewusel dann noch so unübersichtlich-öde wird, machts gar keinen Spaß mehr. Vielleicht sollten die Sofagäste mehr eingebunden werden ins Geschehen.

Vielleicht wird’s ja inhaltlich das nächste Mal schon wieder besser. Konkurrenzlos wird “Wetten, dass…?” jedoch nie wieder sein. Es wird eng für die Show.

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