Tagesarchiv für 1. November 2010

RTZapper

Kreutzer kommt

Montag, den 1. November 2010
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MO 01.11.2010 | 20.15 Uhr | ProSieben

„Kreutzer kommt“. Der neue Krimi mit Christoph Maria Herbst wird seit Wochen auf ProSieben massiv beworben. Kein Wunder, Christoph Maria Herbst ist durch „Stromberg“ ein Zugpferd des Münchner Privatsenders geworden.

In „Kreutzer kommt“ spielt Herbst einen ziemlich unkonventionellen Kommissar. Kreutzers Devise: Er löst jeden Fall – und zwar in genau vier Stunden, 37 Minuten und 48 Sekunden. Er hört und sieht alles, er taucht genauso unvermittelt am Tatort auf, wie er wieder verschwindet. Und er ist schlau, kann gut kombinieren. In seinem ersten Fall – bei Erfolg gibt es sicherlich weitere Kreutzer-Filme – muss er den Mord an Dinah aufklären. Sie ist, nein, sie war die Sängerin im Nachtclub eines Nobelhotels. Kreutzer und seine Assistentin Belinda (Rosalie Thomass) beginnen mit den Ermittlungen.

Tatsächlich ist der ProSieben-Krimi ein wenig anders als „Tatort“ und Co. Der Fokus liegt ausschließlich auf dem Mordfall und dessen mögliche Aufklärung. Kreutzer hat kein Privatleben, der Zuschauer bekommt davon zumindest nichts mit. Das macht die Sache leider etwas spröde. Zwar geht Herbst durchaus mit Humor an die Sache ran, doch nach spätestens einer Stunde ist die Luft raus. Dann schleicht sich Herbst halt wieder plötzlich ins Bild, befragt den einen und die andere. Falls es zu einer Fortsetzung kommt, sollte den Autoren auf jeden Fall noch etwas mehr einfallen. Und die Hälfte der Sendezeit würde auch reichen

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ORA aktuell

Bombe: Am Mittwoch Sprengung an der Ruhrstraße

Montag, den 1. November 2010
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Am Mittwoch muss in Oranienburg erneut eine Bombe gesprengt werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, handelt es sich um einen 500-Kilogramm-Blindgänger im Wohngebiet an der Rhein- und Ruhrstraße.

Schon am Montag musste ein Sperrkreis von 100 Metern gezogen werden, 18 Grundstücke sind betroffen. Am Mittwoch sind 4500 Menschen betroffen. Sie müssen ihre Wohnungen und Häuser bis 8 Uhr verlassen.
Der Sperrkreis verläuft über die Robert-Koch-Straße, Joliot-Curie-Straße, Havel, Saarlandstraße, entlang der Lehnitzstraße Richtung Lehnitz, in Lehnitz der Birkenwerderweg ab Bahnhof, Falkenweg, in Oranienburg ab der Dürerpromenade, Badstraße, Saarlandstraße, Südcenter, Gothaer Straße.

Gesperrt sind die Berliner Straße zwischen Badstraße und Weimarer Straße, die Saarlandstraße zwischen Lehnitzstraße und Eisenacher Straße, in Lehnitz der Birkenwerderweg, also die Ausfahrt über Lehnitz in Richtung Borgsdorf.
Somit muss der komplette innerstädtische Verkehr am Mittwochvormittag über die Schlossbrücke.

Die Sperrung soll am Mittag aufgehoben werden.
Der Sperrkreis zum Ansehen.

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RTZapper

Das Medium

Montag, den 1. November 2010
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SO 31.10.2010 | 19.05 Uhr | RTL

Wenn ein geliebter Mensch plötzlich stirbt, bleiben Fragen offen. So begann am Sonntagabend die neue RTL-Hokuspokusshow “Das Medium”. Und eigentlich hätte es dann weiter heißen müssen: Diese Fragen nutzen findige Geschäftsleute schamlos aus. Mit dem Unterschied: bei RTL müssen die Leute wenigstens nichts zahlen.

Zu Halloween hatte RTL das passende Programm und ließ Tote sprechen. Oder so. Kim-Anne Jannes kann angeblich mit verstorbenen Menschen in Kontakt treten. So auch mit Uwe Barschel. 1987 wurde der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins tot in der Badewanne eines Genfer Hotelzimmers gefunden. Seine Frau Freya glaubte nie an Selbstmord. Nun sitzt sie in ihrem Haus, in dem sich seit den 80ern offenbar nichts verändert hat, und hadert mit ihrem Leid, mit sich und ihrem Leben.

Aber bevor Uwe Barschel von den Toten erweckt wurde, musste sich das Medium noch mit anderen Fällen beschäftigen.
Eine Frau vermisst ihren älteren Bruder, er starb gemeinsam mit drei Kameraden von der Bundeswehr bei einem Unfall an einem Bahnübergang. Die Moderatorin Petra Neftel stapfte durch den Schnee (schon ganz schön alt die Sendung, nicht wahr?) und fragte sich und die Zuschauer: Wird das Medium es schaffen, Kontakt aufzunehmen? Huijuijui, wie gruselig!
Die Frau erzählt mit feuchten Augen, dass ja der David für jeden Witz und Scherz bereit gewesen sei. Dass dazu ein Foto zu sehen war, auf dem zwei Leute höchstwahrscheinlich den Hitlergruß zeigen, ist bei RTL wohl keinem aufgefallen. Oder haben die doch eher gewunken? Nein, sah nun wirklich nicht so aus.
Das Medium sitzt schon im Sessel, und natürlich hat sie schon Kontakt zu dem Toten. “Er zeigt mir, wie ein Zug fährt…” Oh! Da geht ja die Schranke hoch! Und es kommt noch ein Zug! Oooh! Alles klar: Es war ein technischer Fehler an der Schranke. Fall gelöst, Schwester beruhigt. Ach ja, schöne Grüße.

Bei Google ist in der Zwischenzeit eine häufig gesuchte Abfrage: “Kim-Anne Jannes Betrügerin?”

Fall zwei: In einem Haus auf Mallorca passiert ein Mord, zumindest sieht das Medium einen Mord. Sie labert etwas von innerer Anspannung, blablabla.
Interessant ist: Das, was RTL zeigt, ist nicht identisch mit dem, was RTL vorab der Presse von der Sendung zeigte. Sowohl die Geschichte am Bahnübergang als auch die auf Mallorca existierten nicht auf der Presse-DVD. Dafür zwei andere nun nicht ausgestrahlte Fälle.
Außerdem brach RTL mitten im Satz den Mallorca-Fall ab und ging zu Barschel über. Wurde die Sendung kurzfristig komplett überarbeitet?

Dann aber die Sensation: „Herzlich Willkommen in meinem Reich“, lässt Uwe Barschel über das Medium ausrichten. Freya Barschel will endlich wissen: Wurde ihr Mann 1987 in Genf umgebracht oder war es doch Selbstmord?
Und, ja, es sei Mord gewesen – eine morphiumähnliche Substanz, die über den Lüftungschlitz ins Bad gelangte, so Barschel, so Jannes. Er habe innerlich zu zittern begonnen und ein Beben gespürt. Er habe etwas tun wollen, konnte aber nicht, die Atmung sei ihm schwer gefallen. Auf dem Boden sei er zusammengebrochen und erst nach seinem Tod in die Badewanne getragen worden – wegen der Spuren.
Und gleich die nächste Enthüllung: Ja, derjenige, mit dem sich Barschel treffen wollte, sei auch derjenige, dessen Schritte er hörte, als er tot war (hä?). “Ist er umgebracht worden?”, fragt Moderatorin Petra Neftel vorsichtshalber noch mal nach. “Ja, sicher”, sagt das Medium, sagt Barschel.
Freya Barschel sieht ihren Mann rehabilitiert, während sich die TV-Nation die Augen reibt. 23 Jahre Politgeschichte einfach so vom Tisch gewischt. Und RTL hat diese Sensation monatelang in seinem Archiv verstauben lassen. Warum hat “RTL aktuell” damit nicht aufgemacht? Warum moderiert das Medium eigentlich nicht „Aktenzeichen XY ungelöst“? Wir könnten viel Zeit mit Ermittlungskram sparen.

Aber keine Angst, RTL hat uns nur auf den Arm genommen. Dort hielt man das alles wohl auch für Unsinn. Im Abspann stand, die Aussagen des Mediums im “Fall Barschel” seien juristisch nicht relevant. Auf Deutsch: Alles Käse. Alles nur ausgedacht, der übliche Dokusoapdreck.
Der Presse wurden übrigens auch die Barschel-Szenen vorab nicht gezeigt. Und in der RTL-Mediathek im Internet fehlte bis jetzt, Montagnachmittag „Das Medium“. Nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, sich den Müll noch mal ansehen zu wollen und denkt, das stimmt alles, was “Das Medium” so daherlabert.

Aber vielleicht sollte man das auch mal so sehen: Es war Halloween und RTL hat die Geister geweckt. War ja dann doch ganz lustig. Irgendwie.

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RTelenovela

Traumtagebuch (69): Auf Goethes Schlammspuren

Montag, den 1. November 2010
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(68) -> 11.10.2010

Ich bin auf dem Fahrrad unterwegs. Mein Ziel: Albstadt. Ich möchte dort eine Freundin besuchen. Allerdings ist der Weg dorthin beschwerlich.
Vor mir befindet sich ein schlammiger, holpriger Weg. Aber mutig, wie ich bin, radele ich weiter. Ich sehe mich um, irgendwie kommt mir die Gegend bekannt vor. Nicht, dass ich hier schon mal langgefahren bin, aber ich habe das alles schon mal gesehen.
Ich fahre an einem Gebäude vorbei. Durchs Fenster kann ich einen ganz alten Tisch sehen, drumherum stehen Stühle. Sie scheinen auch schon ein paar hundert Jahre auf dem Puckel zu haben.

Ich radele weiter. Der Weg geht im Zickzack-Kurs. Vor mir liegt ein Baumstumpf, er sieht aus wie ein totes Krokodil. Ich fahre direkt durch, das Ding scheint hohl zu sein.
Und plötzlich ist Schluss: Ich halte an. Vor mir ist eine tiefe Schlammpfütze. Ein Durchkommen ist nicht möglich. Und plötzlich ist mir auch klar, woher ich das alles kenne: Es ist die Kulisse des “Goethe!”-Films.

Ich beschließe: Ich fahre wohl doch besser mit dem Auto nach Albstadt.
Dann werde ich wach.

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RTZapper

Das Supertalent: Diese Fröhlichs

Montag, den 1. November 2010
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SA 30.10.2010 | 20.15 Uhr | RTL

Menowin Fröhlich. Wer war das noch mal? Ach ja, dieser Typ, der bei “Deutschland sucht den Superstar” im Frühjahr 2010 nur Zweiter wurde. Und aussah, als würde er deswegen Marco Schreyl verprügeln wollen. Inzwischen ist es ruhig um ihn (wie übrigens auch um den Gewinner), aber die Fröhlichs lassen nicht ab. Sie wollen mehr.

Im September dachte Menowins Bruder Mario, dass er singen kann. Die Jury der VOX-Castingshow “X Factor” sah das anders und schickte ihn nach Hause.

Jetzt ist wieder “Supertalent”-Zeit bei RTL. Und so stand ein gewisser Robert Fröhlich vor der Jury. Er ist Menowins Bruder, ja. Eigentlich ja Halbbruder. Aber darüber will Robert lieber nicht sprechen. Er will mit Menowin auch gar nichts zu tun haben. Auch wenn er sein Bruder ist, also der Bruder von Menowin Fröhlich.

Robert kam mit seinem Kumpel zur RTL-Show, der Kumpel machte die Beatbox, Robert sang.
Das kam leider nur so halb gut an. Der Beatbox-Mann fiel komplett durch, Robert hätte weiterkommen können. Laut Jury sang er recht gut. Nicht überragend, aber okay.
Blöd nur: Robert wollte nicht. Nicht allein. Nicht ohne seinen Freund. Und er ließ sich nicht überreden. Und so ging Robert Fröhlich von dannen.
Ein Gutes hat die Sache: Wir müssen den Herbst 2010 nicht schon wieder mit einem aus der Fröhlich-Sippe verbringen. Robert muss sich weiter so durchschlagen.

Tjaja, diese Fröhlichs. Irgendwie nicht von dieser Welt.

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