Tagesarchiv für 18. September 2010

RTZapper

Der Deutsche Radiopreis 2010

Samstag, den 18. September 2010

FR 17.09.2010 | 0.00 Uhr (Sa.) | NDR fernsehen

Was ich seit elf Jahren immer wieder sage, ist nun offiziell bestätigt: “Der schöne Morgen” auf radioeins ist Deutschlands beste Morgenshow im Radio. In der entsprechenden Kategorie hat “Der schöne Morgen” am Freitag den Deutschen Radiopreis 2010 bekommen.
Und wer war noch nominiert? Gegen wen konnte sich radioeins durchsetzen? Wir haben es leider nicht erfahren. Und das ist mehr als nur ein bisschen langweilig.

Erstmals haben sich öffentlich-rechtliche und orivate Radiosender zusammengetan und den Radiopreis vergeben. Viele Radiosender übertrugen live, das NDR fernsehen zeigte die Show später als Aufzeichnung. Aber es scheint, als ob der Argwohn und der Neid weiterhin groß sind. In allen Kategorien gab es nur eine Laudatio und die Übergabe des Preises. Auf einen Überblick, welche drei Einsendungen hervorstachen und somit als Nominierte gelten, mussten Zuhörer und Zuschauer verzichten. Man weiß schlicht nicht, wer sich sonst noch so beworben hat. Die Show war praktisch spannungsfrei, denn auch die Gewinner schienen vorher allesamt Bescheid zu wissen. Gääähn.
Und auch sonst hielt sich die Stimmung in Hamburg in engen Grenzen. Mehr als höflichen Applaus gab es nicht, als sich die jeweiligen Preisträger bedankten.

Viele der Preis-Entscheidungen gehen in Ordnung, auch wenn Privatsender in den meisten Kategorien schlicht keine Chance haben. Vernpnftige Musik- und Sportsendungen haben die wenigsten. Interviews gibt es auch kaum. Ebenso Recherchen und Reportagen – alles Domänen der ARD-Radios.
Ob es 2011 auch wieder einen Radiopreis gibt, ist offen. Wenn es so sein sollte, ist eine Konzeptänderung aber dringend notwendig.

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RTelenovela

Volojahre (63): Nah dran an den Mächtigen

Samstag, den 18. September 2010
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(62) -> 10.9.2010

Wer mal rund um den Reichstag in Berlin spazieren geht, wird das nicht bemerken: Große Teile des Geländes und der Plätze sind untertunnelt. Ein ewig langes, verzweigtes Labyrinth erstreckt sich unter dem Friedrich-Ebert-Platz, dem Jakob-Kaiser-Haus, dem Reichstag und der Spree. Glücklicherweise hatten wir immer jemanden dabei, der sich auskennt – wir hätten uns nicht nur einmal hoffnungslos verlaufen.

Unser Ausbildungstag führte uns diesmal nach Berlin – an die Schaltzentrale der Macht. Wie arbeiten die Hauptstadtjournalisten, was machen sie eigentlich den ganzen Tag, wo treiben sie sich so rum.
Im Bundestag erlebten wir die Debatte um den Etat des Arbeitsministeriums. Ursula von der Leyen hielt eine relativ nüchterne Rede. Sie spricht so leise, dass man ihr kaum folgen kann. Ganz anders als Klaus Ernst (Die Linke), der zwar weniger sympathisch wirkt, dafür aber durchaus wachrüttelte. Claudia Winterstein von der FDP präsentierte sich dagegen in arroganter Oberlehrerart und demonstrierte eindrucksvoll, warum die FDP momentan so mies da steht. Zwischenfragen ließ sie nicht zu, die Kollegen sollte ihr doch lieber mal zuhören und was lernen. Ganz schön widerlich.

Die Kantine kann sich auch sehen lassen, da kommt unsere nicht so ganz mit. Diverse Süppchen, Salate und Hauptgerichte. Und dazu ein riesiges Panoramafenster zur Spree und Jürgen Trittin am Nebentisch.

Während der Sitzungen ist der Ebertplatz durch Polizisten abgesperrt, ohne unsere Presseausweise geht da gar nichts. In der Ferne sind einige Bäume zu sehen. Und wer später durch den Tunnel vom Jakob-Kaiser-Haus in den Reichstag läuft, dem werden einige dicke, weiße Säulen auffallen. Die sind nicht nur Beiwerk, sondern dienen als “Blumenvase” für die Wurzeln der oben auf dem Platz stehenden Bäume.
Eine Führung über das Gelände lohnt sich übrigens, selbst wenn sie mehrere Stunden dauert. In der Kurzfassung der Tour sahen wir uns einen Teil eines gut 100 Jahre alten Tunnels an, der aus dem Reichstag führte. Den Balkon, von dem aus Philipp Scheidemann 1918 die Weimarer Republik ausrief. Heute befindet sich dahinter der Raucherraum des Bundestages. Der historische Ort wird also zugequalmt. Spannend ist auch eine Ausstellung, die sich das “Archiv der Deutschen Abgeordneten” nennt. Jeder Abgeordnete seit 1919 hat dort eine eigene Schublade, auch die der NSDAP, auch Adolf Hitler. Hitlers Schubalde ist jedoch eingetreten, und der Historiker, der uns begleitete, erzählte uns, dass so ziemlich jeder Tourist zuerst nach Hilter suchen würde. Nun ja, wir auch.

Die Fraktionen der Parteien tagen in den einzelnen Türmen des Reichstages. Wir hatten unsere kleine Abschlussitzung im SPD-Fraktionssaal. Ein gemauerter Raum, der ein bisschen an den Knast erinnert. Wir erfuhren von Hintergrundgesprächen, Netzwerken und Skandalrecherchen.
Nun ja, falls mal irgendwo eine Stelle als Hauptstadtkorrespondent frei werden sollte: Ich würde wohl nicht nein sagen.

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Harald Schmidt: Zurück zu Sat.1

Samstag, den 18. September 2010
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DO 16.09.2010 | 23.10 Uhr | Das Erste

Harald Schmidt kehrt zurück zu Sat.1. Und damit zu dem Sender, bei dem er schon einmal acht Jahre Late Night gemacht hat. Als das Aus der “Harald Schmidt Show” verkündet wurde, waren wir alle tieftraurig. Jetzt verlässt er die ARD.

Am Donnerstag kehrte Schmidt aus der sehr langen Sommrpause zurück. Über den Wechsel im September 2011 fast kein Wort, nur ein Mini-Insider-Seitenhieb.
Bei Sat.1 will er wieder Late Night machen, zweimal pro Woche. Wieder mit Stand Up, wieder mit Band, wieder mit Sidekick. Und wir fragen uns: Warum macht er das nicht schon im Ersten? Will er uns nun noch weitere 25 Sendungen anöden? Mit unfassbar langweiligen Talkgästen, nur lauen Witzen und mäßig witzigen Einspielern?
Dabei hätte es nach der Sommerpause so viel zu sagen gegeben – doch der Anfangsmonolog fiel nur kurz aus.

Dabei sagt Schmidt immer, er habe noch oder wieder Lust auf seine Show. In der ARD lässt er sich das nur selten anmerken. Dabei ist es allerdings verständlich, dass der angesichts der aktuellen Sendeplatzquerelen rund um die neuen Talkshows keinen Bock mehr auf die ARD hat. Allerdings könnte er ja den ARD-Bossen so richtig wehtun, indem er den Sender mit einer hervorragenden Sendung verlässt und sie bei Sat.1 weiterführt. Von einer hervorragenden Show ist “Harald Schmidt” jedoch weit entfernt. Sie ist verzichtbar.
Die Frage ist also: Was genau will er bei Sat.1 ändern, um sich und die Show iweder zum Kult zu machen?

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