Tagesarchiv für 13. Oktober 2010

RTelenovela

Oh, Mandy!

Mittwoch, den 13. Oktober 2010
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Der jüngste Winter war hart. So hart und lang, dass ich nun neue Winterschuhe brauche. Und da es im Potsdamer Sterncenter ja gefühlte 26 Schuhgeschäfte gibt, dachte ich, dass ich dort fündig werden sollte.
Nach einem relativ teuren Umweg über den Media Markt (das neue Underworld-Album ist großartig!) betrete ich – nein, nicht das erste Schuhgeschäft, an dem ich vorbei laufe. Aber das zweite.

Ich spaziere an den Regalen entlang, auf der Suche nach Winterschuhen. Wahnsinn, es gibt Winterschuhe, die nur 19 Euro kosten. Aber wie lange halten die? Zwei Spaziergänge lang? Aus den Lautsprechern ertönt “Oh, Mandy! von Westlife. Gerade schmachten sie wieder: “Oh, Maaandy!”
Ich suche weiter. Nein, Winterschuhe für 19 Euro werde ich mir nicht kaufen. Ich will schon ein bisschen mehr Qualität. Hässlich dürfen sie aber auch nicht sein. Und innen gefüttert.
“Oh, Mandy!” Schwupps, und schon habe ich einen Ohrwurm. “Oh, Mandy!”

Da oben stehen schöne helle Schuhe. Sehen echt schick aus. Nur leider gibt’s die nicht in meiner Größe. Mist. “Oh, Mandy!”
Eine Frau sagt gerade zu ihrem Mann, dass sie das Lied nerven würde, es liefe wohl in der Dauerschleife. Und tatsächlich: Der Song ist zu Ende – und beginnt wieder von vorn. “Oh, Mandy!”

Ich habe ein Paar Schuhe gefunden. Ich probiere sie an. Passen. Sitzen. Und haben Luft. “Oh, Mandy!” Wieder der Refrain und die aufwallende Streichermusik.
Ich kaufe die Schuhe. “Oh, Mandy!”
Ich stelle mich an die Schlange vor der Kasse. Gerade beginnt das Lied zum fünften oder sechsten Mal. Die Kassenfrau hat das gar nicht gemerkt. “Wir hören das hier gar nicht”, sagt sie, als ich sie auf Mandy anspreche. Vielleicht habe da jemand aus Versehen auf die Repeat-Taste gedrückt.
Mir kann das egal sein, ich habe meine Schuhe. Bis bald, Mandy!

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RTZapper

Oberhavel TV: Schröter vs. Blettermann

Mittwoch, den 13. Oktober 2010
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DI 12.10.2010 | 23.00 Uhr | Oberhavel TV

Jetzt haben wir es amtlich: Oberhavel-Landrat Karl-Heinz Schröter besitzt keinen Sachverstand. Ob er überhaupt Verstand besitzt, hat er auf der jüngsten Sitzung des Kreistages in Oranienburg allerdings offen gelassen. Auf jeden Fall präsentierte er sich starrsinnig, ja bockig. Oder ist es doch eher Arroganz?
Wie auch immer: Karl-Heinz Schröter bescherte Oberhavel TV die interessantesten Sendeminuten, die das Lokalfernsehen wahrscheinlich je zu bieten hatte. Nämlich die Bilder zu dieser Meldung.

SPD-Kreistagsmitglied Dirk Blettermann wollte mal von seinem Parteigenossen Schröter wissen, warum er denn in der Oranienburger Bombenproblematik und den daraus resultierenden Problemen nicht mit Bürgermeister Laesicke sprechen wolle.
Schröter meinte daraufhin, dass ja in den Fachbereichen genügend geredet würde, nämlich “da, wo der Sachverstand sitzt”. Ganz toll, wenn der Landrat das sagt.

Blettermann hakt nach, aber Schröter bockt: Wenn sich zwei Häuptlinge unterhalten würden, könne nicht mehr rauskommen, als das, was ihnen zugearbeitet wurde.
Interessant: Heißt das, dass sich Schröter nicht die Bohne dafür interessiert, was in Oranienburg passiert? Oder dass er keine Ahnung davon hat und sich nur zuarbeiten lassen kann? Und dass ihm das zuwider ist? Oder hält er Oranienburgs Stadtspitze für inkompetent?
Wenn sich Landrat und Bürgermeister treffen würden, wäre das nicht mehr als stille Post, so Schröter. Seltsam, Herr Schröter: Dann hätten sich ja auf der Welt alle Gipfeltreffen erledigt, weil die Chefs ja alle ahnungslos seien.

Blettermann hakt weiter nach: Ob denn Landrat und Bürgermeister miteinander sprechen würden. Schröter: Klar, auf den Briefköpfen stehe doch “der Landrat” und “Der Bürgermeister”, auch wenn da andere Unterschriften drunter stehen würden.
Achso. Eine billigere Antwort ist Schröter wohl nicht eingefallen?

Blettermann hakt noch weiter nach: Ob es denn eine Kommunikationsstörung gebe. Schröter könne doch mal den Telefonhörer in die Hand nehmen. Schröter: Aha. Und der Bürgermeister könne ihn doch anrufen. Aber niemand habe ihm gesagt, dass der Bürgermeister einen Gesprächswunsch geäußert habe.

Jetzt ist klar: Schröter wäre gern mehr. König Karl-Heinz. Das ist es wohl, was Schröter im Sinn hat. Schröter, der auf dem Thron sitzt und sein Volk abbügelt und mit einer Handbewegung in die Schranken weist. Und wer ihn sprechen will, kann ja mal einen Antrag schreiben. König Karl-Heinz lässt lieber sprechen, als selbst Initiative zu zeigen. Wäre zu anstrengend. Und doof auch. Schließlich hat ein König ja seine Leute, die sich mit dem Gedöns beschäftigen können, während der König sich sonnt.

Dieser Landrat ist ganz schön peinlich. Danke, Oberhavel TV für die erhellenden Bilder.

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