Tagesarchiv für 8. Oktober 2010

RTelenovela

Einfach noch mehr saufen – das ist die Lösung!

Freitag, den 8. Oktober 2010
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Leute haben beobachtet, wie du besoffen Auto gefahren bist? Und nun steht die Polizei vor der Tür? Dann hier der ultimative Tipp: einfach noch mehr saufen. Ein Mann aus Potsdam hat nun eindrucksvoll bewiesen, dass man damit durch kommt.

Eine Winternacht in Potsdam: Ein 47-Jähriger fuhr besoffen Auto. Zumindest wollen das die Nachbarn gesehen haben. Er traf wohl nicht mal mehr seine Einfahrt. Die Nachbarn sahen aber noch mehr: Auch, wie er danach ans Auto von einem der Nachbarn pinkelte.
Klar, fand der Besitzer nicht so toll, er rief was aus dem Fenster, der Besoffene rief was zurück. Der Nachbar rief bei der Polizei an.
Die kam auch recht bald, nur leider wollte der Betrunkene die Beamten nicht ins Haus lassen. Er beschimpfte sie nur. Im Polizeibericht standen die Stichworte “Alkoholgeruch” und “verwaschene Aussprache”. Es musste Verstärkung anrollen.
Nun ließ der Mann doch mit sich reden. Seine Frau sei gefahren, die Nachbarn bestritten das. Also ab zur Alkoholkontrolle.

Bei einer Verhandlung am Potsdamer Amtsgericht dann die Wende: Ja, der Mann ist gefahren. Aber den Alkohol habe er erst getrunken, als die Polizei draußen wartete. Aha. Mehrere Schnäpse will er danach noch getrunken haben. Der Anwalt (der Mann selbst kam erst gar nicht zur Verhandlung) beantragte eine Begleitstoffanalyse. Die besagte dann: Nachtrunk kann nicht ausgeschlossen werden.
Das Ende vom Sauflied: Verfahren eingestellt.

Wahnsinn: Wenn die Polizei draußen wartet, kippt man sich einfach noch ein paar Schnäpse hinter die Binde. Und damit kommt man dann durch, obwohl die Zeugenaussagen von Nachbarn und Polizei belastend waren. Aber Nachbarn und Polizei wurden erst gar nicht vor Gericht gehört.
Der Mann, um den es geht, ist übrigens nicht ganz unbekannt in Potsdam, und ein Ex-Minister befindet sich auch in seinem Freundeskreis. Das hat allerdings mit diesem ganzen Fall rein gar nichts zu tun.

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RT im Kino

The Road

Freitag, den 8. Oktober 2010

Amerika? Das war einmal. Das Amerika von einst, das gibt es nicht mehr. Nur noch leere Straßen. Verlassene Häuser. Tote, Skelette. Abgestorbene Bäume. Grauer Himmel.
Alle haben es kommen sehen. Nun ist sie da: die Katastrophe. Endzeitstimmung.

Ein Mann (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee) laufen durch das tote Land. Suchen nach Essen. Nach Wärme. Nach einer Behausung. Und versuchen, am Leben zu bleiben. Sie müssen sich schützen, denn die paar Menschen, die noch leben, sind bestialisch. Fressen sich gegenseitig, um nicht auch zu krepieren.
Der Vater tut alles, damit sein Sohn und er überlebt, damit die beiden ihr Feuer weitertragen. Und immer wieder denkt er an die Zeit, wo noch alles in Ordnung war.

Das Endzeitdrama von Regisseur John Hillcoat beruht auf dem Roman “The Road” (in Deutschland: “Die Straße”) von Cormac McCarthy, einem hochgelobten Roman. McCarthy galt dieses Jahr als Literaturnobelpreis-Anwärter.
“The Road” ist kein Wohlfühlfilm. Er geht an die Substanz. Zwei menschen, die ums nackte Überleben kämpfen. Für die jede Begegnung mit anderen Menschen eine Gefahr darstellt. Ein wahrer Nervenkrieg. Und für Viggo Mortensen und sein Kodi Smit-McPhee eine Paraderolle, müssen sie doch den gesamten Film überwiegend allein stämmen. Die Angst und der Lebenswille ist dem Jungen immer wieder ins Gesicht geschrieben. Die Wut, der Wille und die Trauer in den Augen des Vaters. Erschütternd. Dennoch hat das Drama zwischendrin einige Längen.
Und: Der Film ist ein Katastrophenfilm ohne Katastrophe. Der Zuschauer erfährt keine genauen Hintergründe, was eigentlich genau passiert ist. Er muss es sich denken, und die Bilder sprechen für sich.

7/10

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