Tagesarchiv für 5. August 2010

RTZapper

Das Erste: Na bitte, es geht doch!

Donnerstag, den 5. August 2010
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MI 04.08.2010 | 20.15 Uhr | Das Erste

Zu seicht? Zu flach? Zu dumm? Zum Abschalten? Das Erste schließt sich immer mehr dem Mainstream an, zeigt Herzschmerz und Volksmusik zur besten Sendezeit. Eine Serie und noch eine Serie. Promitalk und Spielshows. Und gute Dokumentationen laufen oft erst kurz vor Mitternacht. Das Diktat der Quote zur Primetime.

Doch die ARD kann auch anders. An diesem Mittwoch zum Beispiel. Da bot Das Erste fast durchweg ein Programm, das sich sehen lassen konnte. Unterhaltsam, niveauvoll, lehrreich, aufklärerisch, erhellend.
Um 20.15 Uhr lief “Der Mond und andere Liebhaber” mit Katharina Thalbach – über Lebenskrisen und miese Jobs. Danach die brisante Reportage über die “miesen Methoden des Textildisconters”. “Die KiK-Story” zeigte, wie die Ladenkette ihre Preise klein hält. Ein NDR-Reporter reiste bis nach Bangladesch. Weitere Hintergründe gab es kurz danach noch im NDR fernsehen, wer dort hinschaltete, erhielt weiterführende Infos.
Im Ersten folgten dann die “Tagesthemen” und eine spannende Doku über den ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück. In “Steinbrücks Blick in den Abgrund” sprach er über Fehler während der Wirtschaftskrise. Er gestand, mahnte, erklärte. Eine interessante Mischung aus Rückblicken, Interviews und Reportage. Und wer dann noch wach war, konnte sich um 23.15 Uhr die “verdrängte Geschichte der Lufthansa” ansehen.

Weiter so, ARD! Selbst wenn die Quoten an diesem Abend vielleicht nicht in traumhafte Höhen geschnellt sind – die, die es gesehen haben, bekamen ein Programm abseits des öden TV-Einerleis geboten.

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RTelenovela

Vorsicht, Bus!

Donnerstag, den 5. August 2010
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Es scheint, als ob der Landkreis Oberhavel den Streit um die Bombenbeseitigung in Oranienburg auf dem Rücken der Oranienburger selbst austragen will.
Weil es in der Stadt laut eines Gutachtens stark bombenbelastete Gegenden gibt, werden vier Buslinien umgeleitet. Der Landkreis befürchtet, die Busfahrten könnten zur Detonation einer Bombe führen. Das gilt übrigens nicht für den Schwerlastverkehr, der weiterhin über einen Großteil eben jener Straßen rollen darf. Und das gilt übrigens auch nicht für den Gütereisenbahnverkehr, der besonders nachts durch die Stadt donnert und wirkliche Erschütterungen verursacht.

Vielleicht sind es auch Sparmaßnahmen, dass der Stadtbus nun nur noch Hauptachsen in Oranienburg abfährt und die Wohngebiete meidet. Oder die Leute sollen tatsächlich auf die Barrikaden geschickt werden.

In den Wohngebieten von Oranienburg-Süd wird kein Bus mehr fahren.
Im Krankenhaus und am Altersheim in der Villacher Straße wird kein Bus mehr fahren. Die alten Leute müssen nun bis zur Berliner Straße vorlaufen – wie schon zu DDR-Zeiten.
Am Bürgerzentrum in Neubaugebiet wird kein Bus mehr fahren.
In der Breiten Straße, mit der Haltestelle für die Gartenschau, wird kein Bus mehr fahren. Ausweich: Die Haltestelle am Gericht, ein paar (sehr viel mehr) Schritte weiter weg. Eine Fehlplanung.
Am Louise-Henriette-Gymnasium wird kein Bus mehr fahren.
Am Seniorenheim in der Bernauer straße wird kein Bus mehr fahren.

Wahrscheinlich ist die Situation tatsächlich nicht ungefährlich. Aber albern ist es trotzdem, Busse umzuleiten, den Schwerlastverkehr und vor allem den Güterverkehr aber nicht. Bauarbeiten müssten ebenfalls eingestellt werden.
Hinzu kommt, dass beispielsweise die Breite Straße in einem Topzustand ist, besondere Erschütterungen wird es durch den Bus kaum geben.

Andererseits ist das alles auch ziemlich egal, denn die Oranienburger lassen so ziemlich alles mit sich machen. Sie regen sich zwar auf, handeln aber selten. Die Leserbriefspalten der örtlichen Zeitungen sind weitgehend frei von Kritik, nicht nur bei diesem Thema. Das ist in anderen Regionen Brandenburgs anders, da mischen sich die Menschen mehr ein.
Der Landkreis und die OVG bieten in Oranienburg jedenfalls nur noch weniger mehr als einen Rumpffahrplan, wichtige Punkte sind nun ausgespart. Aber vielleicht nimmt ja der eine oder andere Brummifahrer jetzt öfter mal einen der Reisenden mit.

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