Tagesarchiv für 27. August 2010

RTelenovela

Traumtagebuch (67): Ich will ihn!

Freitag, den 27. August 2010
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(66) -> 28.2.2010

Das ist er! Mein Neuer! Ich will ihn haben. Ich brauche ihn nicht wirklich, aber ich will ihn, das steht fest.
Er ist ein brauner Minibus, ein Mercedes. Ich habe vor, ihn zu kaufen. Der Verkäufer läuft mit mir um das Auto herum, fragt, ob ich vielleicht eine Probefahrt machen möchte. Ich möchte nicht, denn für mich steht fest: Ich kaufe ihn.
Ich frage mich zwar, wofür ich den brauche, aber mein Entschluss steht dennoch fest. Schließlich kann ich das Auto ja mal verleihen, wenn jemand Bedarf hat. Ich denke da an zwei befreundete Bands, die ja immer mal wieder so ein Auto zur Beförderung ihres Krams brauchen.
Der Verkäufer drückt mir den Schlüssel in die Hand. Wir laufen nach hinten, dort ruckelt der Mann am Schloss herum und sagt, hier müsse man ein wenig aufpassen.

Irgendwann da muss ich wach geworden sein. Und wieder eingeschlafen.
Als nächstes träumte ich, dass Königin Elisabeth II. gestorben ist. Große Trauer und so.
Wieder wach, hörte ich erst mal Nachrichten. Der Königin geht es gut.

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RTZapper

37°: Wenn der Vater mit dem Sohne

Freitag, den 27. August 2010
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DI 24.08.2010 | 22.15 Uhr | ZDF

Thomas und Karsten Leyke sind ein Team. Papa und Sohn, aber auch Kollegen. Das geht gut, meistens. Papa jedoch ist streng. „Er kommt morgens und geht abends oder auch nachmittags, wenn er seinen Sport hat“, sagt Thomas (67). „Und in dieser Zeit macht er eben das, was anfällt. Aber eben auch nicht viel mehr.“ Die beiden arbeiten zusammen in der Anwaltskanzlei, die Thomas Leyke aufgebaut hat und der Sohn später einmal übernehmen soll. Dass Karsten nebenher noch eine Jugendmannschaft bei Hertha BSC trainiert – nein, Papa findet das nicht gut. Und sagt das auch.

In der ZDF-Reihe „37 Grad“ berichtete Florian Aigner am Dienstagabend über Kinder im Familienbetrieb: „Wenn der Vater mit dem Sohne“. 95 Prozent aller mittelständischen Firmen sind Familienunternehmen. Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) bilden sie die Stütze des Mittelstandes. Aigner zeigt innerhalb von 30 Minuten, was es heißt, in der eigenen Firma erwachsen zu werden, sie nach und nach zu übernehmen und sich von den Eltern abzunabeln.

Im Fall von Wolfgang Mistelbauer wird die Übernahme wohl nicht funktionieren. Und das, obwohl sein Sohn Kenny (28) fleißig in seiner Firma mitarbeitet. Für die Schuhmacherhandwerker sind die Zeiten hart. Wenn Wolfgang (65) in Rente geht, wird Kenny das Unternehmen nicht weiterführen können. Es lohnt sich einfach nicht. In zwei Jahren ist Schluss. Dann kann sich Kenny seinen eigentlichen Traum erfüllen: Bei einem Stadtsender moderiert er bereits jetzt seine eigene Sendung. Und wer weiß, vielleicht wird Kenny Mistelbauer ja mal der neue Thomas Gottschalk.

Florian Aigner hat insgesamt drei Eltern-Kind-Firmen besucht. Ein heiterer, nachdenklicher, erhellender Film.

(auch in der MAZ, 24.8.2010)

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RTelenovela

Auf dem Müllberg

Freitag, den 27. August 2010
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Ein Kollege stellt seit einiger Zeit in seinem Blog geheime Orte in Berlin vor. Neulich war ich an so einem geheimen Ort. Ich kannte ihn jedenfalls vorher noch nicht.

Da, wo Berlin gar keine Großstadt mehr ist, sondern ein Dorf, da ist Lübars – ganz im Norden, darüber liegt schon Schildow in Oberhavel. Eine schmale Kopfsteinpflasterstraße führt durch den Ort. Eine Kurve noch und noch eine, dann führt die Quickborner Straße in Richtung Märkisches Viertel. Die – nun ja, hässlichen Hochhäuser haben wir damals, vor der Wende, schon immer immer von Rosental aus gesehen.
Kurz vor dem MV fährt die Straße durchs freie Feld. Und auf der linken Seite erhebt sich plötzlich ein Berg. Als es hieß, wo wir hinfahren würden, war ich irritiert: zum Müllberg. Der Müllberg ist seit einigen Jahren eines der Ausflugsziele in Berlins Norden. Bis 1993 war das Gelände tatsächlich eine Hausmülldeponie. Erst seit dem vergangenen Frühjahr hat der Müllberg einen richtigen Namen: Lübarser Höhe.

Ein Weg führt im Zick-zack auf den 85,3 Meter hohen Berg. Die Sonne war gerade dabei, unterzugehen, irgendwo im Feld neben den MV-Hochhäusern.
Eine Idylle. Die Lübarser Höhe ist ein Ort zum Spazierengehen, Drachen steigen lassen, und im Winter ist dort eine lange Rodelbahn. Man kann aber auch einfach nur gucken. Vom Berg aus reicht der Blick bis nach Berlin-Mitte. Der Fernsehturm ist zu sehen, das Rote Rathaus, die Synagoge und vieles mehr. Vorn ist das Märkische Viertel, auf der anderen Seite Lübars und Blankenfelde. Die Einflugschneise von Berlin-Tegel führt an der Höhe vorbei. Zu Stoßzeiten sind drei bis vier Flieger hintereinander zu sehen, die auf den Flughafen zusteuern.
Und während vorn die Sonne untergeht, erscheint hinten der Mond. Hach, wie romantisch.

Der Hunger trieb uns dann ins Märkische Viertel. In einer Einkaufspassage am Wilhelmsruher Damm beehrten wie einen Asia-Imbiss. Wir bestellten unser Essen und schauten ein bisschen Fußball auf dem großen Fernseher. Das Essen brachte dann eine Frau, die irgendwie aussah, als würde sie dort eigentlich putzen. Bedient hatte uns vorher noch ein nette, junge Asiatin. Jetzt fiel uns aber auf, dass die meisten Leute hinterm Tresen alles andere als asiatisch aussehen. Die Frau und ihr Mann, der wohl auch dort arbeitete, setzten sich an den Tisch hinter uns. Der Mann breitbeinig, die Frau gelangweilt – und sie sahen Fußball. Machten eher den Eindruck, als würden sie eine Prollkneipe besitzen und nicht in einem Asia-Imbiss arbeiten.

Rückfahrt. Wieder durchs Dorf, wieder durch Lübars. Weiter die Blankenfelder Chaussee an diversen Kolonien entlang. Und wer glaubt, dass es in Berlin, in der Großstadt Berlin, keine Landluft gibt, keinen Gestank vom Felde, der sollte die Strecke zwischen Alt-Lübars und Blankenfelde entlang fahren. Mmmhhmm!
Berlin ist eben doch ein Dorf.

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RT im Kino

Briefe an Julia

Freitag, den 27. August 2010

Romeo, oh, Romeo! So stand Julia einst auf ihrem Balkon in Verona. Noch heute kommen die Touristen in Scharen, um sich diesen Balkon anzusehen. Und um einen Brief an Julia zu hinterlassen. Alle die, die Liebesnöte haben, setzen sich hin, schreiben einen Brief und kleben ihn ans Haus. Einmal am Tag werden diese Briefe eingesammelt – und beantwortet.
Claire (Vanessa Redgrave) hat auch so einen Brief geschrieben – vor 50 Jahren. Zufällig fällt Sophie (Amanda Seyfried) dieses Schriftstück in die Hände. Sie beschließt, den Brief zu beantworten. Nur eine Woche später steht Claire vor ihr – und ihr mürrischer Enkel Charlie (Christopher Egan). Und da Sophies Verlobter Victor (Gael García Bernal) sowieso gerade keine Zeit für sie hat, beschließt sie, gemeinsam mit Calire und Charlie nach dem damals Angebeteten zu suchen.

“Briefe an Julia” ist kitschig, schleimig, manchmal grenzwärtig – und doch, ja, irgendwie dann doch schön.
Gary Winick erzählt eine Liebesgeschichte, wie sie sicherlich schon tausendmal erzählt wurde, Spaß macht es aber dennoch, ihr zu folgen. Die Suche nach dem Geliebten von vor 50 Jahren hat durchaus seinen Reiz. Dass diese Geschichte dann auch noch in einem wunderschönen Teil Italiens stattfindet, macht das Ganze noch sehenswerter.
Nur Gael García Bernal hat die undankbare Aufgabe, die bekloppteste Rolle im ganzen Film zu spielen: einen ignoranten Schnösel, dem man in den Arsch treten will. Und diese Rolle spielt er nicht mal besonders gut. Da sind wir eigentlich mehr gewöhnt, als diese billige Seife.
“Briefe an Julia” ist eine wenig überraschende Liebeskomödie, die keinem weh tut. Warum also nicht?!

7/10

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