Tagesarchiv für 16. September 2010

RTZapper

Die Goldene Henne 2010

Donnerstag, den 16. September 2010
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MI 15.09.2010 | 20.15 Uhr | rbb

Geht es nur mir so? Habe nur ich beim Anblick der “Goldenen Henne” zwei Assoziationen? Erstens: ein brauner Broiler. Zweitens: ein Kackhaufen. Die “Goldene Henne” ist der wohl hässlichste Medienpreis Deutschlands. Das hat Helga Hahnemann nicht verdient, nach der DDR-Komödiantin ist der Preis benannt.
190 Minuten. Verdammte 190 Minuten dauerte die Verleihung der “Goldenen Henne” im rbb und beim MDR. Davon 40 Minuten Überziehungszeit. Das ist, gelinde gesagt, ein bisschen zu viel des Langweiligen.

Lena, unsere Songcontest-Queen, hat jedenfalls nicht schlecht gestaunt, als sie erfuhr, dass die die Goldene Henne gewonnen hat. Eine Henne für Lena. Wahnsinn! Da freut man sich doch. Ihr Blick war jedenfalls vielsagend.
Christo, der Reichstagsverhüller, wusste auch nicht so recht, warum er nicht schnell von der Bühne rennen durfte, als er mitansehen musste, als auf der Leinwand die völlig unlustige Ilse Bähnert rumlaberte und den verhüllten Friedrichsstadtpalast präsentierte. Wird Christo bestimmt toll gefunden haben, dass man seine Idee mal fix geklaut hat, für dessen Umsetzung er Jahrzehnte brauchte.

War jedenfalls ein langer Abend für alle Beteiligten. Wahrscheinlich sind viele Zuschauer schon sanft eingeschlummert. Vielleicht geht’s ja nächstes mal ein bisschen kompakter. Wir haben ja schließlich nicht ewig Zeit.

RTelenovela

Willkommen im Leben

Donnerstag, den 16. September 2010

Ganz ruhig liegt sie da. Auf dem Bauch ihrer Mama. Es scheint, als ob sie schnarcht. Und als sie in ihr eigenes Bett muss, beginnt sie zu weinen. Sie darf wieder raus und auf den Arm von Papa.
Sie ist 16.
16 Stunden alt.

Mitten in der Nacht ist sie geboren worden, innerhalb von nur wenigen Stunden hat sie sich ans Licht der Welt gekämpft – wenn auch ein paar Tage zu spät.
Ganz klein, ganz zart lebt sie nun ihr Leben. Sie schläft den ganzen Tag, und was sie in der Nacht macht, wird man in den nächsten Wochen sehen. Und unter Umständen hören.

Ein befreundetes Paar hat heute seinen Nachwuchs bekommen. Ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnt.
An einem Tag, an dem die Opposition im Bundestag über die “heruntergekommene Regierung” wettert. An dem Deutschland immer noch über Thilo Sarrazin diskutiert. Und über Jörg Kachelmann und den Vorwurf der Vergewaltigung.
Aber davon bekommt sie noch nichts mit.
Willkommen im Leben, Hannah!

RT im Kino

The American

Donnerstag, den 16. September 2010

Ein malerisches, ruhig gelegenes Bergdorf in den Abruzzen. Nichts deutet darauf hin, dass hier ein Verbrechen geschehen könnte. Aber seit einigen Tagen treibt hier ein Fremder sein Unwesen. Er geht spazieren, sitzt im Café, geht in den Puff. Jack (George Clooney) ist ein Auftragskiller. Auf sein Konto gehen schon so einige Menschen, die ihr Leben lassen mussten. In das Dorf ist er gekommen, weil er seinen letzten Auftrag erfüllen will. Er baut eine Waffe und muss sie übergeben. Ein mörderischer Auftrag.

Nun ja, sagen wir mal so: “The American” als Actionfilm als bezeichnen, würde nicht nur diesem Film, sondern auch allen anderen Actionfilmen unrecht tun. Dabei ist es nicht so, dass nichts passiert. Es passiert nur recht langsam und bedächtig.
“The American” ist der zweite Spielfilm von Promifotograf Anton Corbijn. Ein gewöhnungsbedürftiges Werk. Er lebt von durchaus ansprechenden Kameraeinstellungen, von der Geschichte leider weniger. Nicht nur, dass sie extrem ruhig – auch oft frei von Herbert Grönemeyers Hintergrundmusik – erzählt wird, letztlich erscheint sie auch sehr simpel. Die Auflösung am Ende ist nett, aber weder überraschend noch ist es beeindruckend. Die Schnörkellosigkeit von Handlung und Umsetzung macht auf die Dauer eher müde. Kommt dann kurz vor Schluss doch mal so was wie Spannung auf, verpufft sie schnell wieder.
Ja, der Film hat was. Davon aber recht wenig.

3/10