Tagesarchiv für 17. August 2010

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Volojahre (61): Rathaus-Rallye II

Dienstag, den 17. August 2010
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(60) -> 11.8.2010

Wer im Potsdamer Rathaus ein bestimmtes Zimmer sucht, sollte sich Zeit mitbringen. Ich erwähnte es bereits. Und heute war es mal wieder so weit. Ich musste ins Rathaus.

Der Blaue Salon. Da war ich sogar schon mal. Als ich das erste Mal in den Blauen Salon musste, stand der auf keinem Plan. Die Bezeichnung “Blauer Salon” gab es nirgendwo.
Ich lief wieder die breite Treppe ins erste Obergeschoss. Und was macht man, wenn man so gar keinen Plan hat? Einfach loslaufen. Und ich lief einfach los.
Einmal rechts, dann wieder links, noch mal links. Und so weiter.

Aber es scheint sich was geändert zu haben. An diversen Stellen in den ranzigen Fluren kleben nun kleine Pläne, auf denen die Räume gekennzeichnet sind, auch – oh Wunder – der Blaue Salon.
Nun musste ich mich nur noch orientieren. Der rote Punkt – das war die Stelle, an der ich stand. Schwierigkeit: In welche Richtung muss ich mich nun orientieren? Ich merkte mir die Raumnummern, an denen ich vorbei gehen muss, und lief los. Doch statt der 204, 205, 206 lief ich an der 211, 212, 213 vorbei. Ich drehe wieder um, sah noch mal auf en Plan und lief nun in die andere Richtung.

Ich liebe das Rathaus. Und ich werde es immer lieben, denn ich war heute voraussichtlich das letzte Mal dort drin. Mit sieben Minuten Verspätung kam ich im Blauen Salon an.

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Nacht vor Augen

Dienstag, den 17. August 2010
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MO 16.08.2010 | 22.45 Uhr | Das Erste

Wann ist ein Krieg ein Krieg? Gerade in Bezug auf den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan beschäftigen sich mit dieser Frage Politiker, Journalisten und nicht zuletzt die Soldaten und ihre Angehörigen. In ihrem Regiedebüt „Nacht vor Augen“ sucht Brigitte Maria Bertele zwar nicht direkt nach einer Antwort, beleuchtet aber einen wichtigen Punkt in der Debatte: Was passiert mit den Heimkehrern?

David (Hanno Koffler) ist Soldat und kommt aus Afghanistan zurück. Im heimatlichen Schwarzwald will er sein bisheriges Leben mit Freundin Kirsten (Petra Schmidt-Schaller), der Familie und seinen Freunden weiterführen. Doch das funktioniert nicht. Seine Erlebnisse in Afghanistan, die Bedrohung, die Gewalt, haben ihn geprägt. Das zeigt sich insbesondere in der Beziehung zu seinem kleinen Halbbruder Benni (Jona Ruggaber). Dessen Bewunderung zieht David an, er verbringt viel Zeit mit ihm und will ihm helfen, seine Ängste zu bekämpfen. David will Benni Strategien und Werte vermitteln, die er im Kampfeinsatz kennen gelernt hat. Doch bald eskaliert die Situation.

David leidet an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Die Autorin Johanna Stuttmann hat dieses Thema genau recherchiert, wie sie in einem Interview sagt. Dennoch bemängeln einige Kritiker, die Vorgänge sehr überzeichnet dargestellt zu haben. Ein Redakteur der FAZ warf ihr Drehbuchschwächen vor.
Nichtsdestotrotz erzählt „Nacht vor Augen“ eine spannende Geschichte, und Hanno Koffler, der den Bundeswehrsoldaten spielt, kann die psychische Störung Davids sehr überzeugend darstellen. Beim Filmfestival in Durban, Südafrika, erhielt Koffler den Preis als bester Hauptdarsteller.

(auch in der MAZ, 16.8.2010)

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Tattoo Attack – Deutsche Promis stechen zu

Dienstag, den 17. August 2010
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MO 16.08.2010 | 22.15 Uhr | RTL II

RTL II hasst seine Promis, Teil 2.
Was macht man mit Promis, die man abgrundtief hasst? Ja, genau, man quält sie. Vor laufender Kamera.
Und 9live-Animateuse Alida Kurras und Ex-DSDS-Ansager Carsten Spengemann, die darf man quälen. Die spielen nämlich in der untersten Liga. Da, wo man sie schon mal dafür quälen darf, wofür sie uns permanent nerven.

Für RTL II – und sicherlich auch ein bisschen Honorar – lassen sich die beiden E-Promis in “Tattoo Attack” je einTattoo stechen. Alida ein Kleines, Carsten ein Großes. Ganz freiwillig natürlich, weil ja Carsten schon immer ein großes Rückentattoo haben wollte. Jetzt ist eine gute Gelegenheit – zumal ihm und seinem Freund RTL II eine Las-Vegas-Reise spendiert. Wenn schon Tattoo-Qual, dann in Las Vegas, dachte sich der Spengemann wohl. Und hat ja auch geklappt.

Alida Kurras heißt inzwischen nicht mehr Alida Lauenstein (Scheidung ist wohl bald) und nennt sich neuerdings Alida-Nadine Kurras. Vielleicht denkt sie, dass die Zuschauer sie außerhalb von ihrem 9live-Müll damit seriöser finden. Womit sie scheitert. 9live-Moderatoren sind nie seriös, sie bleiben immer zwielichtig, und dass RTL II solchen Leuten ein Forum bietet, spricht nicht für RTL II. Wobei sowieso schon wenig für RTL II spricht.

Warum also unbeliebte E-Promis Werbung für blöde Tattoos machen müssen, ob vielleicht in der Tätowierbranche gerade Flaute herrscht, das wissen wohl nur die Leute von RTL II.
Nächste Woche ist übrigens die nächste 9live-Tante zum Stechen bestellt. Diesmal wird Anna Heesch gequält. Und eigentlich wäre ein Ganzkörpertattoo angebracht. Es muss weh tun. Millionen Stiche. Jeder einzelne, für den, der schon mal bei 9live reingefallen ist.
Ansonsten gibt es übrigens überhaupt gar keinen Grund, sich diesen doofen Müll anzusehen.

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